Stück zum zum Lachen, Schweigen und Nachdenken

"Wilder Panther, Keks!" 2008 im Dürener Südkreis
Von Redaktion [10.03.2007, 14.44 Uhr]

Szene aus "Wilder Panther, Keks!"

Szene aus "Wilder Panther, Keks!"

"Parademarsch, Parademarsch, Loch im Arsch!" Stolz wie Oskar marschiert Mäxchen mit seiner neuen Trommel am Bühnenrand auf und ab. "Parademarsch, Parademarsch, Loch im Arsch!" Doch dann ist Schluss. Seinem Vater ist das Getrommel zu laut, seine Mutter will, dass er das fiese Wort nicht mehr in den Mund nimmt. Sie bitten Max, sie fordern ihn auf, schließlich wird geschimpft. Das Resultat: Für Max endet sein fünfter Geburtstag mit Frust. Ein Gefühl, dass sich wie ein roter Faden durch sein Leben ziehen wird. Enttäu-schungen, Selbstzweifel, Versagensängste – für das ungute Gefühlsgebräu hat Max einen Namen parat: das "Loch". Und Löcher gibt es viele für den Max im Theaterstück "Wilder Panther, Keks!".

Fast 300 Schüler verfolgten in der Sporthalle des Berufskollegs Jülich auf Einladung des Kreises Düren und mit Unterstützung der F. Victor Rolff-Stiftung aus Vettweiß-Gladbach, wie der junge Max zu seinen Löchern kommt und wie er seine Löcher zu stopfen versucht. Mit nur vier Schauspielern und einem Minimum an Requisiten gelang es dem D.a.S. Thea-ter aus Köln, das jugendliche Publikum mit dem Stück aus der Feder von Günter Jankowi-ak gefangen zu nehmen. Dabei war es nicht nur das Thema Selbstfindung eines jungen Menschen im Kräftefeld von Familie, Freundschaft, Liebe, Schule, Drogen, das die Schü-ler ansprach. Auch die Art der Aufführung war bemerkenswert. So springt Maxens Mutter ohne großen Kostümwechsel in die Rollen eines Engels, von Maxens Mitschülerin Jessica und seiner geliebten Lina. Genauso wandelbar sind die beiden anderen Schauspieler, alle stets weiß gekleidet und weiß geschminkt. Allein Max im roten Jogginganzug bleibt immer Max. Doch wer ist Max?

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Max ist ein Jedermann, der nicht will und nicht kann wie er soll. Auf dem Gymnasium zum Beispiel, auf das sein Vater ihn schickt, erleidet er Schiffbruch. In pointierten Szenen entfaltet das Kölner Ensemble Maxens Leben zwischen Hoffen und Bangen, wobei das Nega-tive überwiegt. Aus seinem "Ich enttäusche alle. Keiner kann mich leiden" kann nichts Gu-tes werden. So tröstet sich der jugendliche Max mit Alkohol, Pillen und Drogen. "Die kleinen Helferlein machen das Loch weg!" Das stimmt natürlich nicht. Wer ist schuld an Maxens Misere? Sind es wirklich immer nur die anderen?

Das Stück kommt beim jungen Publikum an. Lachen oder Schweigen sind wohl eine Frage eigener Erfahrungen mit Eltern, Freundschaft, Liebe und Drogen. Am Ende fragt Max die Engel, die das Buch seines Lebens in Händen halten: "Muss ich schon gehen?" "Du darfst!", antworten sie. Damit ist klar, dass er selbst für sich verantwortlich ist.

Schul- und Jugendamt des Kreises Düren planen für das nächste Jahr eine zweite Auffüh-rung von "Wilder Panther, Keks!" im südlichen Kreisgebiet. Schulen können sich als Veranstaltungsort bei der Kreisverwaltung bewerben.


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