Glasfenster von Heinrich Campendonk

"Kristalline Welten" in Linnich entdecken
Von Dorothée Schenk [09.04.2014, 08.18 Uhr]

Das monumentale Auferstehungsfenster war von Heinrich Campendonk für die Kirche St. Kolumba Köln entworfen worden.

Das monumentale Auferstehungsfenster war von Heinrich Campendonk für die Kirche St. Kolumba Köln entworfen worden.

Mit überraschenden Entdeckungen kann das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich in seiner neuen Ausstellung „Kristalline Welten. Die Glasgemälde Heinrich Campendonks“ aufwarten: Erstmals finden „Geburt Christi“ und „Auferstehung Christi“ wieder zusammen, die der „Blaue Reiter“ aus Krefeld für einen Bilderzyklus für St. Kolumba in Köln schuf. Ersteres wurde im Zuge der Ausstellung „ausfindig gemacht“, wie Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski nicht ohne Stolz zur Eröffnung berichtete, letzteres gehört als Dauerleihgabe zur Sammlung des Hauses.

Nie verwirklicht wurde das Bildprogramm für St. Kolumba. Warum? Darüber gibt ein ganzes Bündel Briefe aus dem Nachlass von Heinrich Campendonk Auskunft, die ebenfalls während der Ausstellungsplanung entdeckt wurden und eine ganz neue Quelle darstellen. Aufgearbeitet hat sie Dr. Wierschowski im Katalog zur Ausstellung. Seit 1966 ist diese Publikation die erste, die sich dem Glasmaler Campendonk in all seinen Facetten als Schüler Thorn Prikkers, Hinterglasmaler und Vertreter der Klassischen Moderne widmet. Hierfür sind eine Vielzahl von Fotografien entstanden, die den 240-Seiten-starken Katalog zu einer wichtigen Ergänzung der Literatur über den Künstler machen.

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Campendonks Neffe Reiner Bornefeld (v.l.n.r.) bei der Ausstellungseröffnung mit Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski und Laudatorin Gisela Geiger, Leiterin der Museen Penzberg.

Campendonks Neffe Reiner Bornefeld (v.l.n.r.) bei der Ausstellungseröffnung mit Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski und Laudatorin Gisela Geiger, Leiterin der Museen Penzberg.

Eine Lücke in der Kunstgeschichte, so formulierte es Hans-Otto Runkler als Vorsitzender des Landschaftsverbandes Rheinland, würde hier geschlossen. Folgerichtig attestiert er dem Museum neue Wege, frische Blickwinkel und eine besondere Forschungsrichtung – was gleichzeitig mit einer großzügigen finanziellen Unterstützung der Ausstellung durch den LVR einherging.

Neben dem Kolumba-Zyklus beeindrucken unter anderem Hinterglasmalereien, das profane Kunstwerk „Fischereihafen“ und das Werk „Arma Mater“. Hier können die Besucher die Entstehen des Werks vom Entwurfskarton über die Schwarz-Weiß Vorlage bis zum fertigen Glasbild nachvollziehen.

Dass das Museum an der Rur mit der Ausstellung einmal mehr den Nerv auch des Publikum getroffen hat, zeigte sich an der großen Resonanz schon zur Ausstellungseröffnung. Eigens angereist war auch Reiner Bornefeld, Neffe Heinrich Campendonks, der die Ausstellungsentstehung begleitete. „Kristalline Welten“ ist bis 28. September in Linnich zu sehen.


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