Gedanken zum Jahreswechsel von Landrat Wolfgang Spelthahn

Moderne Technik schafft Arbeit im Kreis Düren
Von Wolfgang Spelthahn [06.01.2008, 16.00 Uhr]

In seinen Gedanken zum Jahreswechsel 2007/08 beschäftigt sich Landrat Wolfgang Spelthahn mit den Herausforderungen der Zukunft im Kreis Düren: Vor allem der Nobelpreis des Jülicher Forschers Prof. Grünberg sei ein entscheidender Impuls nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Wirtschaft.

Landrat Wolfgang Spelthahn

Landrat Wolfgang Spelthahn

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wenn wir uns an das Jahr 2007 erinnern, dann blitzt – in Anlehnung an eine bekannte Zeitungsschlagzeile – vielleicht das auf: „Wir sind Physik-Nobelpreisträger!“ Es ist nicht vermessen zu sagen: Alle Welt hat auf das Forschungszentrum Jülich geschaut, als im Oktober in Stockholm bekannt gegeben wurde, dass Prof. Peter Grünberg für seine Entdeckung des Riesenmagnetowiderstandes mit dem bedeutendsten aller Preise geehrt wird. Durch seine langjährige Forschungsarbeit im Kreis Düren hat Prof. Grünberg unsere Welt verändert. Ihm verdanken wir jene leistungsfähigen Computer, die für uns heute unverzichtbar sind.

Zugleich hat der Professor aber auch den Kreis Düren verändert. Denn manchem ist erst durch seinen Nobelpreis richtig bewusst geworden, dass der Kreis Düren ein Hochtechnologie-Standort erster Güte ist. In Jülich stellen sich schließlich Hunderte Wissenschaftler mit der gleichen Leidenschaft wie der Nobelpreisträger den Herausforderungen der Zukunft und kommen dabei zu wertvollen Erkenntnissen: für die Wissenschaft, für die Wirtschaft und nicht zuletzt für die Menschheit.

Moderne Technologie schafft und sichert Arbeitsplätze – der Kreis Düren ist mit dabei. Unmittelbar neben der äußerst erfolgreichen Filmautobahn bei Siersdorf wird nun nach intensiver Vorbereitung die Nassteststrecke für die Automobilindustrie gebaut. Das Open-Air-Versuchslabor für Fahrwerksspezialisten passt hervorragend in unsere Technologie-Region, in der 2007 zusätzlich breite Brücken zwischen der RWTH Aachen und dem FZJ geschlagen wurden.

Und auch der Nachwuchs kommt nicht zu kurz. Am Gymnasium Haus Overbach in Jülich-Barmen engagiert sich der Kreis Düren bei der Einrichtung eines Science-Colleges. Das ist ein Sprungbrett für naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen und Schüler, denn schließlich fallen Meister nicht vom Himmel.

Wir leben in einem Kreis mit hervorragenden Zukunftschancen. Im Ranking des Wirtschaftsmagazins „Focus Money“ hat der Kreis Düren jüngst die Spitzenposition in der Region erobert. Ausschlaggebend für die gute Platzierung waren die enormen Investitionen des verarbeitenden Gewerbes pro Beschäftigtem. Hier überflügelte der Kreis Düren sogar den bundesweiten Gesamtsieger haushoch.

Das Vertrauen der Wirtschaft in den Standort an der Rur haben 2007 viele Menschen zu spüren bekommen. Die Arbeitslosenzahlen sind deutlich gesunken und liegen nun sogar unter dem Landesdurchschnitt. Dank unserer job-com finden zunehmend auch Langzeitarbeitslose wieder Stellen, schöpfen Mut und Zuversicht. Das ist eine rundum erfreuliche Entwicklung, die uns hoffentlich auch 2008 begleitet.

Die EuRegionale 2008 steht vor der Tür und lässt uns ganz weit in die gute Zukunft blicken: Wenn der Tagebau Inden um das Jahr 2030 ausgekohlt ist, soll dort ein See entste-hen. Im Rahmen des NRW-Wettbewerbs der Regionen wurden 2007 schon viele Akzente für die künftige Freizeitnutzung gesetzt. 2008 wird nun der stählerne Indemann errichtet, mit 45 Metern Höhe ein weithin sichtbares Wahrzeichen für den landschaftlichen Wandel des indelandes. Der einmalige Aussichtsturm samt Infocenter und Gastronomie wird zu einem Touristenmagnet für Menschen aus nah und fern. Als Botschafter des indelandes wird der Indemann ihnen auch vor Augen führen, wie vielfältig das Indesche Meer unsere Region beleben wird.

