Düren: Wirtschaft und Wissenschaft = neue Produkte und Jobs
Von Josef Kreutzer [05.12.2013, 14.49 Uhr]

Sie warben für eine engere Kooperation (v.l.): Firmengründer Josef Jansen, FH-Rektor Prof. Dr. Baumann, Agit-Aufsichtsratschef Prof. Dr. Gartzen, Landrat Spelthahn, Wirtschaftsfördererin Reinholz, Prof. Dr. Schleser und Sparkassenvorstand Zimmermann.

Sie warben für eine engere Kooperation (v.l.): Firmengründer Josef Jansen, FH-Rektor Prof. Dr. Baumann, Agit-Aufsichtsratschef Prof. Dr. Gartzen, Landrat Spelthahn, Wirtschaftsfördererin Reinholz, Prof. Dr. Schleser und Sparkassenvorstand Zimmermann.

"Wenn Sie ein Problem in Ihrem Betrieb haben, das Sie nicht lösen können, dann sprechen Sie uns an. Wir bilden an der FH Aachen praxisorientiert aus. Unsere Studierenden entwickeln kurzfristig Lösungsvorschläge für Sie. Die jungen Leute gehen dabei manchmal so innovative Wege, da kommen wir alten Hasen einfach nicht drauf." Prof. Dr. Marcus Baumann, Rektor der FH Aachen, sprach mit Inbrunst, als er seine Fachhochschule beim Dialog "Wirtschaft trifft Wissenschaft" vorstellte.

Für die 1971 gegründete FH mit ihren mittlerweile 12.000 Studenten und 230 Professoren an den Standorten Aachen und Jülich ist der Brückenschlag zwischen Hörsaal und Fabrikhalle nichts Neues. "Doch es geht noch mehr, das Potenzial ist lange nicht ausgeschöpft", waren sich Landrat Wolfgang Spelthahn und Udo Zimmermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren, einig, als sie die Gäste aus den beiden Bereichen zum Dialog begrüßten. "Der Kreis Düren hat deutschlandweit die höchste Dichte an Arbeitsplätzen in der Forschung. Wenn es gelingt, aus den vielen Ideen und Erfindungen noch mehr marktfähige Produkte zu entwickeln, dann entstehen weitere neue Arbeitsplätze. Das wollen wir erreichen, dazu bringen wir Sie miteinander ins Gespräch", umriss Landrat Wolfgang Spelthahn den Zweck des Treffens.

Ob die Sonde, die die Erdgeschichte aus dem Eis der Antarktis wie aus einem Buch liest, die nahezu quecksilberfreie Energiesparlampe oder das solarthermische Kraftwerk: "Ideen haben wir massenweise. Aber eine Erfindung ist kein Selbstläufer. Oft liegen sie und das mögliche Produkt Lichtjahre auseinander", bestätigte Rektor Baumann vor über 50 Zuhörern in der Sparkasse Düren. Die Zusammenarbeit mit den Praktikern in den Unternehmen sei unverzichtbar.

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Ein Musterbeispiel für eine Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft stellten Prof. Dr. Johannes Gartzen, Aufsichtsratsvorsitzender der Agit, und Josef Jansen, Geschäftsführer der SDM Engineering GmbH in Düren, vor. Als die Lendersdorfer Hütte Mitte der 1990er Jahre nach rund 400-jährigem Betrieb geschlossen wurde, gingen 400 Arbeitsplätze verloren. Pläne, auf dem Gelände Wohnungen zu bauen, wurden nicht umgesetzt – zum Glück. "Heute ist das Areal mit zahlreichen kleinen Firmen vollständig besiedelt. Insgesamt 400 Jobs sind dort entstanden", bilanzierte Gartzen.

Die Erfolgsgeschichte begann mit der Existenzgründung eines Absolventen der FH Aachen. Josef Jansen eröffnete nach 15 Jahren im Angestelltenverhältnis mit der Otec GmbH seine eigene Firma für Oberflächenbehandlung. Gartzen, langjähriger Professor der FH Aachen, war sein Mentor. Mit und mit zogen weitere Gründer mit FH-Wurzeln ins historische Gemäuer ein, später kamen Dienstleister aus anderen Branchen hinzu. Die Otec zählt heute 40 Mitarbeiter, Josef Jansen hat später mit SDM Engineering eine weitere Firma gegründet.

Abgerundet wurde die von der Wirtschaftsförderung des Kreises Düren organisierte und vom Dürener Journalisten Ingo Latotzki moderierte Veranstaltung durch zwei Kurzvorträge. Dabei gaben Prof. Dr. Martin Wolf (BWL und Informatik) und Prof. Dr. Markus Schleser (Füge- und Trenntechnik/Lasertechnologie) Einblick in ihre Lehrgebiete an der FH Aachen.


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