Sieben Künstler aus aller Welt zeigen "Art on Display"

Kunst aus dem Karton im Dürener Kreishaus
Von Redaktion [20.11.2005, 00.29 Uhr]

Gerd Edinger (l.) und sechs Künstlerkollegen stellen bis zum 6. Januar 2006 Werke aus Karton im Kreishaus in Düren aus.

Gerd Edinger (l.) und sechs Künstlerkollegen stellen bis zum 6. Januar 2006 Werke aus Karton im Kreishaus in Düren aus.

Wenn zwei das Gleiche tun, dann ist das nicht dasselbe. Sind es ihrer aber gleich sieben und dazu noch gestandene Künstler, die, jeder für sich, ein und dasselbe Material verarbeiten, wird es spannend. Zumal wenn sie aus den verschiedensten Erdteilen stammen und kulturell ganz unterschiedlich verwurzelt sind. Der Düsseldorfer Künstler Gerd Edinger hat das Experiment gewagt. Nach dem Motto "Achtung, jetzt kommt ein Karton" ließ er ausgewählten Kollegen eine Pappkiste zukommen mit der Bitte, das nützliche Alltagsmaterial künstlerisch zu gestalten. So sponnen die kreativen Köpfe quasi Stroh zu Gold: Im ersten Obergeschoss des Kreishauses in Düren kann sich jedermann bis zum 6. Januar 2006 selbst davon überzeugen.

Am 16. November, dem 61. Jahrestag der Zerstörung Dürens, eröffnete Käthe Rolfink die Ausstellung "Art on Display – 7 Positionen moderner Kunst" im Kunst- und Kulturforum des Kreises Düren. Dabei konnte die Vorsitzende des Kreis-Kulturausschusses fünf der sieben Künstler persönlich begrüßen. Murshida Arzu Alpana (Bangladesh) und Garett Anderson Williams (USA) waren nur mit ihrer Kreation vertreten , die Französin Dominique Chapuis, die Japanerin Setsuko Ikai sowie André Chi-Sing Yuen (China), Antonio Máro (Peru) und Initiator Gerd Edinger hatten es sich nicht nehmen lassen, die Vernissage zu besuchen. Bevor die Kunsthistorikerin Dr. Angela Wilms-Adrians das Charakteristische der einzelnen Beiträge kurz skizzierte, gehörte die Aufmerksamkeit dem Gitarrenvirtuosen Alexander-Sergei Ramirez., dem Sohn Máros, der seine Zuhörer mit unglaublicher Fingerfertigkeit in die weite Welt der Emotionen lockte.

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Dr. Angela Wilms-Adrians verwies in ihrer Einordnung auf die Beuyssche Idee, einem Wegwerfartikel durch kreative Gestaltung eine neue Würde zu verleihen. Der besondere Reiz der Ausstellung seien die Vielfalt der persönlichen Handschriften und der Aspekt der länderübergreifenden Kommunikation. Teils wurde der Karton so bearbeitet, dass er gar nicht mehr als solcher wirkt. Der Peruaner Máro etwa hat das leichte Papierprodukt für sein Werk "Hammer des Hepheistos" auf Stein getrimmt. Die Kunstexpertin sah darin erkaltete Lava und assozierte Zerstörung, verbrannte Erde und zugleich Urformen neuen Lebens.

Auf welchen Nenner lassen sich die Produkte der sieben Individualisten bringen? Ist es die Spannung, ist es das Spielerische, ist es die Illusion? Man muss selbst sehen und urteilen. Für den 54-jährigen Gerd Edinger ist die "Art on Display" jedenfalls noch nicht ausgereizt: Er will Künstler weiterer Nationen einbeziehen, jemanden aus Israel und Palästina, zeigen, dass die Kunst Gegensätze friedlich vereint. Zwölf Positionen moderner Kunst sollen es am Ende sein. "Eine magische Zahl", sinnierte Edinger, "und genauso viele, wie man für einen Kalender braucht". Wer mit Karton arbeitet, denkt halt praktisch...


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