Brauchtum

Rübenlaternen und Döppekuchen: St. Martin in NRW
Von Redaktion [04.11.2006, 08.15 Uhr]

"Ich geh mit meiner Laterne …" - wenn dieses und andere Lieder auf den Straßen in NRW erklingen, dann sind die Fenster wieder festlich beleuchtet, Lampions und Kinderaugen stahlen um die Wette und allen voran reitet eingehüllt in den großen roten Mantel St. Martin. So vielfältig wie die Laternen, die die Kinder zu Ehren des Heiligen alljährlich basteln, so bunt ist auch das Angebot an Martinszügen und -Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen: Die Palette reicht vom ländlichen Zug über Martinsfeuerwerk und Bonbonregen bis zum närrischen Gänseessen.

Wie anno dazumal leuchten Laternen aus Zuckerrüben den Weg beim historischen Martinszug am 5. November im Freilichtmuseum Kommern in der Eifel. Alt sind dabei auch die Lieder, die die Musikkapellen auf dem Zug durch das festlicht beleuchtete Museumsdorf spielen. Sie haben zum Teil nicht mehr bekannte Martinsmelodien eingeübt. Wer will, kann vor dem Umzug die alten Liedtexte mit den "Dorfschullehrern" einstudieren. Damit die Museumsbäcker ausreichend Wecken backen können, ist für die Teilnahme am Martinszug eine Anmeldung bei „kulturinfoRheinland“ unter Telefon 01805/743465 erforderlich, hier können sich Kinder auch zum Basteln der Rübenlaternen anmelden. Der Eintritt ins Museum ist ab 16 Uhr frei (www.kommern.lvr.de).

Ebenfalls am 5. November erstrahlt das münsterländische Rheine im Glanz der Kerzen, Windlichter, Fackeln und Laternen. Die gesamte Innenstadt steht Besuchern und Bummlern im Rahmen eines Martinsmarktes zum Einkaufen offen. Wer möchte, kann an den zahlreichen Marktständen Nüsse knacken oder kulinarische Köstlichkeiten genießen (Tel.: 05971/54055, www.verkehrsverein-rheine.de).

Über 35.000 Besucher kommen jährlich an den Niederrhein nach Kempen, um einen ganz besonderen Martinszug zu bestaunen. Am 10. November ziehen wieder rund 4.000 Kinder und etwa 15 Musikvereine durch die historischen Gassen der Stadt. Dabei kommen ausschließlich selbst gebastelte Fackeln mit Kerzen zum Einsatz. Das Leuchten der Kerzen wird nur von dem Feuerwerk überstrahlt, das von den Türmen der kurkölnischen Landesburg abgefeuert wird - denn während des Zuges sind die Straßenlaternen und Schaufensterbeleuchtungen ausgeschaltet (www.kempen.de).

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In verschiedenen Stadtteilen von Mülheim an der Ruhr gibt es zu Ehren des heiligen St. Martin außer Umzügen in der Altstadt das traditionelle "Chrubbel Chrabbel", ein Brauch, der auf die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückgeht: Vor dem Tersteegenhaus in der Mülheimer Altstadt wird am 10. November das mölmsche Lied "Ssinter Määtes Vögelsche" abgesungen bis es Bonbons regnet (Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH, Tel.: 0208/9609629). Auch schon Tradition sind die Sankt Martinsführungen durch die Kluterthöhle in Ennepetal. Wenn dort in der "Kirche" die Legende vom Heiligen Sankt Martin aufgeführt wird, kehrt eine besondere Stimmung in den Klutertberg ein. Die Laternen, die die Kinder mitbringen können, dürfen nur mit Batterie ausgestattet sein, offenes Feuer ist hier nicht erlaubt. Die Führungen finden vom 4. bis 12. November statt und dauern jeweils etwa eine Stunde, Karten für den Martinszug einschließlich Stutenkerl nach der Führung können telefonisch unter 02333/98800 bestellt werden (www.kluterthoehle.de).

Einen "Döppekuchen" servieren die Eifeler traditionell an St. Martin. Wer mehr über diesen Brauch in der Eifel erfahren möchte, kann bei "Lebensart-Reisen" eine Pauschale vom 10. bis 12. November buchen: Im Preis von 139 Euro pro Person sind zwei Übernachtungen mit Frühstück, ein Döppekuchen-Kochkurs mit gemeinsamen Essen, die Teilnahme am Martinszug sowie eine geführte Wanderung enthalten (Tel.: 02841/8429, www.lebensart-reisen.de ).

Szenenwechsel - von der beschaulichen Eifel zur imposanten Kulisse des Kölner Domes: Hier formiert sich am 10. November der zentrale Martinsumzug. Mit Laterne und Weckmännern geht es mit dem Heiligen zu Pferde zur Kirche Groß St. Martin. Dort endet der Umzug mit einem großen Martinsfeuer (KölnTourismus, Tel.: 0221/221-30400).

Dass kurz nach St. Martin wieder die närrische Zeit beginnt, das zeigt sich in Aachen. Unter dem Motto "Martins-Gans janz anders" lädt das Karnevalsprinzenkorps des Aachener Karnevalsvereins am 11.11. zur 8. Küchenparty mit dem designierten Karnevalsprinz ein. Die Party mit kulinarischen Spezialitäten und Gänseessen findet im Casino Aachen statt (www.akv.de).

Wer übrigens mehr über den Heiligen erfahren möchte, der findet unter www.martin-von-tours.de Geschichten und Legenden, Erklärungen und Bastelanleitungen. Hier wird auch erläutert, was es mit der Martinsgans auf sich hat und warum das Pferd des Heiligen später kam.


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