Faltblatt informiert und nennt Ansprechpartner im Kreis Düren
Von Josef Kreutzer [10.12.2013, 07.41 Uhr]

"Gegen Gewalt in der Pflege": Nicole Savelsberg (3.v.l.) und ihre Mitstreiter in der Arbeitsgruppe präsentieren das Faltblatt, das nützliche Hinweise gibt und Ansprechpartner benennt.

"Gegen Gewalt in der Pflege": Nicole Savelsberg (3.v.l.) und ihre Mitstreiter in der Arbeitsgruppe präsentieren das Faltblatt, das nützliche Hinweise gibt und Ansprechpartner benennt.

"Meine Mutter bringt mich mit ihrer ständigen Nörgelei zur Weißglut! Ich hetze mich für sie ab, und sie ist so undankbar." Rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden im häuslich-familiären Umfeld versorgt, durchschnittlich werden sie zehn Jahre lang daheim gepflegt. Für die meisten Angehörigen stellt das eine außerordentliche Belastung dar. Konflikte bleiben nicht aus, nicht selten kommt es zu Gewalt. Die kann viele Formen haben: Am weitesten verbreitet ist seelische Gewalt. Beschimpfungen, Drohungen, Demütigungen gehören ebenso dazu wie Ironie, Sarkasmus oder die Beschränkung der Kommunikation aufs Allernötigste. Leidtragende können dabei sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige sein.

Um ihnen einen Ausweg aufzuzeigen, hat die Arbeitsgruppe "Gegen Gewalt in der Pflege" der kommunalen Gesundheitskonferenz des Kreises Düren ein Faltblatt erarbeitet. Die Tipps und die Liste mit Ansprechpartnern sind sowohl für Opfer von Gewalt bei der Pflege im häuslich-familiären als auch im professionellen Umfeld gedacht.

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Der generelle Rat lautet: Sorgen Sie für sich! Halten Sie Tabuzonen und Grenzen ein! Zudem verdeutlicht das Faltblatt, dass auch in schwierigen Situationen niemand allein ist. "Gewalt ist fast immer Ausdruck fehlender Unterstützung oder aber großer Überlastung", weiß Nicole Savelsberg, Ärztin des Kreis-Gesundheitsamtes.

Ansprechpartner in der Not sind zum Beispiel im Kreishaus das Gesundheitsamt (02421/22-2204), die Pflegeberatungsstelle (02421/22-1517 oder –1519) und die Heimaufsicht (02421/22-2150 oder –2153). Der Opferschutz der Polizei (02421/949-8700), das Demenzservicezentrum Regio Aachen/Eifel (02404/93901) und die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen (02421/489211) können ebenfalls helfen. Darüber hinaus stehen die Telefonseelsorge (0800/1110111 oder 1110222), Rupert Rieder als Ombudsmann des Kreises für die Pflege (02421/780502) sowie die jeweilige Pflegekasse als Ansprechpartner zur Verfügung.

Das Faltblatt liegt im Kreishaus Düren aus und ist im Internet (www.kreis-dueren.de) hinterlegt. Außerdem wurden wichtige Kontaktstellen von der AG über das Thema informiert und mit Flyern ausgestattet.

Um über Gewalt in der Pflege zu informieren, hat die Arbeitsgemeinschaft bereits eine Fortbildung für professionell Pflegende veranstaltet. Im Frühsommer 2014 lädt sie zudem alle Interessierten zu einer öffentlichen Tagung ein.


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