Integrationskurs-Teilnehmer gaben Wünsche an Thomas Rachel (MDB) weiter

Aldenhoven: Das Bedürfnis nach mehr Unterricht
Von gre [04.06.2007, 18.11 Uhr]

Ganz genau wollte es Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel von den Beteiligten wissen. (v.l.) Lehrerin Susanne Wild und deren Schülerinnen Ihrane Alija und Nacije Acar. Foto Greven

Ganz genau wollte es Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel von den Beteiligten wissen. (v.l.) Lehrerin Susanne Wild und deren Schülerinnen Ihrane Alija und Nacije Acar. Foto Greven

„Der oder die Wandschrank, der oder die Schrankwand.“ Das ist die Frage, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Sprach-Integrationskurs beschäftigte. Neun Frauen, überwiegend aus der Türkei, und ein Marokkaner bemühen sich gemeinsam, die deutsche Sprache zu erlernen. Seit dem 8. Januar 2007 läuft ein solcher Kurs der Volkshochschule des Kreises Düren in einem Raum der Evangelischen Kirche. Viermal wöchentlich an jeweils fünf Unterrichtsstunden sitzen die jungen Leute mit ihren Lehrerinnen Susanne Wild oder Frau Schulte zusammen und erarbeiten sich förmlich diese Sprache, deren Beherrschung für einen in Deutschland lebender Ausländer auf Dauer unerlässlich ist. Mit Hilfe von Praxis bezogenen, bebilderten Lehrbüchern fällt es leichter, die deutsche Sprache zu erlernen.

Staatssekretär Thoma Rachel aus dem Bildungs- und Forschungsministerium war am Mittwochmorgen in Aldenhoven zu Gast, wo er sich von Lehrmethode und Lernstand überzeugen konnte. Zu den einfacheren Dingen gehörte beispielsweise das Benennen der Möbel und Haushaltsgegenstände, wenn es da nicht die unterschiedlichen Artikel geben würde. Schwieriger war es schon, ein Zeitungsinserat mit all seinen Abkürzungen zu verstehen oder gar selbst zu entwickeln.

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600 Stunden dauert ein solcher Integrationskurs, den das Zuwanderungsgesetz seit dem 1. Januar 2005 für das Erlernen der deutschen Sprache vorgeschrieben hat. An dessen Ende steht die Sprachprüfung „Zertifikat Deutsch – Niveau B 1“. Diese Prüfung ist die Voraussetzung für eine mögliche Einbürgerung. Die eigentliche Motivation für die jungen Frauen, die zum Teil seit acht und mehr Jahren in Deutschland leben, ist weniger die Gesetzesvorschrift, sondern das Bedürfnis, mit ihren Kindern deutsch zu sprechen oder ihnen bei schulischen Problemen helfen zu können. Bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein.

In einem anschließenden Gespräch mit Thomas Rachel, den Vertretern der VHS, Friedhelm Esser, Doris Peitz, Susanne Wild, den Kursteilnehmerinnen Ihrane Alija aus dem Kosovo und Nacije Acar aus der Türkei und dem evangelischen Pfarrer Charles Cervigne wurden so einige Probleme angesprochen, die sich aus der Umsetzung der Integrationsbemühungen ergeben. Beipielsweise wurde die Schwierigkeit herausgestellt, die sich in Kursbesetzungen mit unterschiedlichen Ausgangsstandards ergeben können. In ländlichen Gebieten sind diese nur schwerlich zu beheben. Cervigne erinnerte daran, dass eine ortsnahe Unterrichtung von besonderer Wichtigkeit sei, viel wichtiger als eine Differenzierung.

Übereinstimmung bestand darin, dass 600 Stunden im Durchschnitt kaum ausreichen werden. Eine Aufstockung auf 900 Stunden sei schon wünschenswert. Allgemein wurde es als lobenswert empfunden, dass in Aldenhoven ein erster Schritt auf diesem Gebiet getan worden ist. Es besteht die Hoffnung, dass die ersten Absolventen Multiplikatoren für die Besetzung künftiger Kurse sein werden.


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