Mittelstand gefährdet

IHK Aachen kritisiert Erbschaftsteuerreform
Von Redaktion [13.04.2008, 22.57 Uhr]

Erhebliche Probleme für die mittelständische Wirtschaft befürchtet die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) durch die Reform der Erbschaftsteuer, die sich derzeit in den parlamentarischen Beratungen befindet. "Sie trifft den Mittelstand an seiner empfindlichsten Stelle", ist Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen, überzeugt.

Besonders ertragsstarke Unternehmen stünden plötzlich vor der Alternative, verkaufen zu müssen, um die Erbschaftsteuer bezahlen zu können. Allein die neue Bewertungsmethodik für die Unternehmen führe potenziell zu Mehrbelastungen um den Faktor 2 bis 3. "Dies sind keine Einzelfälle, sondern wir kennen zahlreiche Beispiele aus der unternehmerischen Wirklichkeit", sagt Jürgen Drewes.

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Zwar werde das Betriebsvermögen nach dem Gesetzesentwurf im günstigsten Falle zu 85 Prozent von der Steuer freigestellt. Jedoch seien die Bedingungen dafür völlig unrealistisch. Kein Unternehmen könne für 15 Jahre Veränderungen in der Gesellschafterzusammensetzung ausschließen. Gerade in Notlagen sei es häufig erforderlich, neues Kapital hereinzunehmen mit fatalen Folgen für die Erbschaftsteuer. Auch die Arbeitsplatzgarantie für einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren behindere Anpassungsprozesse im Unternehmen.

Drewes fordert die Landesregierung auf, im Bundesrat für Lösungen einzutreten, die dem Mittelstand gerecht werden. Andernfalls seien Unternehmensverkäufe oder gar Betriebsschließungen zu befürchten.


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