Unwetter legte Mauer um

Schwere Schäden am Müntzer jüdischen Friedhof
Von Dirk Eickenhorst [07.06.2008, 12.18 Uhr]

Fast vollständig zerstört wurde beim Unwetter die Friedhofsmauer des jüdischen Friedhofs in Müntz. Foto: Dirk Eickenhorst

Fast vollständig zerstört wurde beim Unwetter die Friedhofsmauer des jüdischen Friedhofs in Müntz. Foto: Dirk Eickenhorst

Das Unwetter über dem Jülicher Land hat dem denkmalgeschützten jüdischen Friedhof in Müntz schwere Schäden zugefügt. Die Mauer ist nahezu vollständig zerstört und das Gräberfeld überspült worden.

Dieter Peters, seit 1994 als freier Mitarbeiter im Sinne eines Friedhofsbeauftragten des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein tätig, hat nach eigener Aussage bereits Kontakt zu Vertretern der Gemeinde und zur Denkmalschutzbehörde aufgenommen, um über etwaige Rettungs- oder Restaurierungsmöglichkeiten zu sprechen.

Bei einem der Gewitter der letzten Tage muss eine größere Wassermasse sich auf einem angrenzenden Acker gegen die Außenmauer des Friedhofs aufgestaut haben. Diese ist vermutlich durch die Regenfälle der letzten 150 Jahre bereits geschwächt gewesen. Sie gab nach, stürzte um, und die Wassermassen liefen auf das Friedhofsgelände.

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Dieses muss ähnlich einem Schwimmbecken regelrecht vollgelaufen sein, dies belegt die dicke Schlammschicht, mit der fast der ganze Friedhof überzogen ist. Durch den Druck des Wassers und der Mauertrümmer gab dann auch die gegenüberliegende, an einem Wirtschaftsweg gelegene Friedhofsmauer nach, und stürzte nahezu vollständig um. Mauerteile wurden noch bis 50 Meter weiter auf eine Kuhweide geschwemmt.

Der Friedhof, dessen alte Grabsteine sich zurzeit zur Restaurierung auf dem Bauhof in Rödingen befinden, steht unter Denkmalschutz. Eine Reparatur der nahezu vollständig zerstörten Außenmauer wird vermutlich recht kostspielig werden.


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