Ausstellung bis 22. Juni

Herbert Falken fühlt sich mit Kreisdürener Kunstpreis „sehr geehrt“
Von Redaktion [12.06.2007, 17.07 Uhr]

Dr. h.c. Herbert Falken (2.v.r.) wurde im Leopold-Hoesch-Museum für sein Lebenswerk mit dem Kunstpreis des Kreises Düren ausgezeichnet.

Dr. h.c. Herbert Falken (2.v.r.) wurde im Leopold-Hoesch-Museum für sein Lebenswerk mit dem Kunstpreis des Kreises Düren ausgezeichnet.

Die Schar der Gratulanten wollte kein Ende nehmen. Immer wieder schüttelte Dr. h.c. Herbert Falken Hände, signierte Ausstellungskataloge. "Ich bin ein einfacher Mitbürger und möchte hier ohne große Aufmerksamkeit leben und arbeiten", sagte der 75-jährige Kreuzauer Künstler und Priester im Ruhestand. "Aber ich hoffe schon, dass man das in der Nachbarschaft mitbekommt, denn dieser Preis ehrt mich sehr", schob er verschmitzt hinterher.

Dieser Preis – das ist der mit 5000 Euro dotierte Kunstpreis des Kreises Düren. Um dem Wahl-Kreuzauer Falken diese Auszeichnung zu erkennen zu können, hatte der Kreis Dü-ren eigens die Vergaberichtlinien geändert. So wurde nach Volker Saul und Julia Seiden-sticker bei der dritten Preisverleihung erstmals ein Künstler für sein Lebenswerk ausge-zeichnet. "Einer, der auf ein sehr reiches Oeuvre und große Erfolge zurückblicken kann, der weltweit in Ausstellungen präsent ist", wie Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, ehemaliger Leiter des Rheinischen Landesmuseums in Bonn, in seiner Laudatio im Leopold-Hoesch-Museum vor rund 250 Zuhörern feststellte. "Ohne Malen wirst Du verrückt und ohne Glau-ben erst recht", zitierte Zehnder einen Ausspruch Falkens, den er als den "bedeutendsten deutschen spirituellen Maler der Gegenwart" bezeichnete.

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Die Bilder Falkens, der 1932 in Aachen geboren wurde, Kaufmannsgehilfe war, bevor er Theologie studierte und 1964 zum Priester geweiht wurde, sind nicht leicht verdaulich. Seine Werk seien in starkem Maße dialogfähig, herausfordernd und kontemplativ zugleich, stellte Zehnder fest. Und weiter: "Wer sich auf seine Kunst einlässt, nimmt mehr bohrende und lang wirkende Fragen als schnelle Antworten wahr, denn Falken gehört nicht zu den Künstlern, die Themen leichthin abarbeiten und die Bilder dann bei ihren Galeristen ablie-fern."

Die Katholische-Theologische Fakultät der Universität Bonn hat Herbert Falken 1998 die Ehrendoktorwürde verliehen. Bis 2004 war er als Pfarrer in Stolberg-Schevenhütte seel-sorgerisch tätig. Obwohl er jetzt für sein Lebenswerk mit dem Kunstpreis des Kreises Dü-ren ausgezeichnet wurde, sah Landrat Wolfgang Spelthahn, Vorsitzender der aus Fach-leuten und Kommunalpolitikern bestehenden Jury, dies nicht als abschließend Würdigung an. "Sie sind auf der Höhe Ihres künstlerischen Schaffens", wünschte er Falken Gesund-heit und weiterhin viele Jahre kreativer Unruhe in seinem Atelier in Langenbroich, wo der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll einst sein Nachbar war.

Über das Preisgeld hinaus ermöglichte die Sparkasse Düren erneut den Druck eines Aus-stellungskatalogs, der die Schau im Leopold-Hoesch-Museum begleitet. Falkens Werke sind dort bis zum 22. Juni zu sehen. Es ist die letzte Ausstellung vor der Renovierung und Erweiterung des renommierten Hauses, das im April 2009 wiedereröffnet werden soll.


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