Kampagne

Kooperation gegen Schwarzfahrer im Kreis Düren
Von Redaktion [20.11.2006, 08.04 Uhr]

Start der Kampagne gegen "schwarzfahren". Foto: DKB

Start der Kampagne gegen "schwarzfahren". Foto: DKB

„Das macht 40 Euro!“, dieser Ausspruch ist bereits einigen Dürener Jugendlichen bekannt, und sie wissen, dass dieser Betrag zu zahlen ist, wenn sie ohne gültigen Fahrschein angetroffen werden, erklärt Helga Schabram, Jugendamt der Stadt Düren aus, „ Die wenigsten wissen jedoch, was noch alles folgen kann: sie riskieren eine Strafanzeige wegen Erschleichen von Leistungen !“ Das ist eine Folge von Schwarzfahren. Aufklären möchten die Dürener Kreisbahn GmbH in Kooperation mit der Rurtalbahn GmbH sowie den Jugendämtern des Kreises sowie der Stadt Düren.

Vielen Jugendlichen ist einfach nicht bewusst, dass etwa jeder Schwarzfahrer der Staatsanwaltschaft gemeldet werden muss. Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt. “Insbesondere bei wiederholtem schwarzfahren oder wenn der Zahlungsweg nicht eingehalten wird, kann es richtig teuer werden und es folgen strafrechtliche Konsequenzen“ erläutert Andreas Caspers vom Jugendamt Kreis Düren. Dies kann dazu führen, dass den Betroffenen durch die Staatsanwaltschaft oder die Jugendrichter Geldbußen, Sozialdienststunden oder sogar Arrest auferlegt werden können,“ erklärt Marco Michels vom Jugendamt der Stadt Düren.

Die Statistiken der Dürener Kreisbahn GmbH sowie der Rurtalbahn GmbH zählen 520 Schwarzfahrer bei der DKB und bei der Rurtalbahn mehr als doppelt so viel, genau 1.290 im Schnitt je Jahr.

Das die Anzahl der Schwarzfahrer bei der Rurtalbahn höher liegt als im Bus mag sicherlich daran liegen, dass der Zustieg in die Rurtalbahn anonymer ist. „Durch die Anonymität in der Bahn gegenüber dem Einstieg im Bus, wo man dem Fahrer noch in die Augen sieht, ist bei einigen die Hemmschwelle deutlich niedriger“, so Carsten Wiezorek, Pressesprecher der Rurtalbahn. Auch bei der Rurtalbahn werden ca. 80 Wochenstunden Kontrolldienst (ca. 40 je Strecke) aufgebracht, doch durch die parallel und in entgegen gesetzten Richtungen fahrend Züge kann es sein, das sich Schwarzfahrer und Kontrolleur nicht begegnen. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der tatsächlichen Schwarzfahrer weitaus höher liegt, denn für viele ist Schwarzfahren keine Straftat“, ergänzt er.

Die Dürener Kreisbahn GmbH geht davon aus, dass zirka ein Prozent aller Fahrgäste „schwarz fahren“. Die Quote ist auch abhängig von der Kontrollintensität. Die Dürener Kreisbahn GmbH wendet rund 40 Wochenstunden für den Kontrolldienst auf, wobei diese in den Spitzenzeiten eingesetzt werden. An Tagen bzw. zu Fahrtzeiten mit geringer Fahrgastintensität ist es für den Busfahrer leichter, die Übersicht über den kontrollierten Einstieg zu regulieren.

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Ein deutliche Verbesserung der Situation ist eingetreten, seid der Zustieg in den Bus nur noch an der vorderen Tür möglich ist. Der „kontrollierte Zustieg“ sorgt dafür, daß der Fahrgastwechsel im Bus zügig und reibungslos abläuft und Gedränge vermieden wird. Das spart Zeit und hilft dem Fahrpersonal die Fahrplanzeit zu halten, auch bei einer großen Menge von Fahrgästen. Ein weiterer Vorteil besteht eben darin, daß das Fahrpersonal direkt beim Zustieg eine Fahrkartenkontrolle durchführen kann. Der Zustieg kann auf diese Weise allerdings nicht hundertprozentig kontrolliert werden. Zum einen gibt es immer wieder Situationen, in denen Fahrgäste auch hinten zusteigen, zum anderen kann der Fahrer beim Blick vorbeigehender Fahrgäste die den Fahrschein vorzeigen, die Gültigkeit nicht immer korrekt einschätzen. Eine Kontrolldiensttätigkeit wird daher auch zukünftig in den Bussen der Dürener Kreisbahn GmbH durchgeführt.

Mit Einführung des neuen School-Plus-Tickets wird die Situation für die Schüler wesentlich erleichtert, da dieses auch für Freizeitwege an Nachmittagen, in den Ferien oder an Wochenenden gültig ist und somit die Gefahr des Schwarzfahrens nicht besteht. Das Ticket ersetzt in den meisten Kommunen Dürens die Schülerjahreskarte und gilt nicht nur für die Wege zwischen Wohnung und Schule, sondern ebenfalls für alle Freizeitfahrten – ganztägig – auch an Wochenenden und in den Ferien – innerhalb des Kreises Düren (als XL-Variante sogar im gesamten AVV). „Bei Schwarzfahrern handelt es sich überwiegend um Jugendliche im schulpflichtigen Alter. Das School-Plus Ticket hat den großen Vorteil, alle Wege der Schüler abzudecken, so daß keine Zusatzkosten für Bus-/Bahnlinienverkehre entstehen und somit die Gefahr des Schwarzfahrens einfach nicht existiert“ erläutert Bernd Böhnke von der Dürener Kreisbahn GmbH. Für die Schüler, die keinen Anspruch auf das School-Plus-Ticket haben gibt es das FunTicket, gültig für Jugendliche unter 18 Jahren und Schüler im AVV-Netz, Mo. – Fr. ab 14 Uhr, Sa. und So. sowie feiertags ganztägig gültig, für 11 € im Abo.

Mit einem neuen Plakat sowie Veröffentlichungen auf den Internetseiten der Kooperationspartner sollen v.a. Jugendliche angesprochen werden, die sich häufig über die Folgen des Schwarzfahrens nicht ganz im klaren sind. Das Plakatmotiv beinhaltet die Abbildung eines Fahrgastes. Die Zeichnung wurde zu durch Alexander Elsen freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt. „Aufklärung ist die beste Prophylaxe!“, so Helga Schabram. Die Plakate werden in den Bussen der Dürener Kreisbahn GmbH sowie in den Fahrzeugen der Rurtalbahn ausgehängt.

„Wichtig ist doch, dass Schwarzfahrer ein Bewusstsein dafür entwickeln, mit ihrem Verhalten die Allgemeinheit zu schädigen. Die nicht realisierten Einnahmen fehlen und letztlich wird das Defizit der DKB durch Steuereinnahmen der Dürener Bürger finanziert. Schwarzfahren ist unfair gegenüber den Mitbürgern und setzt den Gleichbehandlungsgrundsatz außer Kraft“, so Bernd Böhnke, Geschäftsführer der Dürener Kreisbahn GmbH.


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