Dienstleistungszentrum entsteht
Nideggener Villa muss bis Ende 2008 umgebaut sein
Von Redaktion [16.04.2008, 23.11 Uhr]
![]() NRW-Staatssekretär Dr. Jens Baganz überreichte vor Ort den Bewilligungsbescheid über knapp 1,6 Millionen Euro zum Umbau der alten Villa zum touristischen Dienstleistungszentrum Nideggen |
Die Geschichte des touristischen Dienstleistungszentrums Nideggen ist eine, die das Leben schrieb: Erst mühten sich Landrat Wolfgang Spelthahn und seine Mitstreiter jahrelang beim Bohren dicker Bretter ab und jetzt, wo der ersehnte Tag x endlich da ist, muss alles hopphopp gehen. „Bis Ende des Jahres 2008 müssen das Nationalparktor und das Ausbildungszentrum für den Gastronomiebereich fertig sein. Das ist sicher eine große Herausforderung, aber so sind die Spielregeln der EU-Fördertechnik nun einmal“, sagte Dr. Jens Baganz, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, der mit der frohen Botschaft in die kleine Herzogstadt gekommen war.
Den Bewilligungsbescheid, den er dem Initiator des komplexen Projekts überreichte, wies exakt 1.593.734 Euro als Fördersumme aus. „Das ist ja sogar noch etwas mehr, als wir beantragt haben“, freute sich Landrat Wolfgang Spelthahn, dieses entscheidende Dokument endlich in Händen zu halten. Damit ist der Weg für das 6,6 Millionen Euro schwere Infrastrukturprojekt frei, das auf den Tourismus in der Nordeifel zugeschnitten ist und die regionale Wirtschaft stärkt.
In die alte Jugendstil-Villa, die das Bistum Aachen einst als „Haus der Familie“ genutzt hat, ziehen nach Renovierung und Umbau das Nationalparktor und das Ausbildungszentrum der Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA) ein. Damit wird die Villa einerseits zum Informationszentrum für die Besucher des landesweit einzigen Nationalparks. Andererseits qualifiziert die DGA dort arbeitslose Jugendliche für Stellen im Gastronomiegewerbe. 24 junge Leute werden dort künftig in enger Kooperation mit der Gastronomie in der Eifel, in Belgien und den Niederlanden zu Köchen oder Gastronomiefachleuten ausgebildet. Kostenpunkt für den Umbau der Villa: 2,2 Millionen Euro. Diese beiden Projektbausteine werden mit den genannten knapp 1,6 Millionen Euro gefördert.
Zudem wird es ein drittes touristisches Element auf dem Grundstück am Stadtrand geben, für das ein Erweiterungsbau aus den 1970er Jahren abgebrochen wird. Dort errichtet der Landesverband Rheinland des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) einen Neubau. Er ersetzt dann das stark renovierungsbedürftige Haus an anderer Stelle der Stadt, das mit über 30.000 Übernachtungen jährlich eine der beliebtesten Jugendherbergen im Regierungsbezirk ist. 4,4 Millionen Euro hat die projektverantwortliche Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS), eine hundertprozentige Tochter des Kreises Düren, dafür in ihrem Gesamtkonzept vorgesehen. Da der DJH-Neubau nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, gibt es hier keinen Zeitdruck.
„Der Tourismus ist für die Wirtschaft in NRW ein riesiges Thema, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Er bietet uns gerade hier in der Eifel große Chancen, die wir nutzen wollen“, wertete Dr. Baganz das DLZ als „richtig, sinnvoll und wichtig“. „Dass die Geburt schwierig war, ist bei derart komplexen Projekten gar nicht außergewöhnlich“, kommentierte der Staatssekretär den Genehmigungsmarathon. Ursprünglich hatte Landrat Wolfgang Spelthahn als viertes Element auch eine Kunstakademie auf dem Gelände verwirklichen wollen. Doch die wird nun in Heimbach auf Burg Hengebach angesiedelt; noch in diesem Jahr sollen erste Kurse angeboten werden.
„Allen Widrigkeiten zum Trotz haben wir Hand in Hand in dieselbe Richtung gearbeitet“, dankte der Landrat allen, die dem Projekt unverdrossen über alle Hürden geholfen hatten, insbesondere dem Staatssekretär. Dem Dank schloss sich Nideggens Bürgermeister Willi Hönscheid an. Er betonte die Verpflichtung gegenüber der Jugend: „Wir sorgen dafür, dass junge Menschen mit einer fundierten Ausbildung eine Perspektive für ihr Leben bekommen. Außerdem vermittle man den jungen Herbergsgästen in der schönen Eifel ein Gefühl für den Wert der Schöpfung.
Die DGA wird übrigens schon den anstehenden umfangreichen Umbau für ihr Kerngeschäft nutzen. In dem Gebäude finden in den nächsten Monaten Qualifizierungsmaßnahmen für junge Menschen statt, die ihre Zukunft im Baubereich sehen. Dort erwerben sie das Wissen und Können, das ihnen das Tor zum ersten Arbeitsmarkt öffnen soll.
Dies ist mir was wert: | Artikel veschicken >> | Leserbrief zu diesem Artikel >>
Newsletter
Schlagzeilen per RSS
© Copyright