Verkehrssicherheit

RWTH testet Rüttelstreifen im Kreis Düren
Von Redaktion [08.11.2007, 17.53 Uhr]

Landrat Wolfgang Spelthahn (v.l.), Prof. Bernhard Steinhauer und Alfred Sebastian (Landesbetrieb Straßenbau NRW) erläuterten den Praxistest an der L 275 bei Morschenich.

Landrat Wolfgang Spelthahn (v.l.), Prof. Bernhard Steinhauer und Alfred Sebastian (Landesbetrieb Straßenbau NRW) erläuterten den Praxistest an der L 275 bei Morschenich.

Weil Autofahren eine sitzende Tätigkeit ist, bei der das menschliche Gehirn durchaus auf Sparflamme laufen kann, ist es so gefährlich. Die brachliegenden Denkkapazitäten nutzt man am Steuer gern für ganz andere Dinge – und seien es Träumereien. Das kann ins Auge gehen.

Das Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen testet derzeit eine Maßnahme, um abge-lenkte Autofahrer vor Unfallhäufungspunkten wieder auf den Boden der Straße zu holen: Im Auftrag des Bundesverkehrsministers werden an drei Stellen im Kreis Düren so genannte Rüttelstreifen auf der Fahrbahn montiert. Quer zur Fahrtrichtung angebracht, lassen sie den Wagen beim Überfahren vibrieren und entlocken den Reifen ein Pfeifen. „Je schneller man fährt, umso lauter ist das Geräusch“, erläuterte Institutsleiter Prof. Bernhard Steinauer den Hallo-Wach-Effekt beim Ortstermin an der L 275 zwischen Morschenich und Buir vor der Presse.

Kaum 1000 Euro hat das Aufbringen der aufgerauten Streifen gekostet, die auf freiem Feld in einer Tempo 70-Zone vor einer gefährlichen Kurve warnen. Erst zwei, dann drei, dann fünf – das sollte zum Wachrütteln reichen.

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Eine der "Rüttelstrecken"

Eine der "Rüttelstrecken"

Nun geht es den Wissenschaftlern der RWTH um den Vorher-nachher-Effekt. Durch Ge-schwindigkeitsmessungen soll in den nächsten Wochen überprüft werden, ob die geschüt-telten Fahrer so gerührt sind, dass sie den Gasfuß lupfen. Tempokontrollen wird es bis ins Jahr 2008 hinein geben, um auch zu längerfristigen Ergebnissen – Stichwort Gewöh-nungseffekt - zu kommen. Dabei handelt es sich aber um eine rein wissenschaftliche Da-tenerhebung, zur Kasse wird niemand gebeten.

„Obwohl jetzt wieder über ein generelles Tempolimit auf Autobahnen diskutiert wird, sind es die Landstraßen, auf denen die meisten schweren Unfälle passieren. Deshalb sind wir im Kreis Düren sehr froh, wenn bei uns eine Technik erprobt wird, durch die Menschen vor Schaden bewahrt werden können“, begrüßte Landrat Wolfgang Spelthahn den „Feldversuch“. Rüttelstreifen werden auch auf der B 399 zwischen Großhau und Gey sowie auf der B 477 zwischen Eggersheim und Lüxheim getestet. Sollten sie halten, was sich die Wissenschaftler von ihnen versprechen, könnte vom Kreis Düren aus ein Rütteln durch die Republik gehen.


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