Bild-Dokumentation

Kreispolizei setzt Videomotorrad gegen Raser ein
Von Redaktion [10.08.2007, 12.54 Uhr]

Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.l.) und Polizeidirektor Werner Eismar (r.) stellten das äu-ßerlich unauffällige Videomotorrad vor, mit dem die Polizei ab sofort im Kreis Düren un-terwegs ist.

Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.l.) und Polizeidirektor Werner Eismar (r.) stellten das äu-ßerlich unauffällige Videomotorrad vor, mit dem die Polizei ab sofort im Kreis Düren un-terwegs ist.

Gas geben, bis der Arzt kommt – im Kreis Düren, speziell der kurvenreichen Eifel, ist das in letzter Zeit immer häufiger der Fall. Nachdem 2006 kein einziger Motorradfahrer auf den Straßen des Kreises Düren zu Tode gekommen war, bezahlten in diesem Jahr bereits drei Zweiradpiloten ihre Leidenschaft für rasante Ausfahrten mit dem Leben. Auch die Zahl der Schwerverletzten liegt mit 16 bereits vor dem Saisonende über der des gesamten Vorjah-res. Überhöhte Geschwindigkeit und riskantes Überholen sind die Hauptursachen für die-se erschreckende Entwicklung.

Ab sofort mischt sich die Kreispolizeibehörde Düren mit ihrem neuen Videomotorrad unter die Ausflügler, um Raser aus dem Verkehr zu ziehen. Dazu wurde die grau-beigefarbene BMW 1200 RT mit einer kaum sichtbaren Kamera unter dem Scheinwerfer und einem Aufnahmegerät im Heckkoffer ausgestattet. Damit lassen sich Verkehrsverstöße im Bild dokumentieren, ohne dass die Beamten von den Verkehrssündern auf zwei oder vier Rä-dern als Polizisten wahrgenommen werden.

"Wir haben viele Klimmzüge gemacht, um dieses Motorrad zu bekommen", berichteten Landrat Wolfgang Spelthahn und Polizeidirektor Werner Eismar im Pressegespräch. Drei Jahre hat es gedauert, bis die 110 PS starke Tourenmaschine endlich in den Fahrzeug-park aufgenommen werden konnte. Landesweit ist es das achte Videomotorrad. Zwei töd-lich verunglückte Motorradfahrer an einem Wochenende nahm die Kreispolizeibehörde zum Anlass, die öffentliche Präsentation ihres gerade ausgelieferten, 30.000 Euro teuren Filmfahrzeuges samt dem Einsatzkonzept vorzuziehen.

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"Endlich können wir den Rasern auf Augenhöhe begegnen, sie filmen und mit ihren lebensgefährlichen Verkehrsverstößen konfrontieren", freut sich Landrat Wolfgang Spelthahn. Davon verspricht sich der Leiter der Kreispolizeibehörde ein deutliches Sicherheitsplus. "Die Raser sollen ruhig wissen, dass wir ein Videomotorrad haben. Wenn sie deswegen langsamer fahren, haben wir unser Ziel erreicht."

Volker Heinen ist neben Gerd Königs und Markus Valder einer der drei Beamten, die für den höchst anspruchsvollen Einsatz auf der BMW ausgebildet wurden. In einem zehntägi-gen Seminar wurden der 47-Jährige, der seit 20 Jahren auch privat Motorrad fährt, und seine ebenfalls erfahrenen Kollegen geschult. Raser verfolgen, ohne sie zu bedrängen, sie an einer geeigneten Stelle – meist in geschlossener Ortschaft – überholen und anhalten, lautet der Auftrag des Trios. Das erfordert Nervenstärke.

"Auch wenn man gerade mit 200 km/h über die Landstraße gefahren ist, muss man im Gespräch mit dem Ertappten ruhig und sachlich bleiben", beschreibt Volker Heinen neben der fahrerischen eine weitere Herausforderung. Die Polizei hat sich gegen eine 300 km/h-Rakete und für den bis zu 230 km/h schnellen BMW-Tourer entschieden, um den drei Be-amten einen akzeptablen Dauerarbeitsplatz zu bieten. Polizeidirektor Werner Eismar: "Na-türlich wollen wir die Raser an Ort und Stelle mit ihrem Fehlverhalten kontrollieren. Doch selbst wenn das nicht möglich sein sollte, können wir Fahrer anhand von Kennzeichen und Kombi im nachhinein identifizieren und zur Rechenschaft ziehen."

In der Region sind in diesem Jahr schon zehn Motorradfahrer tödlich verunglückt. Neben den drei Opfern im Kreis Düren gab es fünf weitere im Kreis Aachen und zwei im Kreis Euskirchen zu beklagen.


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