Ehrenamtliche Verstärkung gesucht

Schlicher "Essen in Gemeinschaft"
Von Arne Schenk [21.05.2015, 08.46 Uhr]

Leckeres Mittagessen in kommunikativer Atmosphäre: das Essen in Gemeinschaft kommt bestens an.

Leckeres Mittagessen in kommunikativer Atmosphäre: das Essen in Gemeinschaft kommt bestens an.

Gelöste Stimmung im Pfarrheim in Langerwehe-Schlich: Bevor der Appetit anregende Geruch von schmackhaften Speisen durch die Räume zieht, haben sich die Gäste eingefunden. Die angeregten Gespräche lassen das Hauptgeschehen beim Projekt „Essen in Gemeinschaft“ fast ein wenig in den Hintergrund rücken.

Dieser Umstand sei gewollt, betonen Bärbel Weber und Barbara Andrä von der Projektgruppe. Eines der vielen Ziele war es nämlich, eine Kontaktstelle in Schlich gerade für die ältere Generation einzurichten. Schließlich hatte eine Umfrage ergeben, dass nach der Schließung des einzigen Geschäftes in Schlich, einem Lebensmittelladen, zwei Dinge dringend vermisst wurden: eine Einkaufsmöglichkeit und ein Treffpunkt.

Nachdem der Arbeitskreis Nahversorgung der Zukunftswerkstatt Langerwehe, dem Barbara Andrä angehört, vor zwei Jahren die Tafel Langerwehe verwirklichte, galt es nun, ein weiteres Projekt anzustoßen. Eine Nahversorgung im Stile des Jülich-Barmener DORV-Projektes wurde erst einmal zurückgestellt zugunsten des überschaubareren und leichter zu realisierendem „Essen in Gemeinschaft.“ Die Anregung holten sich die Organisatoren bei der gleichnamigen Aktion der Evangelischen Gemeinde zu Düren in Birkesdorf und überzeugten sich davon bei einer Teilnahme an der Mahlzeit „im praktischen Selbstversuch“.

Für eine Realisation in Schlich bot sich das dortige Jugendheim der Katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus D’horn an. Hier sind die geeigneten Räumlichkeiten und die passende Ausstattung vorhanden, unterstreicht Bärbel Weber, Mitglied des Pfarreirates. Der Kirchenvorstand gab auf Nachfrage grünes Licht und segnete das Projekt ab. Im Juli 2013 startete dann das Projekt.
Dennoch soll das Essen in Gemeinschaft bewusst konfessionell und parteipolitisch unabhängig sein. „Es soll für alle offen sein. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen“, betonen die beiden engagierten Frauen. Vielfach gehen Menschen im vorangeschrittenen Alter in Heime und bleiben so nicht mehr vor Ort, wodurch die Hiergebliebenen wichtige Gesprächspartner verlieren, erklärt Bärbel Weber. Andererseits holen Kinder ihre Eltern im Alter zu sich an den Wohnort.

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Bei der Ausgabe arbeiteten viele Helferinnen Hand in Hand.

Bei der Ausgabe arbeiteten viele Helferinnen Hand in Hand.

Das „Essen in Gemeinschaft“ bietet die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu knüpfen. Der Plan geht auf, betont Bärbel Weber: „Die Menschen kommen nicht nur zu Essen hierher, sondern auch zur Kontaktpflege.“ Die angenehme Atmosphäre hat sich schnell herumgesprochen. Zuweilen lassen sich Gäste auch mit Gutscheinen für die Veranstaltung herlocken.

Barbara Andrä und Bärbel Weber wissen: „Wer einmal kommt, kommt wieder.“ Jeden Donnerstag von 12.30 bis 14 Uhr (mit Ausnahme von kirchlichen Feiertagen und Weihnachten) lassen sich so derzeit rund 30 Menschen die guten Mahlzeiten schmecken. Wer in der Woche Geburtstag feierte, bringt auch schon einmal einen Kuchen oder eine Flasche Sekt für die Gemeinschaft mit. Ein Zeichen, wie wohl sich die Anwesenden in der Gemeinschaft fühlen.

Das Hauptgericht liefern örtliche Cateringunternehmen an, für Vorspeise und Nachtisch sorgen die Helfer selbst. Rindfleischsuppe, Hähnchenschnitzel an Blattspinat mit Reis und als Dessert Erdbeeren mit Quark stehen an diesem Tag auf dem Programm. Für die Nachspeise zeichnet diesmal Bärbel Weber verantwortlich. Um den Aufwand bewältigen zu können, sind derzeit rund zehn Ehrenamtliche am Werk. Sie finden sich eine Stunde früher im Pfarrheim ein, um die Tische einzudecken und Kaffee zu kochen, später servieren sie, und bleiben hinterher noch eine halbe Stunde, um zu spülen und aufzuräumen.

So kommt das Projekt einem weiteren Wunschziel von Barbara Andrä sehr entgegen: „Die Menschen sollten wieder mehr aufeinander zugehen und Verantwortung übernehmen.“ Allerdings werden weitere benötigt, um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen und so zur Entlastung der bisherigen rund zehn Mitarbeiter zu sorgen. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei Barbara Andrä (Telefon 0178 9696468), Astrid Diekemper (Telefon 02423 2484) oder Anita Lampe (Telefon 02423 5180) melden.


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