Ehrenpreis für soziales Engagement verliehen

Liebe Worte, offene Ohren, helfende Hände im Kreis Düren
Von Josef Kreutzer [30.06.2014, 15.18 Uhr]

Anderen helfen kann jeder – und es gibt wahrlich genug zu tun: Das wurde bei der 14. Verleihung der Ehrenpreise für soziales Engagement des Kreises Düren deutlich. Da ist eine 14-Jährige, die durch ihre Näharbeit rund 7000 Menschen im Sudan zu Trinkwasser im Dorf verholfen hat. Da ist ein Sportverein, der die Deutsche Knochenmarkspenderdatei an einem Tag um mehr als 1300 potenzielle Lebensretter erweitert hat. Da sind Feuerwehrleute, die nicht nur löschen, sondern auch bauen und damit Eigenleistung im Wert eines sechsstelligen Euro-Betrages erbringen. Doch das sind nur drei Beispiele, stellvertretend für viele.

Als Landrat Wolfgang Spelthahn in der vollbesetzten Langerweher Kulturhalle insgesamt 24 Ehrenpreise überreichte, da war das einmal mehr eine beeindruckende Leistungsschau bürgerschaftlichen Engagements. "Über 80.000 Menschen sind im Kreis Düren ehrenamtlich aktiv, damit rangiert er bundesweit mit an der Spitze. Sie sind von Bürgern für diese Ehrung vorgeschlagen und von unserer Jury auserwählt worden", verdeutlichte er den hohen Stellenwert der Würdigung.

Neben der Ehrenurkunde ist die Auszeichnung mit einem Scheck über 250 Euro verbunden. Dafür sorgte die Sparkasse Düren ebenso wie für Speis und Trank beim geselligen Ausklang am Büfett. Zudem hat sie alle Preisträger für die Verleihung des Deutschen Bürgerpreises angemeldet. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto "Vielfalt fördern – Gemeinschaft leben!".

Erneut würdigte auch die Entwicklungsgesellschaft indeland herausragendes ehrenamtliches Engagement durch ihren Sonderpreis. Neben den zahlreichen Vertretern aus Politik und Verwaltung waren es Freunde und Angehörige, die immer wieder applaudierten, als die Preisträger nacheinander ins Scheinwerferlicht traten.

Für den musikalischen Rahmen sorgte ein Saxophonquartett der Musikschule Düren. Der Kinder- und Jugendchor Adelgundisspatzen, geleitet von Preisträgerin Anke Keppel, gab drei Kostproben seines Könnens und erntet dafür viel Beifall.

Mit Ehrenpreisen für Soziales Engagement des Kreises Düren wurden ausgezeichet:

Thomas Helbeck aus Echtz organisiert Tattoo-Aktionen, um mit den Einnahmen hilfsbedürftige Kinder zu unterstützen. Er und seine Kollegen helfen zum Bespiel einem Mädchen mit Down-Syndrom sowie einem Autisten und Epileptiker.

Ob auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Jugendliche, ratsuchende Frauen oder arme oder kranke Senioren: Gertrud Scheidweiler setzt sich seit Jahrzehnten für die Menschen in Niederzier ein.

Das Trommlercorps Dürboslar, unter anderem Organisator der Kirmes, ist eine Säule des Dorflebens und spricht vor allem junge Menschen an. Dabei kommt es ganz ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde aus.

Seit vielen Jahren fördert Irma Steinmetz Kinder aus vielen Ländern im Stadtteil Düren Süd-Ost und im Nachbarschaftsverein Rotterdamer Straße. Den Bewohnern steht sie allzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Über 1300 Menschen ließen Ende 2013 ihr Blut auf Initiative des FC Viktoria Schlich typisieren und sind nun in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert. Auslöser der Aktion war die Blutkrebs-Erkrankung einer Vereinskameradin.

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Das Wohl der Senioren in Heimbach liegt Hilde Kleinschmidt und Franziska Gerkowski sehr am Herzen. Sie unterstützen sie im Alltag und organisieren Freizeitangebote. Auch viele Pilger betreuen sie während der Oktav.

Dr. Safar Al Halabi engagiert sich seit über zehn Jahren im Islamforum Düren. Damit trägt er im hohen Maße zum friedvollen Miteinander und gegenseitigen Respekt der verschiedenen Glaubensrichtungen in Düren bei.

Ursula Amian, Pädagogin an der Grundschule in Arnoldsweiler, begeistert seit vielen Jahren Kinder für afrikanische Trommelmusik. Einnahmen aus Aufführungen kommen auch einer Schule in Guinea zugute.

