Erstmals muslimisch-christliche Einschulfeier in Düren
Von Redaktion [05.09.2008, 18.32 Uhr]

Es war das erste Mal – nicht nur für die I-Dötzchen der Katholischen Grundschule Grüngürtel in Düren: Ihren ersten Schultag feierten Muslime und Christen erstmals in einer interreligiösen Einschulfeier.

Bislang hatten die Grüngürtel-I-Dötze in St. Antonius allein mit dem Segen der katholischen Kirche ihre Schullaufbahn begonnen. Viele nicht-christliche Schul-Neulinge mit ihren Familien blieben im wahrsten Sinne „außen vor“. In diesem Schuljahr 2008/09 sind zwei Drittel der Erstklässler Muslime.

So kam es zur Überlegung, die Einschulungsfeier „multi-religiös“ zu gestalten, wie Pfarrer Wolff von St. Antonius erklärt. Und das Konzept ging auf. Viele Kinder und Eltern kamen zu der Feier, haben miteinander gesungen und gefeiert. Natürlich wurde auch gebetet – jeder auf seine Weise in der jeweiligen Sprache.

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Pfarrer Wolff: „Ein gemeinsames Gebet kann es nicht dort geben, wo die Glaubensvorstellungen auseinandergehen. Konkret trennt uns vom Islam im Gottesbild der Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes.“ Wer aber das Gemeinsame in den Vordergrund stellt und mit Toleranz und Offenheit dem anderen Glauben begegnet, der kann sich wie in der Dürener Grundschule von der für christlich-mitteleuropäische Ohren“ fremd-„exotischen“ Gesängen des Hodschas beeindrucken lassen.

Offenbar ist innerhalb der Antonius-Gemeinde diese interreligiöse Feier nicht unumstritten. Im aktuellen Pfarrbrief nimmt Pfarrer Wolff Bezug darauf und erläutert, dass schon Papst Johannes Paul II. zum Friedensgebet in Assisi Vertreter mehrerer Religion versammelt hatte. Außerdem beruft er sich auf das II. Vatikanischen Konzil, in dem unter Artikel 1 folgender Text verabschiedet wurde: „Alle Völker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ; auch haben sie Gott als ein und dasselbe letzte Ziel. ...“ In diesem Sinne hofft Pfarrer Wolff, dass diese Einschulung nicht die letzte interreligiöse Feier in St. Antonius gewesen sein wird.


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