Kafka und das Warten in Düren
Von Redaktion [24.04.2014, 09.47 Uhr]

In „Literatur im Gespräch“ wird der Germanist Klaus Brehm über Franz Kafka und die Bedeutung des War-tens sprechen. Das Warten ist eine elementare Konstante des menschlichen Lebens. Wie auch immer man die Situation des Wartens beurteilt, sie beschäftigt nicht nur die Literatur, sondern konfrontiert jeden Men-schen auf extreme Weise mit sich selbst und ist folglich Auslöser für ein signifikantes Bedürfnis unserer heutigen Zeit, der Sinnsuche.

Die „gedehnte Zeit“ ist somit nicht nur verlorene Zeit, sondern auch sinn- und zielgerichtet, auf das Erwar-tete hin. Dieses „Sehnsuchtsziel“ kann banal-pragmatischer Natur, aber, existentiell gesehen, auch auf eine lebensbestimmende Sinngebung hin ausgerichtet sein. Eine Sinngebung, die dem Menschen Halt und Wür-de verheißen soll in einer nur schwer durchschaubaren Welt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.

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Mit dieser Problematik, die das Warten auf eine existentielle Zielsetzung aufwirft, befasst sich das Gesamtwerk von Franz Kafka. Anhand exemplarischer Beispiele aus den Romanen „Der Prozess“ und „Das Schloss“ sowie einiger Parabeln sollen die traumatisch-verrätselten Lösungsversuche Kafkas vermittelt und der Prager Autor als ein Wegbereiter für die radikale Daseinserfassung Samuel Becketts und der französi-schen Existentialisten ausgewiesen werden.

Die Veranstaltung der Ev. Erwachsenenbildung findet am Mittwoch, 30. April, um 17.30 Uhr im Vortragsraum der Ev. Gemeinde Düren neben der Christuskirche (Philippstraße/Peter-Beier-Platz) statt.

Die Gebühr beträgt 5 Euro. Es wird um Anmeldung gebeten unter Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich, Tel. 02461 9966 0 oder eeb@kkrjuelich.de.


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