Herbert Breuer neuer Chefarzt der Abteilung für Neurologie im St. Augustinus Krankenhaus Düren

Dürener Hoeschmuseum als Kulisse für Amtsantritt
Von Kaya Erdem [13.07.2016, 18.48 Uhr]

Herbert Breuer, Facharzt für Neurologie, ist der neue Chefarzt der Abteilung für Neurologie in der St. Augustinus Krankenhaus gGmbH in Düren. „Mit Herrn Breuer haben wir einen überaus kompetenten und erfahrenen verantwortlichen Chefarzt der neurologischen Abteilung. Er ist seit vielen Jahren am Haus und kennt dadurch die Kollegen sehr gut“, so Ass. jur. Gábor Szük und Dipl.-Kfm. Bernd Koch einhellig. Dem Vorgänger Dr. med. Herbert Wilmsen danken die Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West für den Aufbau der neurologischen Fachabteilung im St. Augustinus Krankenhaus.

Vor über 220 geladenen Gästen wurde der neue Chefarzt Herbert Breuer im Rahmen einer Feierstunde im Leopold-Hoesch-Museum in Düren offiziell vorgestellt und Dr. Wilmsen verabschiedet. Dieser war seit 1986 Chefarzt der Lendersdorfer Abteilung für Neurologie, die sich von ursprünglich 30 Betten bis heute auf 59 Planbetten vergrößerte. Dr. Wilmsen begründete die neurologische Rehabilitation im Dürener Rehabilitationszentrum (DRZ) mit und etablierte die Stroke Unit, die Spezialstation für Schlaganfallerkrankte. 27 Fachärzte konnten im Laufe der Zeit in der Neurologie ausgebildet werden. Neben seinem medizinischen Einsatz engagierte sich Dr. Wilmsen auch außerhalb des Krankenhauses in sozialen und kulturellen Bereichen.

Herbert Breuer kennt das Lendersdorfer Krankenhaus bereits seit langem: nach dem Abitur hat er seinen Zivildienst im St. Augustinus Krankenhaus gemacht und anschließend als Hilfspfleger dort gearbeitet, bevor er an der Universität Köln Medizin studierte. Danach begann er als Assistenzarzt wieder im St. Augustinus Krankenhaus, wurde 1992 Facharzt und 1993 Oberarzt. 2008 übernahm er die Leitung der neurologischen Intensivmedizin. Im gleichen Jahr wurde aus der langen Tradition im Umgang mit Palliativpatienten (Hospiz) und chronischen Schmerzpatienten im St. Augustinus Krankenhaus das Interdisziplinäre Schmerz- und Palliativzentrum (ISPZ) gegründet, das zunächst unter der fachübergreifenden Leitung von ihm, Dr. med. Matthias Imdahl (Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie), und Dr. med. Jan-Georg Ochs (Chefarzt der Inneren Medizin I) stand. Herr Breuer übernahm anschließend die alleinige Leitung des ISPZ. Seit 2009 ist er zudem Transplantationsbeauftragter und 2010 wurde er leitender Oberarzt.

Herbert Breuer freut sich auf seinen neue Position als Chefarzt: „Gerne werde ich in den nächsten Jahren an der Gestaltung der neurologischen Abteilung mitwirken und diese weiterentwickeln.“

Als Chefarzt möchte er die bewährten Strukturen und Abläufe weiterentwickeln und seine Schwerpunkte, Intensivmedizin, Schmerztherapie, Palliativmedizin und Demenz, ausbauen sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit verstärken. Wichtig ist ihm die Teamentwicklung und verbesserte Teamarbeit, hierarchische Strukturen zu entschärfen und die Spezialisierung in bestimmten Schwerpunktbereichen durch die Oberärzte zu erreichen. Dazu gehören entzündliche

Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems (z.B. MS), Anfallserkrankungen (z.B. Epilepsie) und Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson). Auch die Qualitätssteigerung der Behandlung von Schlaganfallpatienten durch konsequenten Ausbau der Stroke Unit und Zusammenarbeit im neurovaskulären Netzwerk des Großraumes Aachen liegt ihm am Herzen. Es wurde 2015 gegründet, um Schlaganfälle adäquat zu behandeln und die regionalen Krankenhäuser eng zu verknüpfen.

