Aktionstag gegen Herztod im Kreis Düren
Von Josef Kreutzer [19.09.2014, 17.27 Uhr]

Drücken, drücken, drücken: Beim Aktionstag EinLebenRetten am Freitag, 26. September, kann auf den Marktplätzen in Düren und Jülich wieder die lebensrettende Herzdruckmas-sage geübt werden.

Drücken, drücken, drücken: Beim Aktionstag EinLebenRetten am Freitag, 26. September, kann auf den Marktplätzen in Düren und Jülich wieder die lebensrettende Herzdruckmas-sage geübt werden.

Mit 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr ist der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Und jeden kann es treffen. Doch längst nicht jeder ist in der Lage zu helfen, wenn er Zeuge wird, wie jemand einen plötzlichen Herzstillstand erleidet. Dabei verdoppeln bis verdreifachen sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen die Chance, dass der Betroffene überlebt.

Um deutlich mehr Menschen in Deutschland zu ermutigen, im Notfall zu helfen, haben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anäs-thesiologie und Intensivmedizin die Kampagne „EinLebenRetten“ gestartet, die sie in der Woche der Wiederbelebung vom 22. bis 26. September bundesweit ins Licht der Öffent-lichkeit rückten. Auch im Kreis Düren: Hier starteten die Krankenhäuser und die Rettungsdienste wie im Vorjahr wieder einen Aktionstag mit Informationen, Demonstrationen und Übungen auf den Marktplätzen in Düren und Jülich.

Dr. Detlef Struck, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Düren, weiß, dass Aufklärung nottut: "Bei den meisten ist es die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist es nur falsch, nichts zu machen".
Erste Hilfe ist gar nicht schwer. Die Formel zur Lebensrettung lautet „Prüfen, Rufen, Drü-cken“. Prüfen, ob die bewusstlos zusammengebrochene Person noch reagiert, unter 112 den Rettungsdienst rufen und dann mindestens 100-mal pro Minute fest in der Mitte des Brustkorbs drücken, bis Hilfe eintrifft. Am Aktionstag kann jeder Interessierte in wenigen Minuten die erste lebensrettende Maßnahme erlernen und die Anwendung an Puppen üben.

Werbung

Eine Mund-zu-Mund-Beatmung, die manchen hemmt, aktiv zu werden, ist dabei nicht erforderlich. Der Mediziner: "Bis zum Eintreffen der professionellen Helfer ist es nicht zwingend notwendig, den Patienten zu beatmen. Das feste Drücken des Brustkorbs allein reicht aus, um das zunächst noch mit Sauerstoff angereicherte Blut zirkulieren zu lassen." Nur trainierte Ersthelfer sollten zusätzlich die Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen und zwar im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen.

Am Aktionstag sind die Anästhesieabteilungen der Krankenhäuser Birkesdorf, Düren, Jü-lich und Lendersdorf sowie die Feuerwehr Düren und das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst beteiligt. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, den Menschen die Scheu vor der ersten Hilfe zu nehmen. Während in Deutschland nur knapp 20 Prozent der Mitbürger einem Menschen mit Herzstillstand helfen würden, sind es in den Niederlanden über 60 Prozent.

Der erste Schritt in diese Richtung ist schon gemacht: Nach dem Akti-onstag 2013 sind über 300 Angehörige der freiwilligen Feuerwehren im Kreis Düren im Rahmen der Aktion EinLebenRetten ausgebildet worden. Landrat Wolfgang Spelthahn, der die Druckmassage bereits im vergangenen Jahr erlernt hat, dankt allen herzlich, die sich in der Kampagne engagieren: "Es ist so einfach, einem Menschen mit Herzstillstand das Leben zu retten. Jeder sollte einige Minuten investieren, um die erste Hilfe zu üben. Womöglich ist man irgendwann selbst betroffen und profitiert dann vom beherzten Eingreifen eines Ersthelfers."


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang?“, heißt ein ziemlich bekanntes Fest- und Feierlied. Da so ein 50-jähriges Jubiläum bei der Kita „Die kleinen Strolche“ in erster Linie ein Fest für die Kinder ist, hat sich das Team der Einrichtung überlegt, mit den Kindern, die sie im Moment besuchen, kräftig und sieben Tage lang zu feiern. Es geht los mit dem Dasda Theater, das am Donnerstag, 27. April, das Stück Petterson und Findus im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, für die Kita-Kinder aufführen wird.  [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden
Einen Ruhepol im Alltag finden. Innehalten, dem eigenen Getriebensein im Leben regelmäßig einen Ort des Atemholens zu geben, dazu dienen Exerzitien im Alltag. Seit fast 20 Jahren wird in St. Rochus Jülich diese Tradition in der Fastenzeit gepflegt. [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung