Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Lebenswege jüdischer Frauen in Rödingen beleuchtet
Von Redaktion [10.09.2014, 07.35 Uhr]

"Regina Jonas. Woman Rabbi": Die Geschichte der weltweit ersten Rabbinerin ist auch als Comic erschienen. (Illustration: E. Steiner, steinercomix.de

"Regina Jonas. Woman Rabbi": Die Geschichte der weltweit ersten Rabbinerin ist auch als Comic erschienen. (Illustration: E. Steiner, steinercomix.de

Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur stellen die Organisatoren im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen am Sonntag, 14. September, von 11 bis 19 Uhr die "Frauen im Judentum" in den Fokus. In Führungen, Vorträgen und Film können sich Interessierte dem Thema nähern. Zum Abschluss gibt es einen Umtrunk zum fünfjährigen Bestehen des Kulturhauses.

Start des Angebotsreigens ist ab 12 Uhr mit einer Führung "Jüdisches Leben auf dem Land", bei dem der besondere Blick auf das rheinische Landjudentum und die Familie Ullmann gerichtet wird. Unter dem Blickwinkel "üdische Orte im christlich geprägten Dorf" beginnt ein Dorfrundgang um 13 Uhr.
Eine Spurensuche inklusive Besichtigung des jüdischen Friedhofs steht dann auf dem Prorgramm. Männer werden beim Besuch des Friedhofs gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Sibilla Ullmann war die letzte ihrer Familie, die das Rödinger Haus, in dem heute das Kulturhaus untergebracht ist, bewohnte und bei ihrem Auszug 1934 die letzte Jüdin im Dorf. In einem Vortrag ab 14.30 Uhr geht es um die Spuren, die Sibilla Ullmann in Erinnerungen ihrer Nichte, Erzählungen von Dorfbewohnern und im Haus hinterlassen hat.

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Ein Ausschnitt aus dem Film "An ihrer Stelle". (Foto: NFP marketing & distribution)

Ein Ausschnitt aus dem Film "An ihrer Stelle". (Foto: NFP marketing & distribution)

"Fräulein Rabbiner Jonas, die erste Rabbinerin der Welt" lautet ein Vortrag ab 15.30. Am 27. Dezember 1935 erhielt Regina Jonas die Smicha, d.h. die formelle Einsetzung in das Rabbineramt. Sie war die erste Frau weltweit, die zur Rabbinerin ordiniert wurde. Ihren schwierigen Weg verfolgte Regina Jonas unbeirrt. Bis zu ihrer Deportation und Ermordung in Auschwitz übte sie ihr Amt mit großem Engagement aus.

Der Geschichte der 18-jährige Shira aus einer orthodoxen Gemeinde in Tel Aviv können Interessierte ab 16.30 in dem Film "An ihrer Stelle" folgen. Shira bereitet sich auf ihre Heirat vor. Doch dann stirbt ihre Schwester bei der Geburt ihres Kindes und hinterlässt ihren Ehemann Yochay mit dem Neugeborenen. Shira wird nun mit dem Vorschlag konfrontiert, ihren verwitweten Schwager zu heiraten und dessen Kind eine Mutter zu sein. Die junge Frau steht vor der schweren Entscheidung, ihrem Herzen oder den Wünschen ihrer Familie zu folgen.

Den Abschluss des Tages bildet ein Umtrunk zum fünften Geburtstag des LVR-Kulturhauses. Die heutige Referentin Monika Grübel studierte Judaistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Seit 1999 beim LVR. Judaistin im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn und Leiterin des LVR-Kulturhauses Landsynagoge Rödingen. Arbeitsfelder: Filme, Publikationen, Veranstaltungen und Beratung zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur im Rheinland.

Eintritt, Führungen, Vorträge und Film sind am 14. September 2014 frei


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