Auch ein verbesserter Umgang und die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen sowie die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten gehören zu seinen Zielen.

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 v.l.: Dipl.-Kfm. Bernd Koch (ctw-Geschäftsführer), Chefarzt Herbert Breuer, ehem. Chefarzt Dr. med. Herbert Wilmsen und Assessor jur. Gábor Szük (ctw-Geschäftsführer)

v.l.: Dipl.-Kfm. Bernd Koch (ctw-Geschäftsführer), Chefarzt Herbert Breuer, ehem. Chefarzt Dr. med. Herbert Wilmsen und Assessor jur. Gábor Szük (ctw-Geschäftsführer)

Die Abteilung für Neurologie beschäftigt sich mit dem zentralen und peripheren Nervensystem, dessen krankheitsbedingten Störungen und Ausfallerscheinungen. Dazu zählen vor allem Schlaganfälle, die auf unterschiedlichen Wegen zustande kommenden Durchblutungsstörungen des Gehirns. Diagnostik und Behandlung erfolgen im Lendersdorfer Krankenhaus in der kreisweit einzigen Spezialstation, der Stroke-Unit.

Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit der hauseigenen Abteilung für Radiologie. Die rasche Erstellung von computertomografischen (sogenanntem Schichtröntgen) oder kernspintomografischen Bildern des Wirbelkanals bzw. des Kopfes helfen, schnell eine Therapie einleiten zu können. Nach umfangreichen Vorbereitungen ist es im St. Augustinus Krankenhaus zudem gelungen, die neue Möglichkeit der Schlaganfallbehandlung, die katheterbasierte Entfernung von Blutgerinnseln aus den Hirnschlagadern, zu etablieren. Eine Angiografie-Anlage, die dem neuesten Stand der Technik entspricht, schaffte die Voraussetzung, die Hirngefäße in hoher Qualität darzustellen, was den Eingriff erst ermöglicht. Der für diese Eingriffe zertifizierte Chefarzt der Radiologischen Abteilung, Herr Kai Roeber, und sein Team führen die Behandlung durch.

Auch die Anwendung ct-gesteuerter Injektionen, insbesondere an der Wirbelsäule, stellt einen weiteren wichtigen Dreh- und Angelpunkt zwischen Radiologie und Neurologie dar.

Zum Behandlungsspektrum der Neurologie gehören zudem Hirntumoren, Multiple Sklerose, Epilepsie, M. Parkinson und andere Bewegungsstörungen, Erkrankungen der Muskulatur und des peripheren Nervensystems, Myasthenia gravis, wirbelsäulenbedingte Erkrankungen der Nervenwurzeln, Meningitis und Encephalitis, Neuralgien. Unterschiedliche Untersuchungsmethoden kommen dabei zum Einsatz: Ultraschalldiagnostik der zum Kopf führenden Gefäße, Messung der hirnelektrischen Tätigkeit und Untersuchungen der elektrischen Leitfähigkeit der peripheren Nerven sowie sogenannte Reflexuntersuchungen, um Funktionsstörungen bestimmter Abschnitte des Nervensystems auf die Spur zu kommen. Nerven- und Muskelerkrankungen können teilweise auch an Hand von Gewebeproben, die in der Abteilung entnommen werden, genauer eingeordnet werden. Sehr wichtig ist den Neurologen die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den übrigen Abteilungen des Hauses. Aber auch die Zusammenarbeit zum Beispiel mit dem Institut für Neuropathologie der RWTH Aachen ist seit vielen Jahren von Erfolg in der Behandlung der Patienten gekrönt.


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