Neue Reihe Dürener Sonntags Kult(o)ur
Von far [01.04.2008, 08.58 Uhr]

Viele Kirchen unserer Region sind etliche Jahrhunderte alt. In den ehrwürdigen historischen Gemäuern, nicht selten selbst denkmalgeschützte Kunstwerke, verbergen sich zahlreiche religiöse Kunstschätze, aber auch spannende und bewegende, bekannte und unbekannte Geschichten. Diesen „Geschichten zur Geschichte“ nimmt sich eine Veranstaltungsreihe des „Katholischen Forums für Erwachsenen- und Familienbildung Düren und Eifel“ an. Unter dem Motto „Sonntags-Kult(o)ur“ bietet sich Besuchern die Gelegenheit, Heimat- und Kirchengeschichte direkt vor Ort kennen zu lernen.

Die Kirche St. Clemens und St. Pankratius in Inden/Altdorf bildete den Startpunkt dieser Veranstaltungsreihe. Die Gemeinde und ihre 1998 eingeweihte Kirche sind zwar jung, aber sie blicken auf eine lange Geschichte zweier benachbarter Dörfer zurück, die in den 1990er Jahren endgültig den Braunkohlebaggern weichen mussten, um dem Energiehunger der Region Platz zu machen. Mehrere Tausend Menschen verloren ihre Heimat und wurden umgesiedelt. Unter ihnen auch Heinz Jordans, der als Kenner sowohl der neuen als auch der alten Dorfkirchen die Besucherführung während der „Sonntags – Kult(o)ur“ leitete. „Damals habe ich erst gemerkt, wie viel mich an Inden gebunden hat“, erinnert er sich an die schwere Umsiedlungszeit.

Zum Zeitpunkt der Einweihung von St. Clemens und St. Pankratius standen die Kirchen in Inden und Altdorf zwar noch, die Ortschaften verwaisten aber nach und nach. Letztendlich fielen auch die Kirchen den Baggern zum Opfer. Vielen der Umsiedler wurde die neu gegründete Ortschaft Inden/Altdorf zu einer neuen Heimat. „Die gemeinsame Kirche war ein großes Glück für unsere Gemeinde“, sagt Heinz Jordans. Sie ist ein Symbol für die gemeinsame Zukunft. Als zentraler Punkt des Ortes steht sie im Verbund mit dem Pfarrzentrum räumlich und alltäglich, ganz konkret als massiver moderner Betonbau, mitten im Leben der Gemeinde.

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Zahlreiche Teile des alten Kircheninventars haben die Inden/Altdorfer in ihr neues Gotteshaus übernommen. So zum Beispiel die Uhren und die sieben Glocken des Kirchturms. Besonders symbolträchtig ist die Christusglocke, die 1998 von Hans August Mark gegossen wurde. „Ich wurde zur Einheit gegossen, aus zwei Glocken der Kirchen von Altdorf und Inden, die dem Braunkohletagebau weichen mussten. Möge diese Einheit auch den Menschen zuteil werden in Jesus Christus“, lautet eine der Glockeninschriften. Auch einige Fenster des aus Inden stammenden Künstlers Paul Franz Bonnekamp hat der Architekt des Gemeindezentrums, Heinz Döhmen, in die neue Kirche integriert. Hinzu kommen wertvolle Reliquien, Kirchenbänke, Bodenplatten und vieles mehr. Die Orgel hingegen, von deren raumfüllenden Klang sich die „Kult(o)ur“-Besucher vor Ort überzeugen konnten, wurde zusammen mit der Kirche neu erbaut.

Betritt man die moderne Kirche, so fallen einem all diese Dinge nicht unmittelbar auf. Zunächst zieht das strahlende Blau des Kirchenraums die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Unweigerlich führt es den Blick des Besuchers in den sich nach oben hin öffnenden Raum. Es ist „die Farbe des Himmels, die Farbe, die schon in hohem Maße den Tempel in Jerusalem auszeichnete, die Farbe, die intensive Nähe und sich entziehende Distanz andeutet, die zugleich Nähe und Ferne Gottes symbolisiert und uns ausgewogen zu ehrfürchtiger Scheu und zu liebender Verehrung anzieht, die Farbe, die Gottes entzogene Ewigkeit und zugleich dauernde liebende Gegenwart ausdrückt“, so Bischof Heinrich Mussinghoff in seiner Predigt zur Weihe der Kirche über die außergewöhnliche Farbgestaltung des Malers Hans Lerche. Das Katholische Forum bietet fünf weitere „Sonntags-Kult(o)ur“-Termin an.

Der nächste Termin der „Sonntags-Kult(o)ur“ führt die Besucher am 6. April in die Nideggener Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Treffpunkt ist 15 Uhr am Kircheneingang. Interessantes über die Heilige Anna wird es am 27. April ab 15 Uhr bei der Besichtigung der St. Anna-Kirche am Annaplatz in Düren geben. Die alte katholische Kirche in Arnoldsweiler steht im Mittelpunkt der Kult(o)ur am 19. Juli. Treffpunkt ist 16 Uhr am Eingang der Pfarrkirche St. Arnoldus. Die Schlosskirche St. Philippus und Jakobus in Schleiden steht am 31. August ab 15 Uhr auf dem Programm. Zur gleichen Zeit macht die Veranstaltungsreihe auch im Kloster Steinfeld Station. Die Gruppe trifft sich am Eingang der Basilika in Steinfeld.


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