Verwaltung sieht viele Vorteile im PPP-Model

Schulerweiterungen im Kreis Düren werden fremdfinanziert
Von Redaktion [20.04.2007, 12.03 Uhr]

Aufbruch in das PPP-Zeitalter: Vertragsunterzeichnung der Partner Hermann Kirchner Projektgesellschaft – Jürgen Siegel und Dr. Marion Henschel-Bätz – und Kreis Düren – Landrat Wolfgang Spelthahn und Dezernent Peter Kaptain (v.l.)

Aufbruch in das PPP-Zeitalter: Vertragsunterzeichnung der Partner Hermann Kirchner Projektgesellschaft – Jürgen Siegel und Dr. Marion Henschel-Bätz – und Kreis Düren – Landrat Wolfgang Spelthahn und Dezernent Peter Kaptain (v.l.)

PPP – Public-Private-Partnership – wirkt wie ein Zauberspruch: Der Vertrag, den Landrat Wolfgang Spelthahn und Kreis-Dezernent Peter Kaptain sowie die Geschäftsführer der Hermann-Kirchner-Projektgesellschaft am Mittwoch unterzeichneten, beschert dem Kreis Düren mit einem Schlag viele Vorteile: Er kann drei seiner Schulen gleichzeitig optimieren und spart obendrein Geld. So werden die Bauarbeiten am Berufskolleg Jülich, der Ste-phanusschule in Selgersdorf sowie der Erich-Kästner-Schule in Düren noch in diesem Jahr beginnen, womöglich sogar vor den Sommerferien.

Ohne PPP – zu deutsch: Partnerschaft zwischen der öffentlichen Hand und der Privatwirt-schaft – hätte der Instandhaltungs- und Erweiterungsbedarf nur nach und nach abgearbei-tet werden können. Nun muss sich also kein Schüler über Gebühr gedulden, bis die Lern-bedingungen in seiner Schule wieder optimal sind. Zudem rechnet der Kreis dank PPP mit einer Kosteneinsparung in Höhe von gut sieben Prozent.

Kein Wunder also, dass Landrat Wolfgang Spelthahn strahlte, als er Dr. Marion Henschel-Bätz und Jürgen Siegel, Geschäftsführer der Projektgesellschaft aus Bad Hersfeld, und Dezernent Peter Kaptain, unter dessen Federführung der Kreis Düren das ihm bis dato unbekannte PPP-Terrain beschritten hatte, zur Unterzeichnung der Dokumente bat. "Wir schlagen heute ein neues Kapitel auf", stellte der Landrat fest und dankte allen, "die sich in den beiden vergangenen Jahren in Sachen PPP fortgebildet haben": dem Gebäudema-nagement der Kreisverwaltung, den Schulleitern und nicht zuletzt den Vertretern der Kreis-tagsfraktionen. Mit externer Beratung wickelte man die europaweite Ausschreibung der gewünschten PPP-Leistungen ab, um am Ende die Kirchner-Holding, Familienunterneh-men in dritter Generation, für sich zu gewinnen. Der deutsche PPP-Pionier hatte das beste Angebot unterbreitet.

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Auf 25 Jahre ist die Partnerschaft angelegt, für die Kirchner eigens eine Tochtergesell-schaft gegründet hat, die PPP Schulen Kreis Düren GmbH. Als Projektleiter werden Frank Hildebrandt und Lars Sittauer im Kreis Düren tätig sein. Sie bringen die Erfahrungen aus der Stadt Monheim mit, in der Kirchner seit drei Jahren mit großem Erfolg zwölf Schul-standorte betreibt. "Das war das erste derartige PPP-Modell in NRW und gilt als Vorzeige-projekt in Deutschland", wie Dr. Marion Henschel-Bätz, Enkelin des Firmengründers Her-mann Kirchner, zu berichten wusste. 390 Millionen Euro Umsatz erzielte das Unternehmen 2006 mit seinen 1600 Mitarbeitern.

An den drei kreiseigenen Schulen sind Erweiterungen nötig, teils auch Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten. Kirchner wird diese drei Baustellen nun parallel abarbeiten, wo-von, wie Geschäftsführerin Dr. Marion Henschel-Bätz sagte, auch die heimische Bauwirt-schaft profitieren soll. Ende 2008, so ist es geplant, werden erneut die Sektgläser klingen, wenn die Arbeiten beendet sind und die lange Betriebsphase beginnt. Als Immobilien-dienstleister übernimmt Kirchner ab dem 1. Mai die Bewirtschaftung des Berufskollegs Jülich und der Stephanusschule in Selgersdorf, während die Erich-Kästner-Schule, Teil des Schulzentrums Athenée Royal, weiterhin vom Gebäudemanagement des Kreises Dü-ren geführt wird. Kirchner setzt auf nachhaltige Bewirtschaftung; hohe Aufenthaltsqualität für Schüler und Lehrer und Gesamtkostenoptimierung sollen in Einklang gebracht werden. Für all diese Leistungen erhält Kirchner regelmäßige Zahlungen aus dem Kreishaushalt, die unter dem Strich aber geringer sein werden, als wenn der Kreis seine Pflichtaufgaben nach bisheriger Art in Eigenregie erledigen würde.

"Pädagogische Arbeit muss unter den besten Rahmenbedingungen stattfinden. Indem wir die an den drei Schulen nun sehr schnell herstellen, tragen wir ein Stück dazu bei, die Zu-kunftsfähigkeit des Kreises Düren im härter werdenden Wettbewerb der Kreise und Regi-onen zu sichern", wertete Landrat Wolfgang Spelthahn den gelungenen Einstieg ins PPP-Zeitalter als Meilenstein.


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