Glaskunst

"Heilige Sippe“ in Burg Nideggen
Von Josef Kreutzer [12.08.2015, 07.42 Uhr]

„Jakobus, Franziskus und die Mitglieder der Heiligen Sippe“ lautet der Titel der Glasmalerei-Sonderausstellung, die am Sonntag, 16. August, um 12.30 Uhr im Burgenmuseum Nideggen eröffnet wird. Die kostbaren Glasscheiben stellen das Deutsche Glasmalerei Museum Linnich und die Linnicher Glasmalerei Dr. Heinrich Oidtmann dem Burgenmuseum zur Verfügung.

Die farbigen Glasscheiben des Mittelalters, die die Kirchenräume in magisch-mystische Orte verwandelten, waren gleichzeitig auch die Bibel der Armen, die nicht lesen oder sich keine Bibel leisten konnten. Die in bunten Glasbildern dargestellten biblischen Geschichten vermittelten die Normen und Werte des christlichen Abendlandes. Die Notwendigkeit der erklärenden Darstellungsweise hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Die Entwicklung der Moderne in der Glasmalerei beispielsweise führte zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu eindrucksvollen Interpretationen der Heiligen. Dies belegen die Exponate von Anton Wendling, Hugo Kükelhaus, Alois Stettner, Otto Dix und Wilhelm Rupprecht.

Von Anton Wendling wird der Heilige Thomas aus dem Jahr 1958 zu sehen sein, eine Vorhangscheibe, welche den Kopf des Thomas zeigt. Er hat sie ursprünglich für St. Maria Himmelfahrt in Jülich gestaltet. Zudem ist sein Werk „Kopf des Heiligen Franziskus“ von 1929 zu sehen.

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Hugo Kükelhaus arbeitete viele Jahre freiberuflich als Möbeldesigner, Illustrator, Glaskünstler und Bildhauer. Im Burgenmuseum wird „Jakobs Kampf mit dem Engel“ von 1957 zu sehen sein, ein sehr großes und beeindruckendes Glaskunstwerk der bekannten alttestamentlichen Szene.

Alois Stettner studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und lehrte an der Hochschule für bildende Kunst in Darmstadt im Bereich Glasmalerei. Im Burgenmuseum wird seine Darstellung des Heiligen Franziskus aus dem Jahr 1956 gezeigt.

Von Otto Dix ist das Glasfenster „David und Saul“ von 1959 zu sehen. Zudem wird ein Siebdruck des Künstlers zu „David und Saul“ von 1958 gezeigt. Otto Dix war ein bedeutender Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts.

Wilhelm Rupprecht studierte 1919 Kunstgeschichte in München und bildete sich zum Glasmaler fort. Von ihm ist das Werk „Kreuzigung“ von 1961 zu sehen.

Seit elf Jahren arbeiten die beiden Museen aus dem Kreis Düren erfolgreich zusammen. "Mit den Glasmalerei-Ausstellungen im Burgenmuseum haben wir eine Brücke geschlagen von der besucherstarken Eifel zum einzigen Glasmalereimuseum Deutschlands. Wen die strahlenden Kunstwerke faszinieren, der fährt dann gerne auch nach Linnich, um mehr zu sehen", würdigte Landrat Wolfgang Spelthahn die Zusammenarbeit der beiden Kulturhäuser.

Das Ensemble „SospirAtem“ (Flöten und Gesang), das sich intensiv mit der Musik des 12. bis 16.Jahrhunderts beschäftigt, begleitet die Vernissage. Alle Mitglieder sind Studenten oder Absolventen der Leipziger Hochschule für Musik und Theater.

Die Ausstellung ist voraussichtlich bis Ende April 2016 zu den Öffnungszeiten des Burgenmuseums (dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr) zu sehen. Weitere Informationen unter 02427/6340 oder burgenmuseum@kreis-dueren.de.


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