Der Initiativkreis Integration Aldenhoven setzt sich seit 2006 für ein friedliches Zusammenleben und bessere Bildungschancen der Aldenhovener Kinder ein. Bereits dreimal lud er alle Bürger zum Fest der Nationen ein.

„Wir sind für sie da“: Im CTW-Krankenhaus Jülich unterstützt und begleitet eine Gruppe Ehrenamtlicher die Patienten auf Wunsch. Ihr Markenzeichen: freundliches Lächeln, liebe Worte, offene Ohren, helfende Hände.

Im Rahmen von "GIP spielen und lernen" bringen Hartmut Buchbinder und Patrick Dohmen Schüler an Regelschulen mit behinderten Menschen in Kontakt. Dadurch sollen die Kinder ihre Scheu vor Menschen mit Behinderung überwinden.

Den Kinderchor "Adelgundisspatzen" hat die Jülicherin Anke Keppel 2007 ins Leben gerufen. Das Singen bereitet sowohl den Kindern als auch den Zuhörern bei Anlässen aller Art viel Freude.

Seit über 30 Jahren arbeitet Leander Fürst für den Judosport in Jülich. Es gibt kaum eine Funktion, die er nicht ausgeübt hätte. Neben dem Sport organisiert er immer wieder Freizeitaktivitäten, um das Miteinander zu stärken.

Andreas Werner, Frank Bender, Lisa Falk und Matthias Metzger haben es sich zum Ziel gemacht, das Lehrschwimmbecken in Embken zu erhalten. Ohne den Förderverein gäbe es das wohnortnahe Sportangebot wohl nicht mehr.

Durch das Nähen und Verkaufen von Lavendelsäckchen hat die 14-jährige Anne Hilden aus Langerwehe schon 14 Handwasserpumpen im Sudan finanziert. Dadurch haben rund 7000 Menschen Trinkwasser in ihrem Ort bekommen.

Seit 2009 ist der Seniorentreff Merken e.V. Anlaufstelle für ältere Menschen, die alleinstehend oder einsam sind. Viermal pro Woche lädt er zum geselligen Miteinander ein. Auch Ausflüge stehen auf dem Programm.

Edeltraud Schmitz und Irmgard Schumacher engagieren sich seit über zehn Jahren im Projekt „offene Anlaufstelle für Hilfesuchende im Stadtteil Düren Süd-Ost“. Sie helfen mit Rat und Tat und materieller Unterstützung.

Die Feuerwehr-Löschgruppe Vlatten hat in Eigenleistung und teils aus eigener Tasche ein Feuerwehrgerätehaus gebaut. Dabei hat sie Leistungen im Geldwert von 327.000 Euro erbracht.

Pfarrer Vincenz Nguyen van Tung unterstützt das von einem katholischen Frauenorden in Vietnam geführte "Haus Bethania“. Er organisiert Veranstaltungen und spendet den Erlös, damit die ärmsten Familien dort Hilfe für ihre Kinder bekommen.

Bernd Pfennings setzt sich im hohen Maße in der Selbsthilfegruppe für Menschen mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung ein. Er organisiert Infoveranstaltungen und berät und betreut Betroffene.

Heinz-Ferdy Bendels und Michael Tombeux sind in allen Bereichen des THW tätig. Ohne sie gäbe es die Bergungstaucher“ im Kreis Düren nicht. Auch an Auslandseinsätzen und Hilfsgütertransporten waren sie beteiligt.

Von der katholischen Kirche ist das vielfältige Engagement von Marlene Marx geprägt. Sie leistet sowohl Gremien- als auch Basisarbeit. Rosenkranzgebete, Krankenbesuche, das Sammeln von Bekleidung für Bedürftig sind nur einige ihrer Aktivitäten.

Heino Bücher begeistert Menschen bei Heimatabenden und mit Mundartreden. Bei der KG Ulk Jülich ist er seit über 30 Jahren in verschiedensten Bereichen aktiv. Er hält Traditionen lebendig und erfreut viele Menschen.

In Vossenack ist Roland Lenkeit seit über 30 Jahren aktiv. Die Feuerwehr und die Pfadfinder sind seine Heimat: So organisiert er zum Beispiel Martinsfeuer, Sternsinger-Aktionen, Altpapiersammlungen, Sommerlager oder Naturkundetage.

Sonderpreis indeland:
Der Förderverein „Regenbogenkinder“ Koslar sammelt Spenden und krempelt die Ärmel hoch, um die Ausstattung der Einrichtung zu erweitern. So entstand zum Beispiel eine Kinderwerkstatt.


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