Job-com nutzt Sonderprogramm des Landes

Düren: Drei Schwerbehinderte an Bfw vermittelt
Von Redaktion [04.03.2006, 15.52 Uhr]

Die Schwerbehinderten Tancer Civelek, Birgit Schömer und Jürgen Noll (vorne, v.l.) sind mit Hilfe der job-com ins Berufsförderungswerk Düren zurückgekehrt - als Mitarbeiter, die dort nun ihr Geld verdienen.

Die Schwerbehinderten Tancer Civelek, Birgit Schömer und Jürgen Noll (vorne, v.l.) sind mit Hilfe der job-com ins Berufsförderungswerk Düren zurückgekehrt - als Mitarbeiter, die dort nun ihr Geld verdienen.

Morgens um fünf ist die Nacht für Birgit Schömer zu Ende. Jahrelang hat die 35-Jährige davon geträumt, endlich eine Stelle zu finden, zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, gebraucht zu werden, eigenes Geld zu verdienen. Endlich hat es geklappt. Nun ist sie ge-fordert – und zwar in aller Herrgottsfrüh. Um 5.45 Uhr beginnt ihr Arbeitstag in der Küche des Berufsförderungswerks in Düren. Hier ist die Frau aus Kreuzau als Küchenhilfe mit voller Stelle tätig. "Es macht mir viel Spaß. Ich werde auf jeden Fall dranbleiben", lautet die erste Zwischenbilanz der Schwerbehinderten. Birgit Schömer hat ein organisches Ner-venleiden, ist stark sehbehindert. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt waren so gering, dass sie zehn Jahre vergeblich auf Stellensuche war. Mit Hilfe der job-com, dem Amt für Arbeitslosengeld-II-Empfänger des Kreises Düren, hat sie nun endlich den ersehnten Sprung geschafft. Räumlich gesehen war es aber gar keiner, denn sie arbeitet schließlich in jenem Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte, in dem sie auch ausgebildet wurde. So wie Tancer Civelek und Jürgen Noll. Auch sie haben im Bfw Düren die Seiten gewechselt, sind vom Lernenden zum Mitarbeiter aufgestiegen.

Möglich wurde dies durch die "Aktion Integration IV". NRW-weit stehen in diesem Sonder-programm für dreieinhalb Jahre insgesamt 44 Millionen Euro bereit, mit denen zusätzliche Beschäftigungschancen für arbeitslose Schwerbehinderte geschaffen werden können. Das Geld stammt aus der Ausgleichsabgabe, die jene Betriebe zahlen, die selbst zu wenige Schwerbehinderte beschäftigen. Unter dem Motto "Echte Förderung" schafft das Sonder-programm für Arbeitgeber zusätzliche Anreize, Menschen einzustellen, die besonders ge-handicapt sind. Da ist eine Einstellungsprämie von 4000 Euro für Arbeitgeber ebenso möglich wie die Übernahme der Kosten für eine Probebeschäftigung von bis zu neun Mo-naten. Außerdem kann Kinderbetreuung finanziell unterstützt werden. Der job-com stehen bis Ende 2007 insgesamt 273000 Euro für Integrationsmaßnahmen aus dem Programm "Aktion Integration IV" zur Verfügung. Im zweiten Halbjahr 2005 hat sie mit dieser zusätzli-chen Starthilfe kreisweit bereits 16 Schwerbehinderte in sozialversicherungspflichtige Be-schäftigungsverhältnisse vermittelt.

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Tancer Civelek gehört dazu. Der 29-jährige Dürener ist stark kurzsichtig und gilt wegen eines Geburtsfehlers als gesetzlich blind. Der verheiratete Vater von zwei Kindern wurde vom Bfw Düren als Hausmeistergehilfe und Gärtner eingestellt. Auch er hat eine Vollzeit-stelle.

Einen Büroarbeitsplatz hat die job-com Jürgen Noll vermittelt. Der 44-Jährige ist ebenfalls als "gesetzlich blind" eingestuft. Er ist im Bfw Düren halbtags als Schreibkraft für einen Psychologen tätig. Zu seinen Aufgaben gehört es, Tondokumente zu verschriftlichen, ge-fragt sind Kurzfassungen. Auf diese Zuarbeit ist er dank seiner sechsjährigen Berufserfah-rung in Sachen Textverarbeitung gut vorbereitet.

Im Berufsförderungswerk an der Karl-Arnold-Straße informierte sich jetzt Landrat Wolf-gang Spelthahn über die erfolgreiche Integration der drei ehemaligen Hartz-IV-Empfänger ins Arbeitsleben. Diese ist gut fürs Selbstbewusstsein - und fürs Portmonee, erfuhr der Landrat. "Ich habe jetzt das Anderthalbfache an Geld zur Verfügung", berichtete Birgit Schömer ihm und erzählte von Urlaubsplänen. Ein weiterer Traum, der für sie bald in Er-füllung gehen soll.

Ansprechpartner für Arbeitgeber, die einen schwerbehinderten Arbeitslosengeld II-Empfänger einstellen wollen, ist bei der job-com Michael Minkhart. Kontakt: 02421/221620 oder m.minkhart@kreis-dueren.de.


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