Aus dem Polizeibericht

Schlacht in Aachener Supermarkt
Von Redaktion [14.05.2005, 15.02 Uhr]

Statt Schnäppchen gab´s Schmerzen. Eine blutige Hand, ein Hämatom in der Ferse und ein paar wüste Beschimpfungen. So liest sich nicht die Bilanz eines Verkehrsunfalls, sondern ein anormaler Einkauf in einem Aachener Supermarkt. Ursächlich war der Streit um eine neu aufgemachte Kasse. Den dann anschließenden Run auf dieses freie Transportband kennt jeder Konsument. An ausgesprochenen Schnäppchentagen werden hier zum Teil nicht erwartete sportliche Höchstleistungen erbracht. Selbst von Leuten, die augenscheinlich als gehandicapt gelten oder sich zum Einkauf eh ruhigere Zeiten aussuchen könnten. Genau bei diesem beschriebenen Run kam es zum Exzess.

Ein Pärchen legte die Ware auf das jungfräuliche Band. Sehr zum Missfallen eines Mannes, der diesen Wettbewerb nicht für sich entschieden hatte. Anstatt Fairplay walten zu lassen, schubste er die Ehefrau des Champions mit dem Einkaufswagen beiseite, ließ aber beim Bezahlen den Siegern den Vortritt. Schließlich schafften es die Eheleute ohne nennenswerten Zwischenfälle, düsteres Gemurmel begleitete sie, bis zum eigenen Auto.

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Mit dem Zurückbringen des Einkaufswagens wurde die zweite Runde eingeläutet. Im Einkaufswagenport rammte der Verlierer seinen Einkaufswagen mit voller Wucht in die Ferse der Frau. Sie schrie darauf hin laut auf und erhielt sofort Unterstützung von ihrem herbeieilenden Mann. Der erklärte kurz, dass es so nicht gehe und untermauerte dies mit einem Schlag ins Gesicht seines Gegenübers. Dabei traf er den Kontrahenten jedoch so unglücklich an den Zähnen, dass er sich selbst eine stark blutende Schnittwunde an der Schlaghand zuzog. Auf die Auseinandersetzung aufmerksam geworden, eilten mehrere Bedienstete des Unternehmens nach draußen, schlichteten und nahmen erste Wundbehandlungen vor.

Im Zuge dieses erlebten gemeinsamen Schmerzes zeigte der Verursacher Reue und entschuldigte sich bei dem Ehepaar. Denen war aber mehr nach ärztlicher Behandlung zumute. Dort bekamen sie neben Verbänden auch Atteste. Damit gingen sie zur Polizei und erstatten Anzeige gegen den namentlich bekannten Mann. Von dem wiederum haben die Beamten bisher nichts gehört.

Fazit: Das musste ja mal so kommen. Es war immer eine Frage der Zeit, wann die erste Anzeige einer solchen Schlacht auf den Tisch der Polizei landet.


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