Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren über die Ausbildung

Perspektiven für Jung-Bauern im Kreis Düren schaffen
Von Redaktion [30.10.2006, 12.28 Uhr]

„Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln“. Über diesen Spruch kann Franz Josef Kügelgen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren, nur den Kopf schütteln: „Da war noch nie ein Fünkchen Wahrheit dran.“ Gerade wer heute ein erfolgreicher Landwirt sein will, der müsse sein Handwerk schon gelernt haben, erklärt der Landwirt aus Rommelsheim. Da reich-ten die von Vater oder Großvater angeeigneten Fähigkeiten längst nicht mehr aus. Die Zu-sammensetzung der Futterration einer Milchkuh mit genau abgestimmten Eiweiß-, Energie- und Mineralstoffanteilen verlange vom Landwirt viel Wissen und Erfahrung.

Ebenso sei für den erfolgreichen Ackerbauer zwingend notwendig, ausreichende Kenntnisse über Landmaschinentechnik, Pflanzenernährung, Pflanzenschutz oder auch Bodenschutz zu haben. Zudem sei der Beruf des Landwirts mit viel Büroarbeit verknüpft. Nicht nur Hygiene-maßnahmen, eingesetzte Tierarzneimittel, Veränderungen im Tierbestand, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und vieles mehr seien ausführlich schriftlich zu dokumentieren, son-dern als Unternehmer müsse sich der Landwirt selbstverständlich auch mit Buchhaltung, Rechnungs- und Steuerwesen auseinandersetzen.

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Der Beruf des Landwirts sei gerade für junge Menschen auf dem Lande sehr attraktiv, betont der Kreisvorsitzende weiter. Dabei locke vor allem die Vielseitigkeit dieses Berufes. Um die Prüfung abzulegen, müssten die Jugendlichen drei Jahre die Schulbank drücken und auf ei-nem oder mehreren landwirtschaftlichen Meisterbetrieben praktische Erfahrungen gesammelt haben. Im Kreis Düren seien zurzeit 14 Azubis in Ausbildung, berichtet Kügelgen. Die Aus-bildungszahlen seien in den letzten Jahren konstant geblieben. Dies sei schon ein Erfolg, ver-gleiche man die Ausbildungszahlen mit anderen Wirtschaftsbereichen und berücksichtige man den Strukturwandel, den die Landwirtschaft zu verkraften habe, erklärt der Kreisbauernvorsit-zende.

„Das Engagement der jungen Leute muss sich aber auch lohnen“, warnt Franz Josef Kügel-gen, „In der Politik müsse deshalb endlich eingesehen werden, gerade den jungen Landwirten Perspektiven zu geben.“ Es könne nicht sein, dass der bürokratische Wahnsinn stetig zunehme und gleichzeitig die Landwirte mit ihren Produkten auf den freien Weltmarkt geschickt wür-den, wo Tierschutz, Ressourcenschutz und Sozialstandards schlichtweg Fremdworte seien. Wenn die Welthandelsgespräche der WTO wieder aufgenommen würden, müssten endlich im Zusammenhang mit dem freien Zugang auf Märkten auch einzuhaltende Schutzstandards dis-kutiert werden. Schon heute kämen Waren nach Europa und Deutschland, die unter Produkti-onsbedingungen erzeugt seien, die hierzulande längst verboten sind. Das dürfe nicht länger hingenommen werden, fordert der Vorsitzende.


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