Nideggen im Mittelpunkt

Kreisjahrbuch 2006 ist im Handel
Von Redaktion [09.12.2005, 10.20 Uhr]

Mit Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.l.) stellte die Redaktion (v.l.) Helmut Scheuer, Gerda Kückhoven, Bernd Hahne und Ludger Dowe das neue Kreisjahrbuch vor. Foto: Kreis Düren

Mit Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.l.) stellte die Redaktion (v.l.) Helmut Scheuer, Gerda Kückhoven, Bernd Hahne und Ludger Dowe das neue Kreisjahrbuch vor. Foto: Kreis Düren

Die Redaktionsmannschaft um Ludger Dowe hat wieder ganze Arbeit geleistet: Das Jahrbuch 2006 des Kreises Düren, das ab sofort in den Buchhandlungenfür 9 Euro erhältlich ist, bietet auf knapp 200 Seiten eine erstaunliche Themenfülle und –vielfalt. Gut zwei Dutzend Aufsätze, dazu eine Übersicht über die wichtigsten Ereignisse aus den 15 Kommunen und die Jahresrückblende des Kreises selbst hat die Redaktion zusammengestellt. Im Blickpunkt steht diesmal Nideggen. Eine Luftaufnahme der Stadt , Burg und Eifelhöhen zieren den Umschlag des druckfrischen Exemplars, das in einer Auflage von 2500 Exemplaren gedruckt wurde.

Die Schwerpunktkommune wird in mehreren Beiträgen vor allem aus geschichtlich-kultureller und naturverbunden-touristischer Warte beleuchtet. So stellt Luzia Schlösser, Leiterin des Burgenmuseums, das historische Gemäuer vor und präsentiert vor allem das, was heute dort geschieht. Viele Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche, folglich gucken gleich neun Burgfräuleins aus dem Buch. In Ranger Gotthard Kirch hat die Redaktion einen kompetenten Autor für die Aspekte Natur und Tourismus in der Rureifel gewonnen. Er zeigt auf, mit welchen Konzepten und Angeboten die Südkreiskommunen Erholungssuchende im und um den jungen Nationalpark Eifel empfangen.

Wie die Nideggener nach dem Zweiten Weltkrieg das 700 Jahre alte Fresko in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist retteten, schildert Günter Schneider in seinem Beitrag. Einem anderen, viel kleineren Sakralbau widmet sich Matthias Büchel, der den Klemensstock zwischen Nideggen und Berg vorstellt.

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Bemerkenswert ist auch der Beitrag von Ludwig Fischer über den Krieg in Schmidt: In kursiver Schrift hat er den Bericht von Regina Bauer geborene Wilden in den Text eingefügt, die sich im Januar 1944 mit drei weiteren jungen Frauen bis ins evakuierte Schmidt vorgewagt hatte, um im Elternhaus nach dem Rechten zu sehen. "Das ist eine Schilderung, die bisher nie veröffentlicht wurde", versicherte Redaktionsmitglied Bernd Hahne.

Sein persönlicher Favorit in der 2006er Ausgabe ist jedoch der Böll-Beitrag des Landwirts Josef Rollersbroich. Er beschreibt aus der Perspektive des Nachbarn mit ironischem Unterton den Medienrummel, der im Februar 1974 im mehr als beschaulichen Langenbroich aufbrandete, weil sein Nachbar, der Schriftsteller Heinrich Böll, Besuch bekam. Und zwar von niemand anderem als dessen Kollegen Alexander Solschenizyn, der aus der UdSSR ausgebürgert worden war. "Einfach köstlich!", würdigt Hahne den lapidaren Stil des Autors. So liest man sich im neuen Kreisjahrbuch fest. Ob das Dürener Mathematik-Genie Dirichlet, die Jugend im Nationalsozialismus, die Theaterschule Celan, die Verkehrsopferkreuze am Straßenrand, die Künstlerfreundschaft zwischen Arnold Schlader und Otmar Alt oder das Projekt zur Rettung der Schwalben – beim Blättern bleibt es nicht.


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