Werkstatt-Schau von Oidtmanns
150 Jahre Glasmalerei in Linnich – Ausstellung und Konzert
Von Redaktion [17.10.2007, 18.14 Uhr]
Seit 150 Jahren gibt es die Tradition der Glasmalerei in Linnich. Gegründet wurde sie von den Urvätern Oidtmanns, deren Ahnen noch heute ihre Werkstatt am Ort haben. Eine Ausstellung widmet ihnen das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich ab 20. Oktober. Am Tag der Eröffnung gastiert außerdem das Wiener Glasharmonika-Duo zu einer Matinee im Museum.
Die älteste Glasmalereiwerkstatt Deutschlands wurde 1857 vom Landarzt Dr. med. Heinrich Oidtmann in Linnich gegründet. Die kleine Manufaktur entwickelte sich durch Forschung und Anwendung innovativer Techniken auf dem Gebiet der Glasmalerei schnell zu einem weltweit geschätzten Unternehmen.
Dr. med. Heinrich Oidtmann erhielt Auszeichnungen auf den Weltausstellungen unter anderem in Paris, Wien, London und Sydney. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Erneuerung der Glasmalerei mit dem Namen Johan Thorn Prikker verbunden. Dieser löst durch das mosaikartige Zusammenfügen von Buntglas und Bleirute in einer zeitgenössischen Formensprache die im Historismus praktizierte Malerei auf Glas ab. Auch die Werkstatt Dr. Heinrich Oidtmann nimmt diesen neuen Ansatz in der Glasmalerei frühzeitig auf und trägt damit entscheidend zur Förderung einer modernen Glaskunst bei.
Die Ausstellung im Deutschen Glasmalerei-Museum Linnich zeigt bis 24. Februar 2008 anhand von zahlreichen Exponaten und Dokumenten einen Überblick über die Entwicklung der Linnicher Glasmalereiwerkstatt Dr. Heinrich Oidtmann zwischen Tradition und Moderne. Ein gesondertes Programm wird von der Firma Oidtmann herausgegeben. Die Eröffnung wird am Samstag, 20. Oktober, ab 16 Uhr gefeiert.
![]() Das Wiener Glasharmonika-Duo gastiert im Linnicher Museum. |
Zu einer Matinee wird außerdem am Sonntagmorgen, 21. Oktober, um 11 Uhr geladen. Dann gastiert das Wiener Glasharmonika-Duo im Museum. Nach 150 Jahren der Vergessenheit wird die Glasharmonika heute wieder nach historischem Vorbild gebaut. Die Glasharmonika besteht aus Glasschalen, die auf einer rotierenden Achse befestigt sind. Das Instrument, dessen einzigartige gläserne Klangvariationen schon Johann Wolfgang Goethe als „das Herzblut der Welt“ beschrieb, reizte in der Vergangenheit zahlreiche Komponisten. In Gaetano Donazettis Oper „Lucia di Lammermoor“ übernimmt die Glasharmonika den Part des Alter Ego der Lucia; Wolfgang Amadeus Mozart widmete sein letztes Kammermusikwerk (KV 618) der Glasharmonika.
Vor mehr als 10 Jahren entdeckte Christa Schönfeldinger das historische Instrument für sich und erarbeitete in jahrelangem Selbststudium eine virtuose Spieltechnik. Einen kongenialen Partner der Glasharmonika stellt das Verrophon dar, ein aus Glasröhren bestehendes Instrument, das von Gerald Schönfeldinger gespielt wird. Auf dem Konzertprogramm in Linnich stehen Werke u.a. von Mozart und Satie.
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