16 qualifizierte "Kinderschützer" im Kreis Düren
Von Josef Kreutzer [28.06.2013, 07.55 Uhr]

Nach erfolgreicher Teilnahme an der dreitägigen Fortbildung „Kooperativer Kinderschutz in Stadt und Kreis Düren“ nahmen 16 Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter ihre Zertifikate aus den Händen des Diplompsychologen Georg Kilian-Hütten, Leiter der Qualifizierung, entgegen. Im September und November 2013 werden sich weitere 32 Kräfte aus den weiterführenden Schulen aller Schulformen ebenfalls zu Ansprechpersonen in Situationen von Kindes- oder Jugendwohlgefährdung ausbilden lassen.

Die Teilnehmenden lernten die wesentlichen Hintergründe und Anzeichen von Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch und anderen alterspezifischen Formen von Gefährdungen kennen sowie eine angemessene Risikoeinschätzung im Team in der Schule durchzuführen. Sie erwarben Fertigkeiten der Dokumentation ihres pädagogischen Handelns und Kompetenzen für die oft schwierigen Gespräche mit Eltern, Jugendlichen, Kolleginnen und Kollegen und Jugendamt.

Ärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrie, des Sozialpädiatrischen Zentrums, der Kinderschutzgruppe Düren und des Kreisgesundheitsamtes vermittelten das aus Medizinersicht notwendige Wissen. Hierdurch können die ausgebildeten Ansprechpersonen in den Schulen nun Gefährdungssituationen für Kinder und Jugendliche früher erkennen und reagieren.

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Nachdem sie viele praktische Trainingseinheiten absolviert und sich umfangreiches Wissen angeeignet haben, können sie den Betroffenen passgenau geeignete Empfehlungen geben und auf unterstützende Angebote staatlicher Hilfen hinweisen. Durch die Begegnung mit Vertretern der für den Kinderschutz relevanten Beratungsstellen sind sie auch über niedrigschwellige Angebote in der Region informiert und können hilfreiche Kontakte vermitteln. Die Kreispolizeibehörde zählte ebenfalls zu den an der Fortbildung beteiligten Institutionen.

Nach Abschluss dieses ersten Fortbildungsdurchgangs kennen die nun zertifizierten schulischen Fachkräfte die Rechtsgrundlagen des Lehrerhandelns: Neben dem noch recht neuen Bundeskinderschutzgesetz, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz und dem NRW-Schulgesetz gehören dazu insbesondere die Kooperationsvereinbarungen zur Zusammenarbeit, die Anfang des Jahres fast alle weiterführenden Schulen mit den beiden Jugendämtern von Stadt und Kreis Düren geschlossen haben.

Vorausgegangen war 2012 ein vom Regionalen Bildungsbüro des Kreises Düren initiierter Abstimmungsprozess zwischen den beiden Bereichen Schule und Jugendhilfe, der zur Entwicklung der Kooperationsverträge und der Fortbildungsreihen geführt hat.

Margret Sieben als verantwortliche Koordinatorin und regionale Prozessbegleiterin für dieses Projekt im Bildungsbüro sieht den Kreis Düren hier in der Vorreiterrolle: „Immer wieder gibt es überregionale Anfragen. So haben z.B. das Schulministerium NRW und der Landesverband des Kinderschutzbundes Interesse an der vorbildlichen Entwicklung der Institutionen übergreifenden Zusammenarbeit im Bereich Kinderschutz gezeigt.“ Margret Sieben hat zur Unterstützung der nun zertifizierten Lehrkräfte eine umfangreiche Handreichung für deren Arbeit in den Schulen erstellt. Der Kreis Düren wird diese Handreichung auch allen Teilnehmenden der beiden noch folgenden Fortbildungsdurchgänge zur Verfügung stellen.


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