Ausstellung bis 24. August

"Windzeichnungen" im Dürener Hoesch-Museum
Von Redaktion [10.05.2014, 08.03 Uhr]

Dr. Gregor Broschinski (v.l.), Vorstand der Sparkasse Düren, Kreiskulturausschussvorsitzende Käthe Rolfink, mit Künstler Klaus Dauven und Ehefrau Stephanie sowie Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann.

Dr. Gregor Broschinski (v.l.), Vorstand der Sparkasse Düren, Kreiskulturausschussvorsitzende Käthe Rolfink, mit Künstler Klaus Dauven und Ehefrau Stephanie sowie Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann.

Klaus Dauven, der sechste Träger des Kunstpreises des Kreises Düren, geht noch einen Schritt weiter als Joseph Beuys, dessen Satz "Jeder Mensch ist ein Künstler" immer wieder gerne zitiert wird. Der 47-Jährige billigt auch Mutter Natur künstlerisches Potenzial zu. "Windzeichnungen" nennt er ihre Werke, die sie auf Mauern, Gestein oder sonstigen Flächen aufträgt. Wenn sich Blätter oder Äste dauernd im Wind wiegen, dann hinterlassen sie auf nahen Wänden mitunter Spuren, einen strukturierten hell-dunkeln Kontrast zum Beispiel.

In seiner Ausstellung "entfernt", die jetzt im Leopold-Hoesch-Museum eröffnet wurde, zeigt Klaus Dauven eine ganze Reihe von derartigen Windzeichnungen, die er mit wachem Auge entdeckt und der Kamera dokumentiert hat. Es sind stille, aber reizvolle Bilder mit Motiven, die man im Original allzu leicht übersieht.

Wenn Klaus Dauven das Naturgemachte nachträglich verändert, kommt das Künstlerisch viel deutlicher zur Geltung. So zeigt er im altehrwürdigen Dürener Kunsttempel einige Straßenschilder, die im Laufe der Jahre Patina angesetzt haben. Diesen von der Natur geschaffenen grünlichen Belag nutzt er als Zeichengrund. Er entfernt ihn stellenweise so, dass die Umrisse von Pflanzen oder Naturszenen erscheinen. Auf einem Schild, das Autofahrer vor Bodenwellen warnt, taucht ein grünlicher Skateboardfahrer auf, der das Hindernis als willkommene Sprungschanze nutzt – eine pfiffige Idee. Die Schilder hat der Künstler übrigens dank der Unterstützung der Gemeinde Kreuzau bekommen.

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Klaus Dauvens Kunst des Entfernens funktioniert im Kleinen wie im Großen. Ein Film dokumentiert im Hoesch-Museum seine Säuberungsarbeiten an Staumauern. Mit Hochdruckreinigern lässt er den Schmutz von Jahrzehnten verschwinden und zaubert so während seiner Kletteraktionen tolle Monumentalbilder an die Wand.

Seinen mit 5000 Euro dotierten Preis hatte der Künstler, der als Lehrer an der Gesamtschule Langerwehe arbeitet, bereits im vergangenen Jahr aus Händen von Landrat Wolfgang Spelthahn in Empfang genommen. Mit der Ausstellung samt dazugehörigem Katalog folgte jetzt Teil zwei seiner Würdigung als herausragender Künstler. Mit Unterstützung der Sparkasse Düren wurde ein kreativer Kopf ins Rampenlicht seiner Heimat geholt, dessen Werke weltweit Beachtung und Anerkennung finden. Klaus Dauven: "Ich freue mich außerordentlich, dass mich mein Heimatkreis mit seinem Kunstpreis bedacht hat. So konnte ich ein lang gehegtes Projekt, das Buch zu den Windzeichnungen, umsetzen. Ich hoffe, dass mich der Preis weiter voranbringen wird."

In der aktuellen Ausstellung des Leopold-Hoesch-Museums sind bis zum 24. August zudem Werke von Axel Kasseböhmer, Heinz Mack und des Düreners Ernst Ohst zu sehen.


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