Gedanken zum Jahreswechsel von Landrat Wolfgang Spelthahn
Von Wolfgang Spelthahn [31.12.2005, 16.49 Uhr]

Landrat Wolfgang Spelthahn

Landrat Wolfgang Spelthahn

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in der Zeit zwischen den Jahren finden wir die Ruhe, uns zu besinnen, das letzte Jahr Re-vue passieren zu lassen, persönliche Bewertungen vorzunehmen und neue Ziele zu for-mulieren. Ich hoffe, Sie persönlich sind zufrieden mit dem Jahr 2005.

Aus Sicht des Kreises Düren darf ich sagen: Durch den engagierten Einsatz vieler Men-schen ist der Kreis Düren in den letzten zwölf Monaten wieder ein gutes Stück vorange-kommen auf seinem Weg, sich optimal für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten. Trotz der anhaltenden Krise der öffentlichen Haushalte ist es uns mit Phantasie und ver-einten Kräften gelungen, zwischen Titz und Heimbach viele positive Infrastruktur-Akzente zu setzen, die die Attraktivität des Kreises Düren erhöhen und weit in die Zukunft hinein-wirken werden.

Besonders stolz bin ich auf die Entwicklung auf der Zechenbrache Emil Mayrisch bei Siersdorf. Nach rekordverdächtig kurzer Bauzeit wurden auf der Film-Autobahn bereits die ersten Action-Stunts gedreht. Der erste Spatenstich zum Bau des benachbarten Autotest-zentrums wird in wenigen Wochen erfolgen, so dass wir schon im nächsten Jahr namhafte Automobilhersteller aus aller Welt bei uns zu Gast haben. Dann sind wir mit unserer Nass-teststrecke für die hoch technologisierte Fahrzeugindustrie Bindeglied zwischen dem For-schungsstandort Aachen und dem Nürburgring, der bei den Autoentwicklern weltweit als anspruchsvollster Erprobungskurs bei trockener Fahrbahn gilt. Indem wir später auch die Abraumhalde als Teststrecke für geländegängige Fahrzeuge erschließen, erweitern wir unser Angebot entscheidend. Der Anfang ist gelungen, nun ist Bewegung auf der riesigen Zechenbrache: Hier werden in Zukunft zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, ein jeder eine Chance für einen Menschen aus der Region.

Entscheidende Weichen haben wir 2005 für das Schwimmleistungszentrum Jülich gestellt. Der NRW-Schwimmverband identifiziert sich voll und ganz mit unserem Vorhaben, dort im Rahmen der EuRegionalen 2008 ein Landesleistungszentrum für talentierte Sportler zu schaffen. Bei der Finanzierung des 25 x 50 Meter großen Beckens, das auch für den Brei-tensport genutzt werden kann, sind wir auf einem guten Weg.

Die Umgestaltung des Freizeitbades Kreuzau zum Wellnessbad ist schon im vollen Gan-ge. Hier investieren wir gezielt in Saunatechnik und Restaurantbereich, um einen größeren Kundenkreis anzusprechen. Darunter werden sicher auch viele Gäste sein, die zunächst den Nationalpark Eifel kennen lernen wollten. Der junge Nationalpark hat sich bereits als Besuchermagnet erwiesen, sehr zum Vorteil der heimischen Gastronomie. Wir empfangen unsere Gäste würdig: 2005 wurde im Heimbacher Bahnhof ein Nationalparktor als Anlauf- und Infostelle für Besucher von nah und fern eingerichtet. In wenigen Tagen wird es offi-ziell eröffnet.

Im Rahmen der EuRegionalen 2008 sind wir in eine Entwicklung eingestiegen, die den Kreis Düren auf lange Sicht am gravierendsten prägen wird: Stichwort Indeland. Viele gute Gründe sprechen dafür, den Tagebau Inden nach seiner Auskohlung nicht wie ursprüng-lich vorgesehen mit Erde, sondern mit Wasser zu füllen. Wir haben damit die Chance, den Kreis Düren zu einer attraktiven Seenlandschaft mit hoher Anziehungskraft umzugestalten, auch wenn die wenigsten unter uns das Endprodukt jemals mit eigenen Augen sehen werden. Erste Weichen wurden bereits gestellt: Konkret mit der Änderung des Braunkoh-leplans. Nicht minder wichtig ist das Werben um die Zustimmung der Menschen im Kreis Düren. Die Vision des Indelands wird deshalb spätestens mit der EuRegionalen 2008 für jedermann greifbar.

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Auch kulturell hat der Kreis Düren einiges zu bieten. Welch kreatives Potenzial in den Menschen steckt, haben die Kreiskulturtage uns immer wieder vor Augen geführt. Da mitt-lerweile alle Kommunen Ausrichter waren, starten wir 2006 mit neuem Konzept. Seien Sie gespannt! Die Arena Kreis Düren hat sich aus dem Stand heraus voll etabliert: Ob Spit-zensport oder kulturelle Veranstaltungen – Akteure und Zuschauer würden sie schmerzlich vermissen, gäbe es sie nicht.

Auch wenn die Wirtschaftsweisen für 2006 einen wirtschaftlichen Aufschwung vorhersa-gen, wird uns die Arbeitslosigkeit als eines der zentralen Probleme begleiten. Der Kreis Düren setzt die Hartz-IV-Gesetze seit Jahresbeginn 2005 in eigener Verantwortung um. Nachdem das zuständige Amt, die Job-com, die nötige Personalstärke erreicht hat, wer-den wir nun die vom Gesetzgeber geforderten Jobcenter schaffen, in denen die Hilfesu-chenden die Unterstützung unter einem Dach erhalten, die sie brauchen, um eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. In Jülich werden wir in Kürze das Alte Rathaus als Jobcenter nutzen, in Düren wollen wir die Job-com-Mitarbeiter in der seit langem leer ste-henden Stadthalle unterbringen. Dazu muss das unter Denkmalschutz stehende Gebäude umgebaut werden. Die Menschen, die nicht von ihrer eigenen Arbeit leben können, ver-dienen jedenfalls unsere volle Unterstützung. Mit der Job-com haben wir das Instrument geschaffen, sie individuell zu fördern.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Mit vereinten Kräften haben wir den Kreis Düren im Jahr 2005 vorangebracht. Für die Unterstützung, die ich als Landrat dabei erhalten habe, bedanke ich mich herzlich. Im neuen Jahr werden wir weiter daran arbeiten, unsere Chan-cen im Wettbewerb der Regionen zu verbessern – alles stets zum Wohle der Menschen, die hier leben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.

Für das Jahr 2006 wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit vor allem.

Mit freundlichen Grüßen


Ihr Landrat Wolfgang Spelthahn


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