Ausstellung im Ludwig Forum

Schürmann trifft Ludwig in Aachen
Von Redaktion [17.03.2015, 08.01 Uhr]

Philippe Halsman, Mao/Marylin, 1952/1981, gelatine silver print, 33 x 25 cm, Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann

Philippe Halsman, Mao/Marylin, 1952/1981, gelatine silver print, 33 x 25 cm, Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann

Klassiker der Pop-Art, Gerhard Richter und Richard Hamilton, Graffitimalerei und Leipziger Schule: Peter und Irene Ludwig haben Zeit ihres Lebens eine unvergleichliche Sammlung herausragender Werke der amerikanischen und europäischen Kunst seit Beginn der 1960er Jahre zusammengetragen. Bis in die frühen 1990er Jahre hinein erweiterten sie ihre Sammlung stetig, wobei insbesondere die weltpolitischen Umbrüche der späten 1980er und frühen 1990er Jahre starken Niederschlag fanden. Das Stammhaus dieser einzigartigen Sammlung ist das Ludwig Forum in Aachen, wo das Industriellenpaar lebte und von wo aus es eine der größten Schokoladen- und Süßwarenproduktionen der ehemaligen Bundesrepublik lenkte.

Eine Generation später: Die Sammlung, die Gabriele und Wilhelm Schürmann seit Mitte der 1980er Jahre aufgebaut haben, gehört heute zu den bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Sie wurde in zahlreichen Ausstellungen von den Hamburger Deichtorhallen bis zum Düsseldorfer K21 präsentiert. Mehr als 1000 Einzelwerke waren in den vergangenen zehn Jahren als Leihgaben weltweit in über 100 Institutionen zu sehen, darunter das MoMA, das MoCA Los Angeles, das Art Institute Chicago, das Stedelijk Museum Amsterdam, das Musée d’Art moderne in Paris, die Tate Modern oder das Sprengel-Museum in Hannover.

Der Fokus der Sammlung liegt auf gegenwartsbezogenen und kontextorientierten Positionen, wie sie Künstler der Generation Schürmanns und danach im Blick haben. Dazu gehören sämtliche Kulturtechniken vom winzigen Foto bis zur raumgreifenden Installation etwa von Martin Kippenberger, Thomas Locher, Mike Kelley, Pae White, Rita McBride, Jason Rhoades, Christopher Williams, Sister Corita, Fiona Banner, Franz West, Heimo Zobernig, Monika Baer, Joëlle Tuerlinckx, Walter Swennen, Heinrich Dunst bis hin zu aktuellen Positionen wie Michael E. Smith, Simon Denny oder GCC.

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Peter Ludwig, Jahrgang 1925, zeigte seit 1969 amerikanische Pop Art in Aachen. Wilhelm Schürmann, Jahrgang 1946, traf damals erstmals auf die Kunst der Ludwigs. „Weltklasse“, sagt er. Heute trifft Schürmann wieder auf Werke Ludwigs, in „Le Souffleur“: Das Ludwig Forum Aachen hat ihn eingeladen, eine Ausstellung mit Blick auf die Sammlung Ludwig zu kuratieren. Entstanden ist „Le Souffleur“, 15 Kunst-Räume, in denen sich Werke beider Sammlungen subtil und auf Augenhöhe begegnen und sich dabei gegenseitig kommentieren. Die künstlerische Position zählt, nicht Stil oder Epoche. „Ich kann nur Künstler ernst nehmen, die sich als Teil
des Ganzen begreifen. Testosterongesteuerte Künstlerdarsteller kann ich nicht ab", sagt Schürmann.

Was für Künstler gilt, erhebt er auch für sich als Ausstellungsmacher zum Anspruch: Teil des Ganzen, im besten Sinn ein Stein des Anstoßes zu sein, der den eigenen Wertemaßstab herausfordert: „Ich möchte Wahrnehmung auslösen ohne belehrende Attitüde.“ Kunst entsteht für Schürmann im Raum zwischen Material und Betrachter. Und das passiert, sagt er, „nicht im Ober-, sondern gerne auch im Unterstübchen“. Indem er Kunstwerke auf Kollisionskurs schickt, schafft er sinnlich-diskursive Räume, die staunen machen und sicher Geglaubtes
aufbrechen: ästhetische Begriffe, politische Überzeugungen, logische Ableitungen, die Macht des Kurators.


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