Erziehungsstellen in Düren gesucht
Von  [17.07.2015, 07.00 Uhr]

„Ich hatte ein freies Zimmer und liebe Kinder über alles“ – Alexandra B. zögerte vor neun Jahren nicht lange, als sie den Aufruf des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) las: „Erziehungsstellen gesucht“. Sie hatte bereits zwei eigene Kinder, als die vierjährige Lisa in ihr Leben trat. Zunächst lernten sich alle langsam kennen: Lisa übernachtete mehrmals zur Probe bei der Familie. Danach waren sich alle einig, dass sie bleibt. Eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut haben.

Die LVR-Jugendhilfe Rheinland sucht nun in Düren nach weiteren Familien, Paaren oder auch Einzelpersonen, die dauerhaft ein Kind bei sich aufnehmen möchten. In Frage kommen Personen, die eine pädagogische oder psychologische Ausbildung haben. Die Vermittlung in eine Erziehungsstelle erfolgt vor allem für Kinder oder Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen und mit Entwicklungsbeeinträchtigungen, die jedoch familienfähig sind.

Während der gesamten Zeit erhalten die Familien eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung. Alle, die Interesse daran haben, sozial benachteiligte Kinder bei sich aufzunehmen, erhalten weitere Informationen bei den Erziehungsstellenberaterinnen und -beratern der LVR-Jugendhilfe Rheinland, Heike Salvador und Ralph Bretzlaff unter 022 22 - 80 48 74 11.

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Alexandra B. hat viele Mutter-Kind-Kurse und pädagogische Fortbildungen geleitet. Diese Erfahrungen waren für sie vor allem in kleineren Krisensituationen hilfreich. Besonders zu Beginn, als Lisa nach der Eingewöhnungsphase begann, ihre Grenzen auszutesten, indem sie regelmäßig alle Schränke ausräumte und Gegenstände der leiblichen Tochter kaputt machte. „Es war wichtig, klare Grenzen zu setzen. Nach einiger Zeit hat sich alles wieder normalisiert“, erinnert sich Alexandra zurück.

„Viele der Kinder sind traumatisiert und ihnen fehlt das Urvertrauen. Sie müssen zunächst ihre innere Sicherheit finden, um eine Bindung aufbauen zu können“, erklärt Heike Salvador von der LVR-Jugendhilfe Rheinland. Für Alexandra und ihre Familie überwiegen die schönen Momente mit Lisa. „Sie ist unglaublich kreativ und zudem sehr feinfühlig. Sie merkt sofort, wenn es einem schlecht geht und setzt sich immer für andere ein“.

Dennoch sind täglich neue Herausforderungen damit verbunden, ein fremdes Kind bei sich aufzunehmen. „Man benötigt eine professionelle Distanz und muss in der Lage sein, zugleich Eltern als auch Pädagoge zu sein“, sagt Alexandra. Dann mache es glücklich zu erleben, wie ein Kind, das Schlimmes durchgemacht hat, sich zu entwickeln beginnt und langsam Vertrauen gewinnt.


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