Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege in NRW

Jede zehnte Mutter im Kreis Düren: Gehalt plus Hartz IV
Von Redaktion [22.09.2015, 09.38 Uhr]

Im Kreis Düren muss rund jede zehnte erwerbsfähige Frau Hartz-IV-Leistungen in Anspruch nehmen. Das geht aus dem aktuellen Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege in NRW hervor, zu der auch der Caritasverband für das Bistum Aachen gehört. Damit liegt der Kreis voll im Landesdurchschnitt. In NRW ist etwa jede zehnte erwerbsfähige Frau auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Der aktuelle Arbeitslosenreport NRW belegt außerdem, dass rund 50 Prozent aller erwerbsfähigen leistungsberechtigten Frauen im Kreis bereits länger als vier Jahre auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Das liegt leicht unter dem Landesdurchschnitt.

„Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Forderung des Caritasverbandes für das Bistum Aachen, die er gemeinsam mit der Freien Wohlfahrtspflege in NRW erhebt, richtig ist: Auf Bundes- und Landesebene muss es eine ernsthafte gleichstellungsorientierte Familien- und Arbeitsmarktpolitik geben“, sagt Roman Schlag, beim Caritasverband für das Bistum Aachen zuständig für Fragen der sozialen Sicherung.

Auch wenn an vielen Stellen auf Chancengleichheit geachtet werde zeige der Arbeitslosenreport aber, dass Frauen spätestens nach der Geburt des ersten Kindes schlagartig gegenüber Männern benachteiligt seien: „Sie sind häufiger als Männer von Arbeitslosigkeit bedroht. Sie haben im Vergleich zu Männern Nachteile aufgrund der unzureichenden Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie stecken nach wie vor ihre beruflichen Ziele für Erziehungszeiten zurück und haben so am Ende deutlich geringere Rentenansprüche“, sagt Schlag. Bei geschiedenen oder alleinerziehenden Frauen verschärfe sich die Lage zusätzlich.

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„Politik und Arbeitgeber sind dringend gefragt, erwerbsfähige Hartz-IV-Empfängerinnen intensiver bei ihrer Integration in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu unterstützen“, sagt Roman Schlags. Das gelte auch für den Kreis Düren. Denn erwerbsfähigen Frauen im Hartz-IV-Bezug falle die Arbeitssuche besonders schwer. Ihre Integrationsquote liegt laut Arbeitslosenreport im Kreis mit 1,1 Prozent deutlich unter der der Männer (2,1 Prozent). Nach Auffassung der Caritas im Bistum Aachen gehören zu den notwendigen Maßnahmen angemessene Arbeitsbedingungen für Alleinerziehende, ausreichende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Schulkinder, das Abschaffen der geschlechtsspezifischen Entgeltlücke durch gesetzliche Regelungen und die finanzielle Aufwertung sogenannter Frauenberufe.

Die Wohlfahrtsverbände in NRW – zu Ihnen gehört auch der Caritasverband für das Bistum Aachen – veröffentlichen mehrmals jährlich den „Arbeitslosenreport NRW“, ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut für Bildungs- und Sozialpolitik (IBUS) der Hochschule Koblenz. Darin enthalten sind aktuelle Zahlen und Analysen für Nordrhein-Westfalen. Basis sind Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Ziel der regelmäßigen Veröffentlichung ist es, den öffentlichen Fokus auf das Thema Arbeitslosigkeit als wesentliche Ursache von Armut und sozialer Ausgrenzung zu lenken und dabei insbesondere die Situation in Nordrhein-Westfalen zu beleuchten.


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