Feuerwehren Hand in Hand

"Großbrand" in Stockheim schnell unter Kontrolle
Von Redaktion [10.08.2007, 18.59 Uhr]

Standen wie ein Mann: Die Feuerwehrleute aus den Kreisen Düren und Euskirchen bei der Großübung.

Standen wie ein Mann: Die Feuerwehrleute aus den Kreisen Düren und Euskirchen bei der Großübung.

Wäre es wirklich ein Ernstfall gewesen, hätten sich die rund 200 Einsatzkräften aus den Kreisen Düren und Euskirchen sicher über jeden Liter Wasser gefreut, der aus den himm-lischen Schleusen auf den Eifelwald niederprasselte. Da es sich bei dem Einsatz der eh-renamtlichen Retter aber um die erste gemeinsame Großübung der beiden Nachbarkreise handelte, wurden Niesel- und Starkregen als "erschwerte Bedingungen" verbucht.

Einen Großbrand, so das Übungsszenario, galt es zu bekämpfen, der aus den rheinland-pfälzischen Wäldern auf Nordrhein-Westfalen zugerollt kam. Die Bewältigung dieser schwierigen Aufgabe erforderte die kreisüberschreitende Zusammenarbeit. Die Bezirksregierung Köln hatte die Feuerwehren aus den Kreisen Düren und Euskirchen über die Leverkusener Leitstelle alarmiert, und so setzte sich am Samstagmorgen ein beeindruckender Tross vom Feuerschutztechnischen Zentrum des Kreises Düren in Stockheim in Bewegung. Ziel der knapp 200 Ehrenamtlichen mit ihren 34 Fahrzeugen war Hellenthal. Der Platz am Fuße der Oleftalsperre war die Sammelstelle für die Bereitschaft II, Abteilung Bezirksregierung Köln. Hier war es Aufgabe von Harald Heinen aus Kall, den Großeinsatz zu koordinieren.

Die konkrete Anforderung an die Feuerwehrleute: Eine etwa drei Kilometer lange Schlauchverbindung galt es aufzubauen, um Wasser aus der Oleftalsperre fast bis an die Bundesstraße 258 zu bringen. Dabei mussten im unwegsamen Gelände des Arenbergischen Forsts rund 100 Höhenmeter überwunden werden. Um den erforderlichen Wasserdruck für die Löscharbeiten zu erzeugen, wurden fünf Pumpen in die Schlauchleitung eingebaut. Unterstützt wurden die Brandbekämpfer von 19 Freiwilligen des Technischen Hilfswerks, die mit sechs Fahrzeugen vor Ort waren.

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Trotz der widrigen Umstände meisterten die Retter aus den beiden Kreisen ihre Aufgabe innerhalb des Zeitsolls. Mit vereinten Kräften war der angenommene Waldbrand schnell unter Kontrolle gebracht. So stimmten der Euskirchener Kreisbrandmeister Udo Crespin und sein kreisdürener Kollege Hans-Jürgen Wolfram am späten Samstagnachmittag in ihrem Fazit überein: "Mit dem Verlauf der Übung können wir sehr zufrieden sein. Es gibt keine Berührungsängste der Kreise, und die Schnittstellen funktionieren."

Vom reibungslosen Zusammenwirken der Rettungskräfte aus den Kreisen Düren und Euskirchen überzeugten sich neben Vertretern der Bezirksregierung auch Kreisdirektor Georg Beyß und Peter Kaptain, Dezernent für Feuerschutz und Rettungswesen des Krei-ses Düren. "Obwohl es eine sehr anspruchsvolle Übung war, wurde der Auftrag schnell und völlig ohne Zwischenfälle erfüllt", würdigte der Kreisdirektor die Gemeinschaftsleis-tung. Dezernent Peter Kaptain unterstrich die Rahmenbedingungen: "Trotz Wochenende und Ferienzeit standen 200 ehrenamtliche Helfer bereit, ohne dass der reguläre Feuer-schutz in den beiden Kreisen darunter gelitten hätte." Und damit nicht genug: "Als die Eh-renamtler zur Übung ausrückten, waren sie noch der Meinung, zwei volle Tage gefordert zu sein. Dass sie trotzdem in so großer Zahl zur Stelle waren, spricht für ihre Motivation."

Übrigens wurde auch die Heimfahrt zur Übung genutzt: Die stattliche Fahrzeugschlange steuerte unterwegs eine öffentliche Tankstelle an, um die Treibstoffvorräte zu ergänzen. Auch das erfordert perfekte Koordination, soll keine wertvolle Zeit vergeudet werden.


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