Drei Jahre Verhandlungen

Dürener Landrat verärgert über geplatzte Förderung
Von Redaktion [07.09.2007, 18.26 Uhr]

Der Plan, auf dem Geländes des ehemaligen Hauses der Familie in Nideggen ein touristi-sches Dienstleistungszentrum zu etablieren, ist wohl gescheitert.

Der Plan, auf dem Geländes des ehemaligen Hauses der Familie in Nideggen ein touristi-sches Dienstleistungszentrum zu etablieren, ist wohl gescheitert.

„Wir haben das Gefühl, veräppelt worden zu sein.“ Landrat Wolfgang Spelthahn machte aus seiner Verärgerung über das Verhalten des NRW-Wirtschaftsministeriums keinen Hehl. Nach fast drei Jahren intensiver Verhandlungen und vielen Abstimmungsgesprächen zog das Haus von Ministerin Christa Thoben dem geplanten Dienstleistungszentrum im ehemaligen Haus der Familie in Nideggen den Boden unter den Füßen weg. Statt mit 2,5 Millionen Euro will sich das Land nur noch mit rund 600.000 Euro an dem Vorhaben beteiligen.

Das ist die Summe, mit der das Land das Nationalparktor fördert, ein weiteres Informati-onszentrum für Eifeltouristen. Für das geplante Euregionale Ausbildungszentrum für das Gastgewerbe, das die Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung (DGA) betreiben sollte, gibt es – entgegen bisheriger Ankündigungen – nun kein Geld aus Düsseldorf. Damit hat sich das ehrgeizige Vorhaben, vier Elemente unter einem Dach zu vereinen und so Synergien zu erzeugen, wohl zerschlagen. Neben den beiden genannten Bausteinen sollte auf dem Villa-Gelände am Rande des Eifelstädtchens bekanntlich der Neubau der Jugendherberge Nideggen entstehen. Außerdem geplant: eine Kunstakademie. Beides Vorhaben, für die nie Fördergelder im Gespräch waren.

Nun kam kurz vor dem Zielstrich das Aus. „Kaum hatten wir eine Hürde gemeistert, hat man uns vor eine neue, höhere gestellt“, berichtete Kreis-Dezernent Dirk Hürtgen vom anstrengenden Endspurt des langwierigen Abstimmungsverfahrens mit dem Wirtschaftsministerium und der Bezirksregierung. Plötzlich seien Punkte bemängelt worden, von denen zuvor nie die Rede gewesen sei.

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„Im April hatte man uns sogar noch grünes Licht für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn gegeben, und heute sollen unsere Antragsunterlagen untauglich sein?“, schüttelt er den Kopf. Nicht auszudenken, wenn man schon mit dem Bau begonnen hätte. „Man hat mit dem Geld nun offensichtlich etwas anderes vor“, mutmaßt Landrat Wolfgang Spelthahn.

Den plötzlichen Sinneswandel des Ministeriums will der Landrat nicht so einfach hinnehmen. Auch den Stil – die schlechte Nachricht kam zuerst bei der Presse an – rügt er. „Da gibt es noch viel Gesprächsbedarf.“

Doch der Blick geht auch nach vorn: „Nun müssen wir gemeinsam mit dem Jugendher-bergswerk nach einer neuen Lösung für den Neubau suchen.“ Das wirtschaftliche Potenzial von 28.000 Übernachtungen jährlich – trotz des erheblichen Modernisierungsbedarfs sind das fast fünf Prozent Wachstum entgegen dem Trend - will der Landrat nicht so ohne Weiteres aus dem Kreis Düren in Richtung Burg Vogelsang abziehen lassen. „Glücklich“ sei er, dass die Stadt Nideggen sich nun doch zutraue, die 20 Prozent Eigenanteil für das Nationalparktor finanziell zu stemmen. Auch für die Kunstakademie seien andere Standor-te denkbar. Nur das Ausbildungszentrum, das liege derzeit wohl auf Eis.


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