20 Jahre TelefonSeelsorge im Internet
Von Redaktion [14.11.2015, 07.21 Uhr]

Am 14. November feiert die TelefonSeelsorge in Deutschland das 20-jährige Jubiläum der Internet-Seelsorge mit spannenden Vorträgen und Workshops, Theater und einem Fotowettbewerb zum Thema.

Das Internet ist das Leitmedium unserer Gesellschaft. In Deutschland waren kreative Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger die Ersten, die sich dieser Entwicklung im Bereich der Seelsorge und Beratung stellten. Die Telefonseelsorge verfügt über eine in Jahrzehnten gewachsene Kompetenz im Umgang mit den Chancen und den Herausforderungen medial vermittelter Seelsorge. Auf diesem Hintergrund begannen vor 20 Jahren hauptamtlich Mitarbeitende in Köln, Krefeld und Hagen Mail und Chat für Seelsorge und Beratung zu erproben.

In der TelefonSeelsorge Düren-Heinsberg-Jülich arbeiten seit 2004 Ehrenamtliche in der Mailseelsorge mit.

In den Anfängen wurde sehr schnell deutlich, dass Mail und Chat gute Möglichkeiten bieten, um verzweifelten jungen Frauen und Männern im Internet Gehör und Begleitung zu schenken. Die Telefonseelsorge im Internet wird einerseits von jungen Erwachsenen genutzt, die sich selbstverständlich im Netz aufhalten; das Internet ist einfach ihr Medium und Schreiben ist für sie eine wichtige Kontaktmöglichkeit. Anderseits wird Mail und Chat von Ratsuchenden genutzt, für die die Anonymität des Internets besonders wichtig ist. Menschen, die traumatisierende Situationen durchlitten haben brauchen den Schutz der Anonymität und gleichzeitig die Nähe und die Begegnung, die im Internet möglich sind. Nähe erleben in sicherer Distanz, das ist die besondere Chance der Telefonseelsorge im Internet.

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In den vergangenen 20 Jahren hat sich viel verändert: die Technik und der Datenschutz wurden verbessert; u.a. ist heute das Angebot barrierefrei und auch vom Smartphone aus erreichbar. Das Beratungs-Know-how für Chat- und Mailseelsorge wurde weiter entwickelt, um die besonderen Handlungsmöglichkeiten im Netz optimal nutzen zu können.

Auch die Ratsuchenden und ihre Themen haben sich verändert. Am Anfang waren es junge Männer mit akademischem Hintergrund, heute sind es überwiegend junge Frauen unter dreißig, die sich an die Telefonseelsorge im Internet wenden. Immer häufiger melden sich auch Kinder und ältere Frauen und Männer; d.h. heute erreicht die Telefonseelsorge im Internet Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenshintergründen. Diese Entwicklung spiegelt die gesellschaftlichen Veränderungen wieder: das Internet gehört heute zu der Lebenswelt fast aller Altersgruppen und Milieus
Viele der Ratsuchenden leiden unter Ängsten und depressiven Verstimmungen. Sie fühlen sich einsam und isoliert. “Ich bin so verlassen und alleine…“ heißt es in vielen Mails.

Partnerschaftskonflikte und Streitigkeiten in der Familie belasten sie. Im Schutz der Anonymität des Netzes werden krisenhafte und schambesetze Themen noch direkter als am Telefon angesprochen. Ein Chat kann durchaus mit der Frage beginnen: “kennst du dich mit SVV aus?“ Es geht um selbstverletzendes Verhalten, um die Verletzungen durch sexualisierte Gewalt und immer wieder um die quälenden Gedanken an Selbsttötung.
Anders als am Telefon hat die TelefonSeelsorge im Internet nur selten mit dem Missbrauch ihres Angebotes zu tun. Die allermeisten Ratsuchenden melden sich mit ernsthaften Anliegen. Häufig steht am Ende ein Dank.


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