"Bunter Kreis" am am St. Marien-Hospital akkreditiert
Von Kaya Erdem [28.07.2013, 06.06 Uhr]

 v.l.: Dr. med. Stefan Grothe (Oberarzt im SPZ), Dipl.-Psych. Beate Seliger (SPZ), Dipl.-Sozialpäd. Catrin Capell (Ltg. Bunter Kreis SPZ) und Kinderkrankenschwester Margarethe Zieba. Foto: K. Erdem)

v.l.: Dr. med. Stefan Grothe (Oberarzt im SPZ), Dipl.-Psych. Beate Seliger (SPZ), Dipl.-Sozialpäd. Catrin Capell (Ltg. Bunter Kreis SPZ) und Kinderkrankenschwester Margarethe Zieba. Foto: K. Erdem)

Wenn ein Kind viel zu früh geboren wird, mit einer Behinderung auf die Welt kommt oder schwer erkrankt, dann ändert dies das Leben einer ganzen Familie. Häufig werden Familien von einem Tag auf den anderen mit einer schwerwiegenden Diagnose konfrontiert und die Nachricht trifft sie vollkommen unvorbereitet. Im Vordergrund stehen dann oftmals Gefühle wie Angst, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Unsicherheit, Wut oder Trauer und oft auch die Frage, warum es ausgerechnet das eigene Kind trifft. Gleichzeitig muss das Familienleben völlig neu strukturiert und der Alltag an die Erfordernisse der Erkrankung angepasst werden.

Hier hilft der Bunte Kreis: Mit einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Pädiatrie und Kinderkrankenpflege sowie Sozialpädagogik und Psychologie unterstützt der Bunte Kreis chronisch- und schwerkranke Kinder sowie Früh- und Risikoneugeborene und ihre Familien in dem häufig sehr schwierigen Übergang von der stationären Behandlung ins häusliche Umfeld. Mit der erfolgreichen Akkreditierung des Bunten Kreises am St. Marien-Hospital durch den Bundesverband Bunter Kreis e.V., mit der die Qualitätsstandards des Verbandes bestätigt werden, kann nun die sozialmedizinische Nachsorge am St. Marien-Hospital beginnen.

„Welche Unterstützung brauchen wir, um unser Kind zu Hause versorgen zu können, welche pflegerischen Prozesse müssen wir selbst erlernen und ausführen können, welche Ausstattung ist vonnöten, welche zusätzliche Förderung braucht unser Kind und auf was für Unterstützungsleistungen haben wir Anspruch, sind nur einige von vielen Fragen, auf die Eltern dann eine Antwort finden müssen“, beschreibt Catrin Capell, Leitung des Bunten Kreises am St. Marien-Hospital und Sozialpädagogin, die Situation der betroffenen Familien.

Sie und die Kinderkrankenschwester Margarethe Zieba, beide zertifizierte Case Managerinnen (Fallbetreuerinnen), organisieren und vernetzen alle notwendigen Hilfen wie ärztliche, pflegerische, therapeutische, soziale, psychologische und seelsorgerische Unterstützung. In Hausbesuchen helfen sie mit allem, was Familien brauchen, um mit den veränderten Umständen zurechtzukommen: „Wir beraten, begleiten, informieren, trösten und ermutigen und stellen gemeinsam mit den Familien die nötigen Weichen, damit das Leben zu Hause gelingen kann“, erklärt Margarethe Zieba. „Die Eltern sollen eine möglichst große Autonomie in der Krankheitsbewältigung erreichen.“

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Für Dr. med. Dirk Mundt ist der Bunte Kreis schon seit Jahren eine Herzensangelegenheit: "Wir freuen uns, dass kranke Früh- und Neugeborene nach einem stationären Aufenthalt im häuslichen Umfeld qualifiziert nachbetreut werden können. Die zum Teil hoch belasteten Familien erhalten Unterstützung in medizinischen und psychosozialen Belangen, was zu mehr Lebensqualität führt und einen Teil der Wiederaufnahmen im Krankenhaus überflüssig machen wird", so der Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) am St. Marien-Hospital. Ziel der Nachsorge sei es, Behandlungserfolge zu stabilisieren, eine optimale Förderung der Patienten sicherzustellen und so eine möglichst gute Entwicklung jedes einzelnen Kindes zu ermöglichen.

Auch Dr. med. Stefan Grothe, Oberarzt im SPZ, der den Bunten Kreis als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin verstärkt, sieht die Arbeit als wichtige Ergänzung zu bereits vorhandenen Angeboten. „Wenn ein Kind zu früh geboren wird oder chronisch erkrankt, kann die moderne Medizin das Überleben sichern. Aber medizinische Versorgung alleine reicht oft nicht aus, um eine schwere Krankheit zu bewältigen. Hier ist umfassende Nachsorge unverzichtbar“, betont er.

Der Prozess der Nachsorgeplanung findet im Dialog mit den betroffenen Familien und anderen beteiligten Leistungserbringern statt. Hier, so erläutert Michael Hanke, Kaufmännischer Direktor des St. Marien-Hospitals, werde man auf langjährige, bewährte Kooperationsstrukturen zurückgreifen können.

„Sozialmedizinische Nachsorge ist eine Leistung der Krankenkassen und kann im Anschluss an einen stationären Aufenthalt durch den behandelnden Arzt des Krankenhauses oder den niedergelassenen Kinderarzt verordnet werden“ erklärt Dr. Mundt.

Zusätzlich finanziert sich der Bunte Kreis über Spenden, um Familien ganzheitlich mit sozialmedizinischer Nachsorge unterstützen und das Projekt auch langfristig weiterentwickeln zu können.

So hatte bereits die Regionale Initiative Dürener Zahnärzte (RIDZ) 20.000 Euro für den bunten Kreis am St. Marien-Hospital gespendet. Die beteiligten Zahnärzte erhalten Spenden in Form von Zahngold, dessen Erlös nun auch zugunsten der kleinen Patienten eingesetzt werden kann. Wer ebenfalls für den Bunten Kreis spenden möchte, kann dies direkt auf das Konto des Vereins Freunde und Förderer der Kinderklinik und der Sozialpädiatrie am St. Marien-Hospital e.V. bei der Sparkasse Düren, Stichwort Bunter Kreis, Konto-Nr. 1308329, BLZ: 395 501 10.


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