Kreisjahrbuch 2016 mit Schwerpunkt "Flucht, Vertreibung, Migration"
Von Redaktion [12.11.2015, 10.39 Uhr]

Ludger Dowe (v.l.n.r.), Gerda Kückhoven, Landrat Wolfgang Spelthahn, Guido von Büren und Katrin Hahne stellten das neue Jahrbuch vor

Ludger Dowe (v.l.n.r.), Gerda Kückhoven, Landrat Wolfgang Spelthahn, Guido von Büren und Katrin Hahne stellten das neue Jahrbuch vor

Obwohl es draußen noch eher sommerlich warm ist, stehen die Zeichen auf Herbst, denn das neue Kreisjahrbuch liegt auf dem Tisch. Prallvoll mit Geschichten, Bildern und Informationen rund um den Kreis Düren wurde es jetzt von Landrat Wolfgang Spelthahn zusammen mit Redaktion und Verlag vorgestellt.

Schon das im wahrsten Sinne des Wortes vielfarbige Titelbild macht neugierig auf das diesjährige, brandaktuelle Rahmenthema: Flucht, Vertreibung und Migration werden unter den verschiedensten Blickwinkeln, aber immer mit Bezug auf die Dürener Region behandelt. Dazu zählen persönliche Erinnerungen an die Evakuierung aus Düren im Jahre 1944, an die ersten Jahre in der Notunterkunft in der Riemann-Kaserne oder die Übersiedlung aus Sibirien nach Düren ebenso wie Kurzportraits von fünf muslimischen Frauen, die von ihrem manchmal steinigen Weg bis zur Integration hier in Düren erzählen. Dass Spracherwerb der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche Integration ist, wird an gleich mehreren Beispielen erläutert.

Keinen Grund zum Feiern sieht trotz einer positiven Bilanz seiner dreißigjährigen Tätigkeit der Arbeitskreis Asyl Jülich angesichts der aktuellen Entwicklungen und der Tatsache, dass die Zahl der Flüchtlinge weltweit nicht ab-, sondern immer weiter zunimmt.

Werbung

Erinnert wird auch daran, dass vor nicht allzu langer Zeit Menschen auch aus dem Kreis Düren flüchten mussten, nur weil sie einer anderen Religion angehörten. Die Fluchtwege ehemaliger jüdischer Mitbürger endeten dabei häufig mit ihrer Deportation aus Holland und Belgien in die Vernichtungslager des Ostens.

Die lange Tradition jüdischen Lebens im Dürener Land belegen in einem privaten Archiv aufgefundene Dokumente zur verschwundenen Synagoge in Müddersheim. Ein ausführlicher Beitrag ist dem in diesem Jahr im Alter von 80 Jahren verstorbenen Schriftsteller Dieter Kühn gewidmet, der vielfältige Beziehungen zur Stadt Düren hatte. Der 60. Todestag der bekannten Dürener Schauspielerin Sybille Schmitz wird ebenso ins Gedächtnis zurückgerufen wie der 500. Geburtstag des Jülicher Herrschers Wilhelm V. Einen farbigen Kontrast dazu bildet eine kleine Bilanz über die ersten fünfzehn Jahre der Dürener „Skunksitzung“.

Eine Reihe weiterer Beiträge nebst den gewohnten Chroniken aus den Gemeinden und dem Kreis machen auch dieses Jahrbuch wieder zu einer spannenden und gewinnbringenden Lektüre. Für 208 Seiten zahlt der Käufer 11 Euro. Das Buch ist im Dürener Hahne & Schloemer Verlag erschienen, ISBN 978-3-942513-33-3.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang?“, heißt ein ziemlich bekanntes Fest- und Feierlied. Da so ein 50-jähriges Jubiläum bei der Kita „Die kleinen Strolche“ in erster Linie ein Fest für die Kinder ist, hat sich das Team der Einrichtung überlegt, mit den Kindern, die sie im Moment besuchen, kräftig und sieben Tage lang zu feiern. Es geht los mit dem Dasda Theater, das am Donnerstag, 27. April, das Stück Petterson und Findus im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, für die Kita-Kinder aufführen wird.  [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden
Einen Ruhepol im Alltag finden. Innehalten, dem eigenen Getriebensein im Leben regelmäßig einen Ort des Atemholens zu geben, dazu dienen Exerzitien im Alltag. Seit fast 20 Jahren wird in St. Rochus Jülich diese Tradition in der Fastenzeit gepflegt. [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung