170 junge Leute nutzten ihre Chance

Beim Job-Casting in Düren den Wunschberufe getestet
Von Redaktion [28.05.2008, 08.05 Uhr]

Ein Mercedes-Motor zum Anfassen: In der Werkstatt von DGA-Meister Jürgen Courte machten junge Leute (l.) Bekanntschaft mit dem Schraubenschlüssel.

Ein Mercedes-Motor zum Anfassen: In der Werkstatt von DGA-Meister Jürgen Courte machten junge Leute (l.) Bekanntschaft mit dem Schraubenschlüssel.

Waschen, schneiden, föhnen – was ein Frisör macht, weiß jeder. Aber wie ist es, die Schere selbst in der Hand zu halten? Liegt mir das? Und was heißt es, Frisör zu sein, welche Perspektiven gibt es in diesem Beruf? Um jungen Leuten ein erstes Gefühl für ihren Wunschberuf zu vermitteln, hatte die job-com des Kreises Düren jetzt zum „Job-Casting“ eingeladen. 170 Schüler und Ausbildungsplatzsuchende nutzten die Chance, aus einer Palette von 13 Berufen in zwei ihrer Wahl hineinzuschnuppern.

Die Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA), das Sozialwerk Dürener Christen sowie die Qualifizierungsgesellschaft low-tec, allesamt Partner der job-com, gewährten den jungen Leuten einen Tag lang Einblick in ihre Büros und Werkstätten. Dabei standen nicht nur die Meister als Anleiter zur Verfügung, sondern auch die Auszubildenden, die sich besonders gut in die Lage der Tagespraktikanten hineinversetzen konnten. So beugte man sich in der Kfz-Werkstatt gemeinsam unter eine geöffnete Motorhaube, schloss das Diagnosegerät an und wertete das Messprotokoll aus.

„Viele Jugendliche haben sich auf einen bestimmten Wunschberuf festgelegt, ohne sich etwas Konkretes unter ihm vorstellen zu können. Beim Job-Casting haben sie Gelegenheit, erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Im folgenden job-com-Beratungsgespräch wird das dann aufgegriffen“, erläuterte Martina Forkel, Amtsleiterin der job-com, den Hintergrund des Castings vor der Presse.

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Stefan Grießhaber, Leiter der Personalvermittlung der job-com: „Dann zeigt sich, ob der Traumberuf immer noch an erster Stelle steht.“ Verkaufs- und Büroberufe waren am Schnuppertag übrigens die Favoriten, gefolgt von Metallbau/Anlagenführer und Frisör. Auf den Tag hatte die job-com ihre jungen Kunden zuvor in zwei Infoveranstaltungen vorbereitet.

Das Job-Casting hat einen gesellschaftspolitischen Hintergrund. „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wandelt sich grundlegend: Die Zeiten des Bewerberüberhangs gehen zu Ende, jetzt beginnen die Betriebe mit dem sogenannten Kampf um die Köpfe“, wies Landrat Wolfgang Spelthahn auf die Auswirkungen des demografischen Wandels hin. Angesichts des sich abzeichnenden Facharbeitermangels sicherten sich die Unternehmen heute ihre Mitarbeiter von morgen.

„Dabei dürfen die jungen Leute, die mit Schwierigkeiten kämpfen, nicht zurückbleiben“ appellierte er an die Arbeitgeber, nicht nur auf Zahlen zu schauen, sondern „auch dem Faktor Mensch eine Chance zu geben“. Auch Geringqualifizierte müssten die Möglichkeit haben, von ihrer eigenen Arbeit leben zu können, denn das wecke in ihnen ein Selbstvertrauen, das für ihr Leben immens wichtig sei, so der Landrat. „Mit Transferzahlungen allein schafft man das nicht.“


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