Resolution verabschiedet

Kreiskommunen fordern finanzielle Gerechtigkeit
Von Redaktion [21.03.2008, 08.02 Uhr]

Landrat Wolfgang Spelthahn und die 15 Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen verabschiedeten einstimmig eine Resolution, in der sie die nordrhein-westfälische Landesregierung auffordern, Schluss zu machen mit der finanziellen Bevorzugung der Ballungsgebiete, die im Umkehrschluss eine Benachteiligung der ländlichen Räume bedeutet.

Das war nicht einzige Zukunftsinitiative der Hauptverwaltungsbeamten: Gemeinsam fordern sie das Land NRW auf, mehr Verantwortung für die Betreuung von Klein- und Kindergartenkindern zu übernehmen. Konkret heißt es in der Resolution: „Ausdrückliches Ziel – unter finanzieller Beteiligung des Landes – sollte perspektivisch landesweit der Verzicht auf die Erhebung von Elternbeiträgen sein. Eine solche Entscheidung würde zu einer besseren Chancengleichheit und einer finanziellen Gleichstellung aller Eltern in NRW beitragen.

Die Belastung der Eltern darf in NRW nicht vom Wohnort der Eltern und den Vorgaben des kommunalen Haushaltes abhängen.“ Hintergrund dieses Vorstoßes ist der Kreistagsbeschluss vom Dienstag, durch den Eltern im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes ab dem nächsten Kindergartenjahr für das erste Besuchsjahr von Beitragszahlungen für ihr Kind befreit werden. Dazu gehört jedoch nicht die hoch verschuldete Stadt Düren, die ein eigenes Jugendamt hat.

Werbung

Im dritten Teil ihrer Resolution fordern der Landrat und die 15 Bürgermeister das Land auf, für einen bedarfsgerechten Ausbau der Betreuung von Kleinkindern an der Rur zu sorgen. Rund 50 U 3-Plätze müssten für das kommende Kindergartenjahr noch zusätzlich eingerichtet werden, um den Bedarf vollends abzudecken.

„Die Daseinsfürsorge ist im dünner besiedelten ländlichen Bereich teurer als in den Ballungsgebieten. Gleichwohl zahlt das Land den Großstädten pro Einwohner deutlich mehr“, weist Landrat Wolfgang Spelthahn auf die klare Schieflage hin, die den ländlichen Kommunen über die Jahre große Defizite beschert hat. „Unsere Städte und Gemeinden können sich nicht am eigenen Schopf aus diesem Sumpf ziehen. Sie sind zwingend auf die Hilfe des Landes angewiesen“, fordert der Landrat Gerechtigkeit ein. Mit einer Reform des kommunalen Finanzausgleichs müsse die stiefmütterliche Behandlung der Kreise beendet werden.

Auch in punkto Kinderbetreuung sind sich Landrat Wolfgang Spelthahn und Axel Buch, Sprecher der 15 Bürgermeister, einig: „Andere Bundesländer sind mit gutem Beispiel vorangegangen und haben Eltern von der Beitragspflicht für Kindergartenkinder befreit. Da es erwiesen ist, wie wichtig der Kindergartenbesuch für die Entwicklung der Kinder ist, darf das Land NRW nicht zurückstehen und muss diese wichtige Zukunftsinvestition finanziell mittragen.“


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang?“, heißt ein ziemlich bekanntes Fest- und Feierlied. Da so ein 50-jähriges Jubiläum bei der Kita „Die kleinen Strolche“ in erster Linie ein Fest für die Kinder ist, hat sich das Team der Einrichtung überlegt, mit den Kindern, die sie im Moment besuchen, kräftig und sieben Tage lang zu feiern. Es geht los mit dem Dasda Theater, das am Donnerstag, 27. April, das Stück Petterson und Findus im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, für die Kita-Kinder aufführen wird.  [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden
Einen Ruhepol im Alltag finden. Innehalten, dem eigenen Getriebensein im Leben regelmäßig einen Ort des Atemholens zu geben, dazu dienen Exerzitien im Alltag. Seit fast 20 Jahren wird in St. Rochus Jülich diese Tradition in der Fastenzeit gepflegt. [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung