Spektakuläre Einweihung und Ausstellungseröffnung

"Dürenlion" aus dem Feuer geboren
Von Redaktion [29.09.2006, 14.15 Uhr]

Das Wappentier des Kreises Düren ist für die Ewigkeit gemacht. Die stolzen Eltern des Löwen vor dem Kreishaus Düren sind (v.r.): Künstler Dieter Patt, Landrat Wolfgang Spelthahn, Käthe Rolfink und Hans Joachim Lenzen.

Das Wappentier des Kreises Düren ist für die Ewigkeit gemacht. Die stolzen Eltern des Löwen vor dem Kreishaus Düren sind (v.r.): Künstler Dieter Patt, Landrat Wolfgang Spelthahn, Käthe Rolfink und Hans Joachim Lenzen.

Der Löwe erblickte das Licht der Welt an einem milden Septemberabend. Lodernde Flammen waren das erste, was er sah. Aber nicht nur deswegen wurde es dem stählernen Wappentier des Kreises Düren warm uns Herz. Kräftiger Beifall von den gut 400 Zeugen seiner Feuergeburt war das erste, was er hörte. Ein überaus herzlicher Empfang. Dabei galt der Applaus nicht ihm allein, sondern auch seinen Eltern.

Geistiger Vater der stattlichen Skulptur vor dem Kreishaus Düren ist Landrat Wolfgang Spelthahn. Von ihm stammt die Idee, den Löwen, den die Jülicher Herzöge einst im Wap-pen führten und der heute für den gesamten Kreis Düren steht, im Alltag augenfällig zu machen. Das gelang dem künstlerischen Vater Dieter Patt mit seinem Entwurf vortrefflich. Nicht aufsteigend, sondern ruhend stellt er den König der Tiere dar, als "waches, mächti-ges Tier, das Böses bannt und Gutes schützt", wie Kunstexperte Prof. Dr. Frank Günter Zehnder es in seiner Laudatio formulierte. Der handwerkliche Vater war an diesem Abend nicht minder stolz auf das Werk. Dipl. Ing. Hans Joachim Lenzen aus Merzenich pro-grammierte den Computer so, dass aus der sechs Zentimeter dicken Stahlplatte millime-tergenau die richtigen Teile herausgeschnitten wurden. Nach fünfstündiger Brennerei war die 2, 60 x 3,60 Meter mächtige Skulptur vollendet. Fehlt die Mutter: einmal mehr Käthe Rolfink, Vorsitzende der Kulturinitiative im Kreis Düren, die das Projekt dank Sponsorenhil-fe ermöglichte.

In der Konzertpause der kölschen Kultband "De Räuber" schritten die Löwen-Eltern auf dem Kreishaus-Vorplatz zur Tat. Mit Pechfackeln setzten sie die schneeweiße Papierum-hüllung des Kunstwerks in Brand. Wie Phönix stieg das Wappentier aus der Asche – gut für manche Gänsehaut und viele Schnappschüsse.

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Bis 3. November sind die Pop-Art-Bilder von Dieter Patt (r.) im Kreishaus in Düren zu sehen. Bei der Vernissage sprachen (v.l.) Käthe Rolfink, Prof. Dr. Frank Günter Zehnder und Landrat Wolfgang Spelthahn

Bis 3. November sind die Pop-Art-Bilder von Dieter Patt (r.) im Kreishaus in Düren zu sehen. Bei der Vernissage sprachen (v.l.) Käthe Rolfink, Prof. Dr. Frank Günter Zehnder und Landrat Wolfgang Spelthahn

"Die Menschen im Kreis Düren haben mit dieser Skulptur etwas, womit sie sich identifizie-ren können", verwies Dieter Patt, im Hauptberuf Landrat des Rhein-Kreises Neuss, auf sein Kunstwerk als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft. "Ich hoffe, dass der Löwe dazu beiträgt, eine Art Kreis-Düren-Begeisterung zu erzeugen", brach Käthe Rolfink die unvergessene WM-Euphorie in Deutschland auf das Rur-Gebiet herab. Zumindest wacht der Löwe nun dort, wo das seine steinernen Vorgänger auch taten. Relikte des im Krieg zerstörten Landratsamtes liegen heute zu seinen Füßen. Dass der Löwe kein Ein-zelkind bleiben muss, deutet Landrat Wolfgang Spelthahn an: "In Jülich hat man auch Ge-fallen an dem Tier."

Lilo Becker und Hildegard Schnitzler aus Düren applaudierten bei der Löwengeburt kräftig. "Ehrensache - wir sind ja beide selber Löwen", verwiesen sie auf ihre eigene Geburt. Auch Dürens stellvertretender Bürgermeister Rainer Guthausen war angetan: "Ein tolles Kunst-werk."

Die Familie der Pattschen Stahlskulpturen ist nun um ein Mitglied gewachsen. Der Alte Fritz steht zum Beispiel in Potsdam, der Neandertaler in Bonn, Shakira demnächst in Ko-lumbien. "Ich bin zufrieden. Wir sehen uns wieder", nickte Dieter Patt, als er sich an die-sem Abend von seinem jüngsten Kind verabschiedete.

Gleichzeitig wurde eine Ausstellung mit Pop-Art-Werken im Kunst- und Kulturforum im ers-ten Obergeschoss des Kreishauses eröffnet. Bis 3. November können sich Besucher da-von überzeugen, dass Patts "leuchtende Bilder direkt wirken und nicht kopflastig konzepti-onell sind", wie Zehnder es in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung formulierte.

Neben dem stählernen "Dürenlion" schuf der Künstler eine Popart-Variante im Kleinformat. Diese auf 300 Stück limitierten und signierten Kunstdrucke bietet Dieter Patt zum Preis von 20 Euro an. Das Geld fließt einem Kinderhilfsprojekt des kolumbianischen Pop-Stars Shakira zu. Sie gehört zu den Auserwählten, die Patt in Form einer seiner scherenschnitt-artigen Stahlskulpturen verewigt hat. Die Skulpturen sind im Kreishaus Düren bei Annegret Greven erhältlich (Telefon 02421/22-2358).


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