5119 Euro für die Dürener Lebenshilfe
Von Renate Hotse [18.06.2015, 11.31 Uhr]

Lebenshilfe-Geschäftsführer Rolf Emmerich und Sylvia Wollerich, Leiterin des Therapiezentrums, freuten sich über die glückliche Heimkehr von Peter Schumacher

Lebenshilfe-Geschäftsführer Rolf Emmerich und Sylvia Wollerich, Leiterin des Therapiezentrums, freuten sich über die glückliche Heimkehr von Peter Schumacher

Peter Schumacher ist wieder zurück. Mit großem Bahnhof empfingen Freunde, Familie, Sponsoren, Mitarbeiter des Therapiezentrums für Menschen mit Autismusstörungen in Düren und der Lebenshilfe HPZ Bürvenich den Heimkehrer vor dem Therapiezentrum. Hinter dem 64-jährigen Radsportler liegen 2.200 Kilometer, die er auf seiner „Tour der Hoffnung“ unter Schirmherrschaft von Dürens Bürgermeister Paul Larue von Riga (Lettland) nach Düren zurückgelegt hat.

Die Einnahmen dieser Tour kommen in voller Höhe dem Therapiezentrum für Menschen mit Autismus-Störungen zugute, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Lebenshilfe HPZ in Zülpich-Bürvenich. Schumacher, der seine Reise komplett aus eigener Tasche bezahlt und für die Tour eine Vielzahl von Sponsoren und Spendern in den Kreisen Düren und Euskirchen gefunden hat, kann die stolze Summe von 5119 Euro an Rolf Emmerich, Geschäftsführer der Lebenshilfe und Sylvia Wollerich, Leiterin des Therapiezentrums überreichen. „2200 Kilometer in drei Wochen, das sind über 100 Kilometer am Tag – eine tolle Leistung“, sagte Emmerich anerkennend. Slyvia Wollerich gestand begeistert, nicht „mit einer so großen Summe gerechnet zu haben“.

Der große Empfang ihm zu Ehren war dem sympathischen Benefiz-Radler sichtlich unangenehm. „Wichtig sind doch diejenigen, die wir unterstützen“, betonte er. Schumacher, der seit 25 Jahren mit dem Fahrrad durch ganz Europa unterwegs ist und bereits zum achten Mal eine „Tour der Hoffnung“, davon zweimal zugunsten der Lebenshilfe HPZ sowie nun zum ersten Mal zugunsten des Dürener Therapiezentrums, absolviert hat, berichtete lebhaft von den Erlebnissen auf der Fahrt, die ihn von Riga aus durch Lettland, Litauen und Polen bis Düren führte. Ursprünglich war er mit seinem Cousin Fritz Jaax gestartet. Diesen ereilte unterwegs jedoch die traurige Nachricht vom Tod seines Vaters, so dass er in Bad Münder die Tour abbrach und von Hannover aus mit dem Zug heimfuhr.

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Im Anschluss an die Begrüßungsfeier für Peter Schumacher führten die Therapeuten interessierte Gäste durch die Räume des Therapiezentrums Düren-Nordeifel. Foto: Renate Hotse

Im Anschluss an die Begrüßungsfeier für Peter Schumacher führten die Therapeuten interessierte Gäste durch die Räume des Therapiezentrums Düren-Nordeifel. Foto: Renate Hotse

Strömender Regen und Verkehrschaos in Riga trübten zwar den ersten Tag, doch ansonsten habe er „die Fahrt sehr genossen“, erzählte Schumacher. Den Spaß ließ er sich auch nicht von Strecken vermiesen, die zwar geteert begannen, dann aber in Schotterpisten von 70 Kilometern Länge führten. In Litauen gab es eine Überraschung der besonderen Art: Dort konnte die Tour nur auf der Autobahn fortgeführt werden – mit dem Fahrrad! Als die beiden Dürener noch ratlos überlegten, wie es wohl weitergehen könnte, sei ein Einheimischer gekommen, der ihnen gesagt habe: „Ihr müsst über die Autobahn“ und sich gleich angeboten habe, dabei zu helfen, die Räder über die Leitplanke zu heben. Insgesamt 45 Kilometer legten Jaax und Schumacher auf dem Seitenstreifen der Autobahn zurück. „Da bin ich bald bekloppt geworden“, erinnerte sich Schumacher schmunzelnd. An der deutsch-polnischen Grenze dann das Kontrastprogramm. „Kaum waren wir dort fünf Minuten auf der Schnellstraße unterwegs, wurden wir schon von der Polizei gestoppt.“

Auch die Tatsache, dass die beste Planung nicht vor unvorhergesehenen Ereignissen schützt und die täglich neue spannende Suche nach einer Unterkunft für die Nacht konnte Schumachers Gelassenheit nicht erschüttern. „Seitdem gibt es bei uns und unseren Mitarbeitern ein geflügeltes Wort, wenn mal wieder alles zusammen kommt: ‚Nur die Nerve behale‘“, sagte Emmerich lachend.

Im Anschluss an Schumachers Reisebericht verriet Sylvia Wollerich, wofür das Geld verwendet werden soll. „Unter anderem wollen wir unser Therapiematerial auf den neuesten Stand bringen und unsere Mitarbeiter fortbilden. Zudem werden wir bald einen neuen Psychomotorikraum einrichten“, sagte die Leiterin des ambulanten Therapie- und Beratungszentrums für Menschen mit Autismus. Peter Schumacher hat für die Lebenshilfe HPZ bereits zwei große Radtouren nach Polen (2010) und nach Rom (2011) organisiert und damit mehr als 15.000 Euro für den guten Zweck gesammelt


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