Arbeitskreis Frühdefibrillation will Aufklärung

25 Firmen im Kreis Düren schaffen AED an
Von Redaktion [15.09.2005, 11.36 Uhr]

Der Arbeitskreis „Frühdefibrillation“ präsentiert den AED - Automatischen externen Defibrillator.

Der Arbeitskreis „Frühdefibrillation“ präsentiert den AED - Automatischen externen Defibrillator.

In Deutschland sterben mehr als 100.000 Menschen pro Jahr an einem plötzlichen Herztod. Der plötzliche Herztod ist damit die häufigste außerklinische Todesursache. In 80 % der Fälle ist die Ursache des Kreislaufversagens ein Kammerflimmern. Bei einem Kammerflimmern ist das elektrische Reiz-Leitungs-System des Herzens so gestört, dass die Muskeln des Herzens unkoordiniert zittern. In der Folge kann das Herz kein sauerstoffreiches Blut mehr durch die Adern des Körpers befördern. Dadurch sterben lebenswichtige Organe wie das Gehirn, die Lungen und schließlich das Herz selbst.

Im Kreis Düren versterben jährlich über 300 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Während die professionelle Versorgung durch den Rettungsdienst und die Krankenhäuser im Kreis hervorragend organisiert ist und sämtliche Möglichkeiten der Herzinfarkt-Behandlung von der Lyse im Notarztwagen bis zur Gefäßwiedereröffnung (PTCA) im Herzkathederlabor vorhanden sind, gibt es in der Zeit vor Beginn der professionellen Rettung kaum effektive Hilfe.

Die Überlebenschance sinkt mit jeder vergangenen Minute um 10 %. Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung, wie sie in Kursen Führerscheinbewerbern beigebracht wird, ist nicht geeignet, ein Kammerflimmern zu beseitigen. Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ist im Falle des Kammerflimmerns dazu geeignet, die Zeitspanne bis zur Defibrillation zu überbrücken.
Die Defibrillation ist jedoch eine Maßnahme, die ein Kammerflimmern durchbrechen kann. Wird sie innerhalb der ersten Minute eingesetzt, steigt die Überlebenschance des Menschen bis auf das 9-fache. In den seltensten Fällen kann der Rettungsdienst rechtzeitig eintreffen, um eine solche Maßnahme durchzuführen, da die Hilfsfrist ca. 8 Minuten beträgt. Daher ist es sinnvoll, dass auch Ersthelfer eine Defibrillation mit automatischen Defibrillatoren durchführen können.

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Diese Geräte verfügen über ein Analysesystem, welches das EKG des Patienten auswertet und bei Kammerflimmern und pulsloser ventrikulärer Tachykardie auf seinem Display/per Voicerecorder eine Defibrillation empfiehlt. Der eigentliche Stromstoss muss dann durch den/die Anwender/in mittels Knopfdruck ausgelöst werden.
Die Geräte sollten an Orten mit hohem Personenaufkommen, beispielsweise in Betrieben und Behörden, platziert werden.

Erfahrungsberichte aus aller Welt haben gezeigt, dass
• medizinische Laien nach entsprechender Unterweisung im Rahmen der Reanimation die automatisierte externe Defibrillation sicher und erfolgreich durchführen können,
• die Überlebensrate dadurch erheblich gesteigert werden kann.
• Eine Aufklärung der Bevölkerung über das Erkennen und eine sachgerechte Schulung von Laien nach den Richtlinien der Bundesärztekammer ist für den Kreis Düren ein sehr ehrgeiziges, aber durchaus erreichbares Ziel.
• Durch eine konzentrierte Aktion aller an der Gesundheitskonferenz Beteiligten konnte im Kreis Düren diese lebensrettende Maßnahme im Rahmen eines Projektes auf ein breites Fundament gesetzt werden.

Inzwischen haben sich Arztpraxen, Krankenhäuser, Geschäfte und Firmen an der Installation eines AED (Automatischer externer Defibrillator) interessiert gezeigt. Aktuell werden diese in 25 Arztpraxen, in Geschäften der IG-City, im Krankenhaus Düren, St. Augustinus Krankenhaus Lendersdorf, St. Marien Hospital Birkesdorf, im Kreishaus und in einigen größeren Firmen angeschafft.

Die adäquate und lebensrettende Nutzung eines AED ist direkt gekoppelt mit der Ausbildung der potentiellen Nutzer in der Basisreanimation. Alle Organisationen der Lebensrettung (DRK, DLRG, Malteser) haben sich auf ein Komplett-Angebot betreffend Einweisung am AED kombiniert mit Maßnahmen der Basisreanimation geeinigt, dass von den interessierten Institutionen dort abgefragt werden kann.

Mitglieder des Arbeitskreises "Frühdefibrillation" haben für die Anschaffung und Wartung des AED sehr günstige Bedingungen für den Kreis Düren ausgehandelt, die auch für künftige Nutzer gelten. Interessenten wenden sich bitte an Frau Savelsberg, 02421/ 22 24 22.


Beteiligte Institutionen des Arbeitskreises Frühdefibrillation:
AOK Rheinland, Aachener Strasse 30, 52349 Düren
Apothekerkammer Nordrhein
DLRG Kreis Düren, Rurstrasse 156, 52349 Düren
DRK Düren, Neumühle 6, 52349 Düren
Forschungszentrum Jülich, 52325 Jülich
IG-City, Nörvenicher Strasse 20, 52351 Düren
Krankenhaus Düren, Roonstrasse 30, 52351 Düren
Kreis Düren, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Bismarckstrasse 16, 523498 Düren
Kreispolizeibehörde Düren, Aachener Strasse 28, 52349 Düren
KV Kreisstelle Düren, Am Krausberg 8, 52351 Düren
Malteser-Hilfsdienst, Peter Schlackstrasse 9, 52372 Kreuzau
St. Augustinus-Krankenhaus, Renkerstrasse 45, 52355 Düren
St. Josef Krankenhaus, Rurdorfer Strasse 49, 52438 Linnich
St. Marien Hospital Düren, Hospitalstrasse 44, 52353 Düren
Stadt Jülich, Große Rurstrasse 17, 52428 Jülich


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