Grundstein für Dürener Columbarium gelegt
Von Arne Schenk [08.12.2013, 06.32 Uhr]

nthusiasti- scher Spa- tenstich zur Totenhalle mit Colum- barium mit Karin Heu- cher (3.v.l.), Dirk Siedler (2.v.l.) und Paul Larue (2.v.r.).

nthusiasti- scher Spa- tenstich zur Totenhalle mit Colum- barium mit Karin Heu- cher (3.v.l.), Dirk Siedler (2.v.l.) und Paul Larue (2.v.r.).

Gräber von katholischen Christen neben denen von evangelischen, dazu ein jüdisches – der Evangelische Friedhof in Düren zeigt sich weltoffen. Damit Menschen in ihrer Trauer hier zur Ruhe kommen und Kraft tanken können, baut die Evangelische Gemeinde nun eine Trauerhalle samt Columbarium.

Der Wunsch nach anonymer Bestattung oder gar Verstreuung der Asche ist Ausdruck der modernen Zeit. Falls der Grund darin liegt, Angehörigen eine aufwändige Grabpflege ersparen zu wollen, bietet das Columbarium eine Alternative. Dessen Wände beinhalten Fächer zur Beisetzung von Urnen. Es ginge darum, einen Raum anzubieten, der keine große Dekoration brauche, erklärte die Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrerin Karin Heucher. Gleichzeitig sei es ein Zeichen gegen die Anonymisierung. Es gelte, den Namen lebendig zu halten und damit all die Erinnerungen, die mit diesem Namen verbunden sind.

Dies unterstrich auch Dürens Bürgermeister Paul Larue, der betonte, das Friedhöfe im jüdisch-christlichen Verständnis das Gedächtnis einer Stadt seien. Daher dürfe man den Toten nicht ihren Namen nehmen. Er suche gerne zur Besinnung den Evangelischen Friedhof auf, nicht zuletzt weil hier auch Freunde und Verwandte lägen. Das Columbarium sah er als deutliches Zeichen gegen die Anonymisierung der Toten: „Christen sollten sich häufiger gegen den Trend wenden.“

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So soll das Columbarium von der Kölnstraße aus später einmal aussehen.

So soll das Columbarium von der Kölnstraße aus später einmal aussehen.

„In Aachen und andernorts hat die katholische Kirche schon positive Erfahrungen mit Columbarien gemacht: Mit viel Sorgfalt und Feingefühlt wurden dort Räume gestaltet, um würdige Bestattungsorte herzurichten.“ So zitiert ein Faltblatt zu dem Projekt den ehemaligen Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz.

Daneben bietet der Bau noch weitere Vorteile. Für mittlere und kleinere Beerdigungen soll die Trauerhalle soll eine Ergänzung zur großen Christuskirche darstellen. Zudem entfällt dann der lange und für viele Menschen beschwerliche Weg von der Kirche durch die Innenstadt bis zum Friedhof.
750.000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, davon etwa 100.000 für die Innenausstattung. Die Finanzierung soll ausschließlich durch Spenden geschehen. Pfarrer Dr. Dirk Siedler, Vorsitzender der Planungsgruppe, rechnet mit einer Bauzeit von rund zwölf Monaten. Voraussichtlich 2015 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Doch die Halle ist auch mit weiterführenden Ideen verbunden, bekräftigte Karin Heucher. Hier könnten sich Gruppen in kleinem Rahmen treffen oder auch Andachten und Konzerte stattfinden. In diesem Zusammenhang engagiert sich der „Förderkreis Musik in der Christuskirche“ dafür, eine Truhenorgel anzuschaffen.

Infos unter www.evangelischegemeinde-dueren.de im Internet.
Der Kontakt für Spenden läuft über Hille Richers (Gemeindeentwicklung & Fundraising), Email spenden@evangelische-gemeinde-dueren.org, Tel. 02421/188105.
Fragen zu Friedhof und Bestattung beantworten Hannelore Reisinger und Friedhofsverwalter Alexander Müller, Tel. 02421/1880.


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