Kreis Düren unterstützt NRW bei der Flüchtlingsunterbringung
Von Josef Kreutzer [09.09.2015, 14.23 Uhr]

Der Kreis Düren unterstützt das Land NRW bei der Suche nach kurzfristig verfügbaren großen Erstunterkünften für Flüchtlinge. "Das Land hat statt der kalkulierten 8000 insgesamt 18.000 Menschen zugewiesen bekommen. Darunter sind 10.000 meist traumatisierte Kriegsflüchtlinge, die über Ungarn nach München gekommen sind. Der Regierungsbezirk Köln nimmt nun bis zu 400 Menschen pro Tag auf, die kurzfristig betreut und versorgt werden müssen. Der Kreis Düren will seinen Teil beitragen, dass das gelingt", berichtet Landrat Wolfgang Spelthahn.

In Abstimmung mit der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken haben die Landräte und Oberbürgermeister am Montag ihre Krisenstäbe einberufen. "Diesmal managen sie aber keinen Notstand, sondern werden freiwillig aus Solidarität aktiv", so Landrat Wolfgang Spelthahn, der die politische Gesamtverantwortung für das Krisenmanagement im Kreis Düren trägt. Die Krisenstäbe sollen die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge in der Praxis organisieren. Rechtlich ist und bleibt das aber auch weiterhin Aufgabe der Städte und Gemeinden.

Der Krisenstab besteht im Wesentlichen aus Mitarbeitern der verschiedensten Fachämter der Kreisverwaltung Düren und der RDKD AöR. Darüber hinaus sitzen Vertreter der Polizei und der Bundeswehr mit am Tisch. Je nach Bedarf können weitere Experten hinzukommen.

Bereits am Montagmittag hat der Kreis Düren alle Bürgermeister der 15 kreisangehörigen Kommunen gebeten, umgehend größere Leerstände zu melden, die kurzfristig als vorübergehende Erstauffangstationen für Flüchtlinge dienen könnten. Auch die Bundeswehr wurde angeschrieben, freie Kapazitäten zu melden. Parallel hat der Kreis geprüft, ob sich kurzfristig eigene Gebäude zur vorübergehenden Flüchtlingsunterbringung nutzen lassen.

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Als der Krisenstab am Dienstagnachmittag zum zweiten Mal im Feuerschutztechnischen Zentrum des Kreises Düren unter der Leitung von Kreis-Dezernent Peter Kaptain tagte, konnte er die gemeldeten und teils schon besichtigten Objekte bereits auf ihre Eignung als mögliche Großunterkunft für 100 und mehr Menschen bewerten. Am Mittwochmorgen wurde das Abfrageergebnis der Bezirksregierung Köln zugeleitet. Ob beziehungsweise wann und wo im Kreis Düren ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge eingerichtet wird, entscheidet die Bezirksregierung.

Um für diesen Fall gerüstet zu sein, war Christian Sanfleber, Leiter des Sozialamtes der Stadt Düren, am Dienstagnachmittag im Krisenstab zu Gast. Er berichtete dort von den Erfahrungen, die die Stadt beim Aufbau und Betrieb ihrer Aufnahmeeinrichtung für 150 Menschen an der Cornetzhofschule gemacht hat. Für den Krisenstab waren das wertvolle Hinweise aus der Praxis.

Denn ein Dach über dem Kopf ist nicht alles. Die Menschen, die in aller Regel nichts haben als ihre Kleider am Leib, müssen auch versorgt und betreut werden. Die vielen ehrenamtlich Aktiven in den örtlichen Flüchtlingsinitiativen leisten hier bereits seit langem wertvolle Arbeit. Landrat Wolfgang Spelthahn wird sie nun kurzfristig zu einem weiteren Runden Tisch ins Kreishaus einladen, um die Einzelgruppen weiter zu vernetzen. Ihre Arbeit soll möglichst effizient sein, damit sie möglichst vielen Flüchtlingen zugutekommt. Landrat Wolfgang Spelthahn: "Das Bild des dreijährigen Jungen Aylan, der auf der Flucht ertrunken ist, hat uns alle berührt und wütend gemacht. Nun ist es an uns, Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um ihr Leben zu retten, willkommen zu heißen. Das ist eine große Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen werden. Hierbei ist jede Hilfe willkommen."


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