Als Alleinstellungsmerkmal in NRW hat der Nationalpark Eifel die Erwartungen erfüllt, die an ihn geknüpft waren. Immer mehr Menschen streben ins Grüne, um sich zu erholen und die Natur bewusst zu erleben. Der Nationalpark zeigt: Man muss Angebote schaffen, um Menschen zu begeistern. Das ist aber manchmal gar nicht so einfach, wie sich in punkto Dienstleistungszentrum Nideggen zeigt. Doch unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt: Erst vor wenigen Tagen hat das Land eine Förderzusage gegeben, so dass auf dem Gelände des ehemaligen Hauses der Familie ein Nationalparktor, eine Ausbildungsstätte für Gastronomiefachkräfte sowie als dritter Baustein der Neubau der Nideggener Jugendherberge entstehen können.

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Die Kunstakademie dagegen ist auf Burg Hengebach bestens aufgehoben. In ihr sollen schon Mitte 2008 erste Kreativkurse stattfinden. Die Akademie wird der Region auch wirtschaftlich gut tun, denn schließlich übernachten die Teilnehmer bei uns – ein Kontrapunkt zum vorherrschenden Naturpark-Tagestourismus.

Auf gutem Wege sind auch das Schwimmleistungszentrum samt Strömungskanal und das Jugendgästehaus in Jülich. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal des Kreises Düren wird der Komplex für Belebung im nördlichen Kreisgebiet sorgen. Besonders erfreulich ist, dass wir in guten Gesprächen mit den Forschungszentrum Jülich stehen, was die Errichtung von Apartments für seine Gäste in dieser Anlage angeht.

„Kreis Düren – wir machen das!“ Dieser Slogan, der seit 2007 für ein Plus an Service und Bürgerfreundlichkeit im Kreishaus steht, trifft exakt auf unser innovatives PPP-Modell zu. Gemeinsam mit einem Partner aus der Privatwirtschaft investiert der Kreis Düren über 22 Millionen Euro in drei seiner Schulen. Die Um- und Erweiterungsbauten sind derzeit im vollen Gange, 2008 wird Einweihung gefeiert. Alle Vorhaben parallel zu verwirklichen war nur möglich, weil viele Hände zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler an einem Strang gezogen haben.

Nachdem der Kreis Düren aus dem Stand heraus eine so erfolgreiche Seniorenarbeit auf die Beine gestellt hat, wird diese 2008 intensiviert. Wir nehmen den demographischen Wandel ernst und werden zusätzliche Angebote schaffen. Wertvolle Impulse für lebenslange Lebensqualität im ländlichen Raum hat unsere jüngste Zukunftskonferenz gegeben - wir bleiben hier am Ball. Zusätzlich legen wir im neuen Jahr einen Schwerpunkt auf Familien. Ein kreisweites Bündnis für Familien ist bereits in Vorbereitung, ebenso ein Aktions-programm mit vielen Beiträgen zur Stärkung von Familien im Kreis Düren. Um dieses wichtige Vorhaben zu verwirklichen, soll eine neue Stelle „Pro Familien im Kreis Düren“ im Kreishaus geschaffen werden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! 2007 war ein arbeits- und ereignisreiches Jahr. Unse-re „Rurwelle“ ist um einen landesweit einzigartigen Textilwellness-Bereich gewachsen, die ersten Jugendlichen haben ein Semester in unserem US-Partnerkreis Dorchester County verbracht, wir haben als erster Kreis landesweit das Neue Kommunale Finanzmanagement mit einem Doppelhaushalt eingeführt. Vieles wurde im abgelaufenen Jahr bewegt, und es bleibt noch viel zu tun. Allen, die sich zum Wohle des Kreises Düren eingesetzt haben, danke ich an dieser Stelle herzlich. Mögen sich auch 2008 wieder viele Menschen mit Ideen und Tatkraft für unser Gemeinwesen engagieren! Kreis Düren - Wir machen das!

Ihnen persönlich wünsche ich für das Jahr 2008 Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!

Ihr Landrat Wolfgang Spelthahn


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