Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute

In Duisburg "Zeichen gegen den Krieg" gesetzt
Von Redaktion [13.09.2014, 07.05 Uhr]

Das Werk "We the People" von Danh Vo ist Teil der Duisburger Ausstellung. Foto: Danh Vo und Galerie Chantal Crousel, Paris

Das Werk "We the People" von Danh Vo ist Teil der Duisburger Ausstellung. Foto: Danh Vo und Galerie Chantal Crousel, Paris

Unter dem Eindruck der Ereignisse im Ersten Weltkrieg entstand 1915 Wilhelm Lehmbrucks Plastik "Der Gestürzte". Noch heute gilt sie als eindrucksvolles Mahnmal gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Die Haltung des rheinischen Bildhauers ist im Lehmbruck Museum Ausgangspunkt für eine Ausstellung mit dem Titel "Zeichen gegen den Krieg - Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute", die mögliche Formen des Widerstands und des Umgangs mit dem Thema Krieg zur Diskussion stellt. Die Ausstellung in Duisburg, die am 11. September eröffnet wird, ist Teil des in Deutschland einzigartigen Verbundprojektes "1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg", mit dem der Landschaftsverband Rheinland (LVR) noch bis Mitte 2015 an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor rund 100 Jahren erinnert.

"Die Tatsache, dass der Gestürzte Lehmbrucks den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet, setzt ein ganz besonderes Zeichen. Entworfen für ein Heldendenkmal auf dem Kaiserberg, wurde die Skulptur damals abgelehnt, da sie den Vorstellungen eines heldenhaften Soldaten vollkommen widersprach. Heute, fast 100 Jahre später, schließt sich der Kreis, da eben diese Skulptur den Weg für aktuelle Positionen und Werke bereitet hat, die sich mit dem Thema Krieg auseinandersetzen", so der Duisburger Kulturdezernent Thomas Krützberg. Auf rund 850 Quadratmetern Ausstellungsfläche steht nicht allein die geschichtsträchtige Epoche rund um 1914 im Mittelpunkt. Diese Perspektive wird dabei deutlich überschritten. Die Ausstellung zeigt Werke von insgesamt 21 Künstlerinnen und Künstlern, die sich bis heute mit unterschiedlichen Erscheinungsformen und Begleiterscheinungen kriegerischer Konflikte beschäftigen.

Unter dem Eindruck der Ereignisse im Ersten Weltkrieg entstand 1915 Wilhelm Lehmbrucks Plastik "Der Gestürzte". Noch heute gilt sie als eindrucksvolles Mahnmal gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Die Haltung des rheinischen Bildhauers ist im Lehmbruck Museum Ausgangspunkt für eine Ausstellung mit dem Titel "Zeichen gegen den Krieg - Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute", die mögliche Formen des Widerstands und des Umgangs mit dem Thema Krieg zur Diskussion stellt. Die Ausstellung in Duisburg, die am 11. September eröffnet wird, ist Teil des in Deutschland einzigartigen Verbundprojektes "1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg", mit dem der Landschaftsverband Rheinland (LVR) noch bis Mitte 2015 an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor rund 100 Jahren erinnert.

"Die Tatsache, dass der Gestürzte Lehmbrucks den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet, setzt ein ganz besonderes Zeichen. Entworfen für ein Heldendenkmal auf dem Kaiserberg, wurde die Skulptur damals abgelehnt, da sie den Vorstellungen eines heldenhaften Soldaten vollkommen widersprach. Heute, fast 100 Jahre später, schließt sich der Kreis, da eben diese Skulptur den Weg für aktuelle Positionen und Werke bereitet hat, die sich mit dem Thema Krieg auseinandersetzen", so der Duisburger Kulturdezernent Thomas Krützberg. Auf rund 850 Quadratmetern Ausstellungsfläche steht nicht allein die geschichtsträchtige Epoche rund um 1914 im Mittelpunkt. Diese Perspektive wird dabei deutlich überschritten. Die Ausstellung zeigt Werke von insgesamt 21 Künstlerinnen und Künstlern, die sich bis heute mit unterschiedlichen Erscheinungsformen und Begleiterscheinungen kriegerischer Konflikte beschäftigen.

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Aus der Ferne in die unmittelbare Nähe gerückt
Besucherinnen und Besucher werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg - wie auch an alle folgenden Kriege - stets von Standpunkten in der Gegenwart bestimmt wird. Einer Gegenwart, die seit dem Ersten Weltkrieg und danach zunehmend medientechnisch vermittelt wird und dabei neuartige Konstellationen von Nähe und Ferne schafft. Darauf spielen insbesondere Werke mit Bezug auf jüngere Kriege an. Diese mögen zwar geographisch fern sein, werden durch das Internet oder Fernsehbeiträge in die unmittelbare Nähe gerückt. Darauf spielt beispielsweise die in Duisburg gezeigte Installation von "Tropen des Krieges" von Harun Farocki und Antje Ehmann an. Sie verweist darauf, dass Kriegsszenen aus der ganzen Welt inzwischen zu einem eigenständigen Genre der gegenwärtigen Unterhaltungsindustrie geworden sind.

Künstlerische Betrachtung von 1914 bis heute
Werke wie diese machen in unterschiedlicher Weise die menschliche Verletzlichkeit spürbar. "Das Thema Krieg als globale Bedrohung ist gerade in den vergangenen Wochen und Monaten leider aktueller denn je geworden. Es ist daher besonders wichtig, nicht nur einen Blick zurück auf den Ersten Weltkrieg zu werfen, sondern künstlerische Stellungnahmen zu und aus den jeweiligen Kriegszeiten bis heute zu zeigen", so Kunsthistoriker Thomas Buchardt, kuratorischer Mitarbeiter der Ausstellung. "Nicht selten vermischt sich die Faszination der Kunstwerke der Ausstellung mit dem Erschrecken, wie zeitlos die Arbeiten sind - und was dies für das Erleben kriegerischer Auseinandersetzungen bedeutet." Wie individuell diese Eindrücke verarbeitet wurden, zeigt ein vielfältiges Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen: Zu sehen sind Skulpturen, Installationen, Rauminszenierungen, Wandarbeiten, Video- und Fotoarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Ländern wie dem Libanon, Israel, USA, Deutschland, Chile, Bosnien und Herzegowina, England, Peru, Serbien, Spanien, Tschechien und Vietnam. Ausgestellt werden neben Werken von Harun Farocki, Antje Ehrmann und Wilhelm Lehmbruck auch Arbeiten von Marina Abramovi?, Mona Hatoum, Danh V?, Rosemarie Trockel, Ivan Navarro, Lynn Hershman Leeson und Duane Hanson.

Aggression und Avantgarde als Motiv für Kunstmoderne
Die Ausstellung ist Teil des LVR-Verbundprojektes "1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg". Seit September 2013 werden die Ereignisse vor rund 100 Jahren aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. So standen bereits die Farbfotografie um 1914, die Elektrifizierung des ländlichen Raums vor rund 100 Jahren oder die Werke des jungen Künstlers Max Ernst im Mittelpunkt. Ab dem 27. September rückt unter dem Titel "Das (verlorene) Paradies" August Macke in Bonn in den Mittelpunkt. Auch dort steht die Frage der Kriegsbewältigung und Friedensfähigkeit von Kunst auf dem Programm. In Duisburg wird dabei die zeitgenössische Perspektive deutlich überschritten.
Die Ausstellung "Zeichen gegen den Krieg - Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute" wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Kunststiftung NRW und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.


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