Jahresbericht zum regionalen Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote sank 2006 um 20 Prozent
Von Redaktion [20.02.2007, 14.58 Uhr]

Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat sich im Jahresverlauf 2006 deutlich entspannt. Die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreisgebiet Düren ist kontinuierlich zurückgegangen und hat sich seit ihrem Höchststand im Januar mit 16.553 Arbeitslosen bis zum Jahresende mit 13.163 Arbeitslosen um gut 20 Prozent reduziert. „Die anspringende Konjunktur mit einer günstigeren binnen- wie außenwirtschaftlichen Entwicklung hat die Beschäftigungslage in der Region stabilisiert und insbesondere ab Jahresmitte 2006 zu einer deutlichen Entspannung auf dem regionalen Arbeitsmarkt beigetragen. Bezüglich der Neueinstellungen in Betrieben besteht insgesamt jedoch noch Nachholbedarf“, so Dirk Hohenböken, Leiter der Agentur für Arbeit Düren. „Alle derzeitigen Prognosen sprechen für eine anhaltende wirtschaftliche Erholung. Wir gehen deshalb davon aus, dass der positive Trend sich auch noch stärker als bis-her auf die Beschäftigungslage in der Region auswirkt.“

Im Jahresdurchschnitt 2006 waren im Kreis Düren insgesamt 14.745 Menschen arbeitslos, 114 (1 Prozent) Personen mehr als im Durchschnitt des Vorjahres. Die durchschnittliche Ar-beitslosenquote – gemessen an allen zivilen Erwerbspersonen – betrug 11,4 Prozent und lag um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Unter anderem wurde im Berichtsjahr in 688 Fällen die Aufnahme einer abhängigen Beschäf-tigung oder einer selbständigen Tätigkeit finanziell gefördert. In 2186 Fällen wurden darüber hinaus Arbeitslose gezielt gefördert und für eine Arbeitsaufnahme qualifiziert. Hierzu zählen neben Trainings- und Eignungsfeststellungsmaßnahmen auch Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung. Insgesamt ist im Kreis Düren ein herber Arbeitsplatzverluste festzustellen. Seit dem höchsten Beschäftigtenstand 1991 mit fast 77.400 Beschäftigten hat sich die Zahl der Arbeitplätze im Kreisgebiet bis Mitte 2006 um ca. 11 Prozent verringert. Bereits Mitte 2004 wurde erstmals die Marke von 70.000 Beschäftigten unterschritten.

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Die Beschäftigungsverluste seit 1991 betreffen vor allem den produzierenden und verarbei-tenden Wirtschaftssektor. Vor allem der Bergbau, die Energiewirtschaft, das verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe sind hier zu nennen. Der Dienstleistungssektor dagegen hat mit Beschäftigungsgewinnen in Höhe von rund 38 Prozent insgesamt stark zugelegt. Ledig-lich im Handel stagnierte die Beschäftigung mit 8494 Personen knapp unter dem Niveau von 1991, im Kredit- und Versicherungsgewerbe sank die Beschäftigtenzahl um gut ein Viertel auf 1297 Personen.

Bis Ende Juni 2006 waren 69230 Personen beschäftigt; ein gleichbleibender Wert im Vergleich zum Vorjahr.

Der anhaltende Trend zur Dienstleistungsgesellschaft hat die Beschäftigungsstruktur in der Region verändert. Waren Mitte 1991 noch fast 53 Prozent aller Arbeitsplätze im Primären und Sekundären Wirtschaftssektor angesiedelt, so hat sich dieser Anteil bis Mitte 2006 auf 37 Prozent verringert.

Die günstigere wirtschaftliche Entwicklung bewirkte eine Stabilisierung bestehender Beschäf-tigungsverhältnisse in den Betrieben der Region mit der Folge, dass sich bei der Agentur für Arbeit Düren weniger Menschen arbeitslos meldeten als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus einer Erwerbstätigkeit verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf insgesamt 5974 Meldungen. Demgegenüber blieb die Bereitschaft der Unternehmen, neue Arbeitskräfte einzustellen, noch relativ verhalten. Insgesamt konnten die Vermittlungsfachkräfte der Agentur für Arbeit im Jahresverlauf 6047 offene Stellen akquirieren. Das waren 1417 (19 Prozent) Offerten we-niger als ein Jahr zuvor.

Im Bereich der Fertigungsberufe boten sich 2006 insgesamt 2114 Einstellungsmöglichkeiten, im Bereich der Dienstleistungsberufe lagen 1737 Angebote vor. Außerdem suchten Betriebe aus der Landwirtschaft 2034 Arbeitskräfte (überwiegend Saisonkräfte, z. B. Erntehelfer).

Die Statistik belegt eine zunehmend hohe regionale Mobilität der Beschäftigten im Kreis Düren. Mitte 2006 wohnten im Kreisgebiet insgesamt 79.894 sozialversicherungspflichtig Beschäftige, von denen knapp 30.000 (37 Prozent) Personen einen Arbeitsplatz außerhalb des Kreisgebietes hatten. Gleichzeitig pendelten nur 19.335 auswärtige Arbeitnehmer zu einem Arbeitsplatz im Kreis Düren ein. Per Saldo weist der Kreis Düren damit ein Pendlerdefizit von 10.664 Personen aus, das sich gegenüber 2000 um etwa 8 Prozent erhöht hat.

Bevorzugte Arbeitsorte für die Dürener Auspendler sind die Nachbarregionen Kreis und Stadt Aachen, die Stadt Köln sowie der Erftkreis. Von den 19335 Einpendlern kamen die meisten aus den Kreisen Aachen und Heinsberg sowie dem Erftkreis.


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